Kein Trainingslager nach Zehenbruch

Rama verletzt: Jetzt gehen Möhlmann die Flügelstürmer aus

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Pechvogel: Valdet Rama hat sich den Zeh gebrochen.

München - Nach dem Zehenbruch, den sich Valdet Rama im Training zugezogen hat, fällt er für das Trainingslager des TSV 1860 aus. Jetzt gehen den Löwen die Flügelspieler aus.

"Bei Valdet Rama hoffe ich, dass er nach der Vorbereitung wieder in der Verfassung ist, dass er uns wirklich helfen kann. Seine Schnelligkeit und Dribbelqualität können wir gut gebrauchen.“ Als Benno Möhlmann diese Sätze am Donnerstagmittag sagte, konnte er nicht ahnen, dass sie kaum zwei Stunden später Makulatur sein würden. Rama (28) bekam beim Aufwärmspiel einen Tritt auf den Fuß, musste das Training abbrechen. Die Diagnose: Bruch des kleinen Zehs – zwei Wochen Trainingspause, Teilnahme am Trainingslager in Estepona geplatzt.

„Das ist natürlich bitter und sehr ärgerlich“, sagte Rama auf tz-Nachfrage. „Trotzdem werde ich versuchen, mich möglichst gut fitzuhalten, um bald wieder einsteigen zu können.“

Die neuerliche Verletzung des albanischen Nationalspielers, nachdem er zuvor wegen Adduktorenproblemen monatelang ausgefallen war – sie ist nicht nur ein Schlag für Rama, sondern auch für die Löwen insgesamt. Nach dem Abgang von Marius Wolf stehen Coach Möhlmann mit Daylon Claasen und Korbinian Vollmann aktuell nur noch zwei fitte Außenstürmer zur Verfügung. Krisztian Simon (Innenbandriss im Knie) und Jannik Bandowski (Bruch der Fußwurzel) werden noch lange fehlen. „Auch Daniel Adlung und Michael Liendl könnten in einer Mittelfeld-Raute außen spielen“, sagt Möhlmann. Doch ohne mindestens einen Neuen für die Flügel droht der ohnehin ideenarmen Offensivabteilung (15 Tore in 19 Spielen) der Absturz. Wer soll das geplante Sturmduo Rubin Okotie/Sascha Mölders mit Flanken füttern? Zoltan Stieber, der mal im Gespräch war, ließ sich vom HSV nun zum 1. FC Nürnberg ausleihen, dem ersten Gegner der Löwen am 6. Februar.

Benno Möhlmann.

Möhlmann verweist bei Fragen nach Zugängen an die Geschäftsführung. Die ist angewiesen auf Taten aus Abu Dhabi. Man warte täglich auf konkrete Zusagen von Hasan Ismaik, heißt es in der Geschäftsstelle. Gewisse Dinge müssten demnächst kommen, um nicht in die Gefahr der Insolvenzverschleppung zu geraten. Möhlmann muss sich wie im falschen Film vorkommen. Bei seinem erfolgreichen Feuerwehreinsatz 2011 in Ingolstadt hatte er im Winter vier Spieler bekommen: Marino Biliskov als Stabilisator der Abwehr, Edson Buddle und Caiuby für den Sturm. Der vierte Zugang, Torjäger Artur Wichniarek, verletzte sich früh und konnte kein Spiel für den FCI bestreiten. „In Ingolstadt haben wir es geschafft, einen neuen Teamgeist reinzubringen und uns alle verbessert“, erinnert sich Möhlmann an die Zeit bei den Schanzern, als das Team in den letzten 15 Spielen 24 Punkte holte und von Platz 17 auf 14 sprang.

Bei den Löwen ruhen die Hoffnungen aktuell zwangsläufig auf Mölders. „Er hat im Test gegen Salzburg 20 Minuten lang gezeigt, was er uns bringen kann“, sagt Möhlmann über den 30-Jährigen. Bis zum Ende der Vorbereitung soll Mölders’ Powerspanne auf 70 Minuten ausgedehnt werden, im Laufe der Spiele dann auf 90. Wie groß Möhlmanns Spanne ist? Ans Hinschmeißen habe er bislang noch nicht gedacht, sagt er. „Klar habe ich hier angefangen mit der Zusage, dass die Möglichkeit da sein wird, im Winter nachzulegen. Mittlerweile weiß ich mehr über das Miteinander der Gesellschafter, über die nicht immer optimale Kommunikation. Aber ich gehe weiter davon aus, dass wir den Kader verstärken werden. Und dann haben wir mit harter Arbeit natürlich die Chance, die Klasse zu halten.“

An den Tag der Erlösung will Möhlmann noch nicht denken. „Ich kann mir die Freude gar nicht vorstellen, die ich dann fühlen würde.“ Auf Tätowierungen und gefärbte Haare könnte er verzichten. „Dafür bin ich nicht der Typ.“ Und falls es nicht reichen sollte? „Dann wird man sehen, was ist“, sagt Möhlmann. „Ich habe diesen Gedanken jetzt nicht im Kopf. Ich bin voller Zuversicht.“ Man möchte es dem Mann gerne glauben.

lk

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