Ausschreitungen bei Serbien vs. Albanien

Rama entsetzt: "Und sowas im 21. Jahrhundert"

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Unschöne Szenen ereigneten sich beim abgebrochenen EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien.

München - Aufgrund der Vorkommnisse beim Skandalspiel zwischen Serbien und Albanien ermittelt nun die UEFA. Löwen-Profi Valdet Rama hat die Ereignisse live miterlebt und schildert den schlimmen Abend.

Er ist am Mittwochabend wieder heil in München gelandet. Aber das, was er tags zuvor im Stadion von Belgrad erlebt hatte, steckte Valdet Rama immer noch in den Knochen. „Es ist sehr traurig, was da geschehen ist“, sagte der Löwen-Angreifer am Donnerstag. „Dass bei einem Spiel der Fußball nicht mehr im Vordergrund steht, das darf im 21. Jahrhundert nicht passieren.“ Schwerste Ausschreitungen hatten dazu geführt, dass das EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Ramas Albanern kurz vor der Halbzeit abgebrochen wurde.

Per Drohne war eine Flagge Großalbaniens ins Stadioninnere gesteuert worden – der Auslöser der Krawalle. Der serbische Spieler Stefan Mitrovic vom SC Freiburg, mit dem Rama einst gemeinsam in Vallodolid spielte, hatte sich mit einem kernigen Sprung die Flagge geschnappt, und dann ging’s los. Serbische Fans stürmten ins Stadion-Innere und prügelten auf die albanischen Spieler ein.

„Aber schon vor dem Spiel haben wir den Hass der serbischen Fans zu spüren bekommen“, sagte Valdet Rama, „egal ob auf dem Weg ins Stadion im Bus oder beim Warmmachen.“ Da flogen Steine und es gab wüste Beleidigungen in Richtung der albanischen Mannschaft.

„Zwei, drei Spieler“, seien laut Rama verletzt worden, einige sollen Nasenbeinbrüche erlitten haben. Kein Vorwurf kommt vom Löwen-Profi allerdings an die serbischen Spieler: „Sie haben wirklich versucht, uns zu schützen, als wir so schnell wie möglich in die Kabine geflohen sind.“

Die Drohne mit der Flagge soll, so hieß es zumindest, von Olsi Rama, einem Bruder des albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama gesteuert worden sein. Ein Gerücht, das Valdet Rama folgendermaßen kommentierte: „Niemand weiß, wer es gemacht hat.“

Olsi Rama sei auch nicht von der serbischen Polizei festgehalten worden, so Valdet Rama, sondern mit der Mannschaft zurück nach Tirana geflogen. Dort wurde das Team gegen drei Uhr in der Früh „von 10 000 bis 15 000 Menschen empfangen“, berichtete Rama, „auch Familienangehörige waren darunter, die sich Sorgen gemacht hatten.“

Befürchtet der Löwen-Spieler jetzt einen Ausschluss Albaniens, das in der Gruppe I die Tabelle anführt, aus der EM-Qualifikation? Rama: „Ich würde nicht verstehen, wenn wir bestraft würden.“

tz

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