Vallori hilft Neuzugängen

Der große Bruder ist immer da

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Da geht’s lang: „Mir gefällt es, mich um die beiden zu kümmern“, sagt Vallori (Mitte) über Sanchez (links) und Bedia.

Waidring - Satelliten-TV, Versicherung, München-Tipps: Vallori hilft den Neuzugängen Sanchez und Bedia in jeder Lebenslage.

Waidring – Guillermo Vallori ist ein bekennender Familienmensch. Das mallorquinische Essen seiner Mama ist für ihn das beste der Welt, regelmäßig fliegen seine Eltern zu Kurzbesuchen ein, und auch zu seinen beiden Schwestern hat der 32 Jahre alte Löwen-Profi ein inniges Verhältnis. Bis auf die Tatsache, dass ihn zwei Flugstunden vom Wohnsitz der Familie auf den Balearen trennen, ist er mit seinem Leben in München zufrieden. Schön für den ungebundenen Spanier ist vor allem, dass er neuerdings auch zwei kleine Brüder hat. So zumindest wirkt es, wenn Vallori für Ilie Sanchez und Edu Bedia den Helfer in allen Lebenslagen spielt.

Ergibt sich bei Ilie (23) und Edu (25) ein Problem oder eine Frage – Vallori kümmert sich drum. Satellitenfernsehen für die beiden Neuzugänge von Barcelona B? Schon organisiert. Papierkram wegen der privaten Krankenversicherung? Vallori hilft und übersetzt. Ausgeh- und Restauranttipps? Auch damit könnte Vallori auf Knopfdruck dienen, würde es die Zeit erlauben. „Mir gefällt es, mich um die beiden zu kümmern“, sagt Vallori mit väterlichem Tonfall. Man glaubt es ihm sofort. Auch das Gespräch mit der Presse war nur möglich, weil Vallori sich vor dem Abendessen Zeit genommen hat. Ein schönes Bild. Vallori, wie er erklärt, gestikuliert, nach passenden Wörtern sucht. Und die beiden Barca-Jungs? Sitzen brav auf dem Sofa daneben, umklammern ihre iPhones – und hängen dem älteren Kollegen an den Lippen.

Es liegt wohl auch an Valloris Geleitschutz, dass die beiden anfangs zurückhaltenden Spanier nun auftauen. Mitten im Gespräch fangen beide plötzlich an zu kichern. Thema waren die Unterschiede zwischen dem Weltklub FC Barcelona und dem etwas provinzielleren TSV 1860. Edu lässt übersetzen, dass es vor allem die ungewohnten Uhrzeiten sind, die ihm zu schaffen machen. „Das Programm ist etwa gleich, aber hier passiert alles früher“, sagt Edu und berichtet vom Ankunftstag im Trainingslager in Waidring. Das Abendessen war an diesem Tag um 17.30 Uhr angesetzt – dreieinhalb Stunden früher als in Spanien. Nicht die einzige gewöhnungsbedürftige Änderung. Trainingsbeginn 10 Uhr geht ja noch, aber Bettruhe um 22 Uhr? Jetzt schüttelt Ilie den Kopf. „Wir lagen am Sonntag im Bett, hatten das Licht schon aus.“ Und sein einziger Gedanke sei gewesen: „Ich war noch nie in meinem Leben so früh im Bett!“

Vallori ist in dieser Hinsicht bereits eingedeutscht. Zweieinhalb Jahre 1860, zuvor fünf Jahre Zürich – da geht der spanische Rhythmus verloren. Ilie und Edu dagegen sind nicht nur katalanische Lebensart gewöhnt, sondern auch die Fußballschule des FC Barcelona. „A- und B-Team haben immer zur gleichen Zeit trainiert“, berichtet Edu. „Ab und zu ist es auch vorgekommen, dass wir bei der ersten Mannschaft aushelfen durfen.“ Edu und Ilie waren dann kurzzeitig Mitspieler oder Gegner von Messi, Xavi, Iniesta. „Die ersten fünf, sechs Male hat man große Ehrfurcht“, so Edu. „Schließlich war das immer ein Traum.“ Inzwischen klingt Edu ganz unaufgeregt, wenn er über seine prominenten Ex-Kollegen spricht. „Wer ist Messi?“, scherzt er und denkt vermutlich: Meine Mitspieler heißen jetzt Hain, Stahl und Wannenwetsch.

Und natürlich Vallori. Wie es sich für einen Teamkäptn gehört, findet der Routinier nur lobende Worte für seine neuen Kollegen. „Jede Mannschaft kann Spieler wie sie gebrauchen“, schwärmt er. „Sie haben eine große Sicherheit am Ball und sind einfach gute Fußballer.“ Hätte ein echter großer Bruder nicht netter formulieren können.

Uli Kellner

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