Wechsel im Winter oder neuer Vertrag?

Erstligisten jagen dieses Löwen-Juwel

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Justin Toshiki Kinjo (l.) bei einem Einsatz in der U21.

München – Beim Löwen-Nachwuchs hat sich ein zentraler Mittelfeldspieler auf die Notizblöcke mehrerer Erstligisten gespielt. Schon im Winter steht eine Entscheidung an.

Das letzte Gastspiel eines Japaners bei den Löwen-Profis war von kurzer Dauer. Yuya Osako wechselte im Januar 2014 von den Kashima Antlers nach München und zog dann nach einer starken Rückrunde schon wieder weiter zum 1. FC Köln. Jetzt steht wieder ein Japaner im Fokus. Allerdings nicht in der ersten Mannschaft, sondern in der Jugend. Sein Name: Justin Toshiki Kinjo. Der 18-Jährige, der neben der japanischen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, ist ein Mann fürs zentrale Mittelfeld. Er begann die Saison bei den A-Junioren, wurde aber im Oktober von Coach Daniel Bierofka zur U21 hochgezogen und kam dort zu sieben Saisonspielen. „Er hat ja bereits letzte Saison, als er keine Spielgenehmigung für die U19 hatte, mit uns trainiert. Von daher wusste er, was ich von ihm erwarte. Er war sofort da, hat sachlich seinen Part heruntergespielt und sich schnell eingefunden“, schwärmte Bierofka laut Kicker nach Kinjos erstem Einsatz beim 4:0-Sieg in Bayreuth. Beim 0:4 in Burghausen unterlief Kinjo zwar ein schwerer Fehler. Doch sein Talent zeigte er auch bei der U21.

Kinjos Talent ist auch anderen Klubs nicht verborgen geblieben. Laut japanischen Medien steht er im Fokus mehrerer Erstligisten. „Das stimmt“, bestätigt sein Berater Kögl, gegenüber unserer Onlineredaktion. „Es gibt Interessen“, so der Ex-Profi. „mehrere Erstligisten aus Deutschland und auch aus Japan.“

Eine Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen. „Jetzt macht er noch ein Spiel, danach geht er in den Weihnachtsurlaub, und dann schaut man“, so Kögl. Sowohl ein Abschied wie auch ein längerfristiges Engagement bei den Löwen sind möglich. „Es gibt noch Hindernisse“, so Kögl.

Eines davon: Kinjo ist derzeit als A-Jugend-Spieler nicht mit einem regulären Vertrag an die Löwen gebunden. Wer sich seine Dienste sichern möchte, müsste eine Ausbildungsentschädigung berappen, wohl in sechsstelliger Höhe. Ein Teil ginge an die JFA Academy in Japan, ein Teil an den dortigen Verband. Die Löwen würden dagegen keinen Cent sehen.

Kögl, zu seiner aktiven Zeit selbst ein Regisseur im Mittelfeld, sieht Kinjo als „sehr talentierten Spieler“, der sich aber „erst mal an den Seniorenbereich gewöhnen“ müsse. Seine Stärken zählt Kögl wie folgt auf: „Spielintelligenz, Passsicherheit, er kann das Spiel lesen. Er muss aber noch robuster werden.“

Gut möglich, dass Kinjo den nächsten Schritt bei den Löwen angeht. „Die ersten Gespräche hatten wir, sie haben sich sehr bemüht“, so Kögl über den Stand der Dinge an der Grünwalder Straße.

Während die Löwen-U21 schon in der Winterpause ist, steht bei der A-Jugend noch eine Partie an: Am Samstag geht’s zum 1. FC Saarbrücken. Den Herbstmeistertitel in der A-Jugend-Bundesliga Süd/Südwest hat das Team von Cheftrainer Josef Steinberger aber jetzt schon sicher.

Armin Linder

Quelle: fussball-vorort.de

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