Ärger über irregulären Treffer

1860-Pleite: Von Ahlen guten Geistern verlassen

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Markus von Ahlen (r.) mit Kapitän Christopher Schindler.

München - Lange fielen beim Löwen-Spiel in Aalen keine Tore, dann gleich zwei innerhalb weniger Minuten: Die Sechziger stehen am Ende mit leeren Händen da.

Der Zauber des Trainerwechsels war ganz schnell wieder vorbei. 0:2 (0:0) verloren die Löwen im zweiten Spiel nach dem Rauswurf von Ricardo Moniz – die Blauen wieder im alten Trott. Ohne Pep, ohne Mumm, zeitweise lethargisch, und das beim Tabellenvorletzten VfR Aalen, der zuvor sechs Spiele ohne Dreier geblieben war. Kurz gesagt: Wie von Ahlen guten Geistern verlassen.

Der Aalener Jubel nach dem Führungstor.

Dabei hatte man nach dem souveränen 2:0-Sieg vor einer Woche gegen die SpVgg Greuther Fürth die Hoffnung gehegt, dass es unter der Regie von Markus von Ahlen aufwärts gehen würde bei den Löwen – ein Trugschluss. Auch der Trainer war davon ausgegangen. „Wir hatten uns mehr erhofft“, sagte von Ahlen. „Aber wir sind nicht gut ins Spiel gekommen und hatten nicht so einen Traumstart wie gegen Greuther Fürth.“

Besonders bitter: Die beiden Gegentore in der Schlussphase hatten eine extrem blaue Färbung. Ex-Löwe Andreas Ludwig bereitete das 1:0 durch Weiß vor (83.), und Ex-Löwe Arne Feick (in München zwei Jahre lang ohne Torerfolg) erzielte mit einem fulminanten 20-m-Schuss das 2:0 (85.). Für den TSV 1860 eine ganz besonders bittere Pointe.

Aber man war selber schuld. Denn die Aalener bewiesen in der ersten Hälfte alles andere als großes Selbstbewusstsein, was die Sechziger allerdings nie auszunutzen wussten. Zwei halbwegs gefährliche Schüsse von ­Adlung, einer von Angha, der den Weg ins Tor fand, aber wegen einer Abseitsstellung von Okotie nicht anerkannt wurde – das war’s. Aalen kam zweimal zum Abschluss. Ludwig traf einmal die Latte (15.) und einmal das Außennetz (38.).

Ansonsten war das üble Gekicke nur mit viel Selbstdisziplin anzuschauen – Zweitligafußball der ganz schlichten Art.

Nach der Pause kam dann doch etwas mehr Schwung rein. Weigl stellte Aalen-Torhüter Fejzic mit einem 20-m-Hammer auf die Probe (60.), Okotie ließ eine gute Chance aus (69.), und Rodris Kopfball strich ganz knapp am langen Eck vorbei (79.). „Normalerweise macht Rodri diese Bälle rein“, sagte Daniel Adlung. „Aber das war unser Problem, dass wir auch andere Chancen nicht genutzt haben.“

Auch für von Ahlen ein Grund zum ärgern: „In der zweiten Halbzeit waren wir dominanter und hatten die besseren Möglichkeiten.“ Aber letztendlich schaute nicht mal ein 0:0 heraus. Wobei der erste Treffer der Aalener für die Löwen nicht regelkonform war. Kapitän Schindler: „Ludwig hatte den Ball mit der Hand gespielt.“ Als Ausrede und Entschuldigung wollte Löwen-Coach von Ahlen das allerdings nicht durchgehen lassen. „Es ist nicht unsere Art, Fehler beim Schiedsrichter zu suchen.“ Die Löwen mussten sich schon an die eigen Nase fassen. Schindler: „Das Spiel durften wir nie und nimmer verlieren.“

tz, ah

 

Löwen-Niederlage in Aalen: Bilder und Noten

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