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Vor zehn Jahren verlor 1860 das Pokal-Derby - ein Löwe von damals spielt heute 6. Liga

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Von: Andreas Knobloch

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Fussball Viertelfinale DFB Pokal : FC Bayern München TSV 1860 München
Nach dem Viertelfinale des DFB-Pokal 2008: Löwenspieler sind enttäuscht. © Stefan Matzke / sampics / sampics

Schmerzhafte Erinnerungen werden für die Löwen-Fans wach, wenn sie an das Pokal-Derby am am 27. Februar 2018 denken. Was machen die 120-Minuten-Kämpfer heute?

München - Vor zehn Jahren, am 27. Februar 2008, fand das Pokal-Derby zwischen dem FC Bayern München und dem TSV 1860 München statt. In der 120. Minute foult Chhunly Pagenburg Bayerns Miroslav Klose. Vor oder im Strafraum? Bei dieser Diskussion hatten die Bayern-Fans genauso ihre eigene Meinung wie die Löwen-Anhänger. Doch egal wer welcher Meinung war: Fakt ist, dass Franck Ribéry den von Schiedsrichter Petzer Gagelmann gepfiffenen Elfmeter verwandelte und Bayern eine Runde weiter schoss. Mit welcher Mannschaft lief der TSV damals auf? So viel sei im Voraus gesagt: zwei Spieler sind auch zehn Jahre danach noch für die erste Mannschaft tätig. 

Die Aufstellungen von damals:

FC Bayern: Oliver Kahn - Philipp Lahm, Lucio, Daniel van Buyten, Willy Sagnol (76. Christian Lell) - Zé Roberto, Mark van Bommel, Toni Kroos (65. Miroslav Klose), Hamit Altintop (46. Franck Ribéry) - Lukas Podolski, Luca Toni.

TSV 1860: Michael Hofmann (35. Philipp Tschauner) - Benjamin Schwarz, Markus Thorandt , Gregg Berhalter, Thorben Hoffmann,  - Lars Bender, Sven Bender (59. Jose Holebas), Danny Schwarz, Daniel Bierofka (66. Chhunly Pagenburg), Timo Gebhart - Mustafa Kucukovic.

Von Michi Hofmann bis Benjamin Schwarz - das machen die Spieler heute

Es war nicht Michael Hofmann (45), der den Elfmeter von Franck Ribéry nicht halten konnte, sondern Philipp Tschauner. Hofmann musste in der 35. Minute nach einem Zusammenprall mit Luca Toni ausgewechselt werden. Mittlerweile treibt Hofmann im Münchner Amateurbereich sein Unwesen. Mit dem SV Pullach wurde er als Torwart im vergangenen Jahr noch Bayernliga-Meister. Ein Aufstieg und eine Match gegen den TSV 1860 München blieb ihm leider verwehrt, denn der SV Pullach konnte die Auflagen für die Regionalliga Bayern nicht erfüllen. Seitdem arbeitet der jetzt 45-Jährige als Torwarttrainer beim Landesligisten Türkgücü Ataspor München und anderen Vereinen, organisiert Fußball-Turniere für die Traditionsmannschaft des TSV 1860 und ist hin und wieder als Experte bei DAZN zu hören. 

Sein Vertreter damals war Philipp Tschauner (32). Im Jahr 2011 wechselte er dann zum FC St. Pauli. Seit 2015 trägt er das Trikot von Hannover 96 und das mittlerweile auch ziemlich erfolgreich. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga hält Tschauner sogar regelmäßig seinen Kasten sauber. Fünfmal hat der Kapitän der Niedersachsen schon zu Null gespielt. Hannover 96 steht derzeit auf Platz zehn. 

Torben Hoffmann (44) ist mittlerweile öfter im Fernsehen zu sehen. Nach seiner aktiven Karriere hat der Verteidiger die Fußballschuhe gegen das Mikrofon getauscht. Für den Pay-TV-Sender Sky berichtet Hoffmann regelmäßig vom Geschehen in der Bundesliga. Meist ist er an der Säbener Straße oder vor der Allianz Arena zu finden.

Gregg Berhalter (44) war jahrelang Innenverteidiger der Löwen. Viele Fans erinnern sich noch an seine Elfmeter und Kopfbälle, die der Amerikaner für die Löwen ins Netz drosch. Im Jahr 2009 packte er seine Sachen, ging in die Heimat und spielte für Los Angeles Galaxy. Nach zwei Jahren an der Westküste beendete er seine Karriere. Berhalter ist aber noch immer in der MLS zu finden und zwar als Trainer von Columbus Crew. 

Markus Thorandt (36) war nach seinem dreijährigen Aufenthalt bei den Löwen noch sechs Jahre beim FC St. Pauli aktiv. Dort wurde sein Vertrag im Jahr 2015 nicht mehr verlängert. Anschließend wollte er ein Studium im Fach Sportmanagement nachlegen. Im Spiel gegen die Bayern musste er in der Nachspielzeit der Verlängerung mit Gelb-Rot vom Platz. 

Benjamin Schwarz (31) wurde 2010 zur SpVgg Unterhaching ausgeliehen. Nach seiner Rückkehr zu den Löwen war er im Jahr 2012 vereinslos. Die Unterhachinger nahmen den am Knie lädierten Kicker wieder unter Vertrag. Aktuell spielt er für Preußen Münster in der 3. Liga - fällt aber wegen einer Knieverletzung aktuell aus. 

Von den Bender-Zwillingen bis zu Danny Schwarz - das machen die Akteure heute

Sven und Lars Bender (beide 28) sind wohl aktuell die prominentesten Fußballer aus der damaligen Elf. Und sie spielen mittlerweile auch wieder zusammen. Im Moment sind beide bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag. Lars wechselte 2009 zu Leverkusen. Sven ging im vergangenen Sommer zu seinem Bruder. Vorher war er bei Borussia Dortmund und holte zwei Meisterschaften unter Trainer Jürgen Klopp. 

Sven Bender wurde in dem Pokal-Derby in der 59. Minute durch Jose Holebas (33) ersetzt. Der Linksfuß ist seitdem viel herumgekommen. 2010 wechselte Holebas zu Olympiako Piräus. Nach vier Jahren in Griechenland schloss er sich dem AS Rom an und konnte noch mit Legenden wie Francesco Totti zusammenspielen. Mittlerweile beackert er die Außenbahnen in der Premier League. Dort ist er beim FC Watford angestellt. 

Über Daniel Bierofka (39) brauch man nicht viel sagen, außer, das er jetzt schon eine lebende Löwen-Legende ist. Der ehemalige Außenspieler steht heute an der Seitenlinie und versucht die Sechziger wieder in den Profifußball zu coachen. Als Tabellenerster der Regionalliga Bayern stehen die Blauen gut da. Allerdings würde dem Aufbauspiel der Münchner die Rückkehr von Timo Gebhart (28) gut tun. Der 28-Jährige spielte zwischen seine Engagements beim TSV für den VfB Stuttgart, den 1. FC Nürnberg, Steaua Bukarest und Hansa Rostock. 

Danny Schwarz (42) war Kapitän und wechselte 2009 zu den Amateuren des FC Bayern. Beim Stadt-Rivalen war er bis 2012 als aktiver Fußballer tätig. Nun ist Schwarz für die Nachwuchsabteilung des Rekordmeisters aktiv. Er trainiert die U16 der Roten, 2017 war er kurze Zeit Interimstrainer von FC Bayern II. 2015/2016 arbeitete er als Co-Trainer mit Heiko Vogel bei der Reserve zusammen. 

Chhunly Pagenburg (31), der Unglücksrabe aus dem Derby, durfte für Bierofka in der 66. Minute in die Partie. Pagenburg war zu der Zeit nur ausgeliehen und kehrte zum 1. FC Nürnberg zurück. Dort war er weniger erfolgreich und schloss sich Rot-Weiß Erfurt an. Nach seiner Zeit bei Eintracht Tier und FSV Frankfurt zählte er 2015 als 28-Jähriger schon zu den Sport-Invaliden. Eine chronische Wirbelsäulenentzündung machte ein Fortsetzen seiner Karriere unmöglich. 

Stürmer Mustafa Kucukovic (31) blieb eher wegen seines Nachnamens und weniger wegen seiner Torgefährlichkeit in der Erinnerung der Löwen-Fans (sechs Tore in 33 Spielen, darunter ein Treffer aus rund 40 Metern in Kaiserslautern). Nach zwei Jahren an der Grünwalder Straße begann eine Tour durch Europa: 2009 ging er zu Grenoble Foot nach Frankreich, anschließend zu Sonderiysk Elitesport nach Norwegen, dann war er für zwei Jahre bei Energie Cottbus. 2012 tat es ihm Olympiakos Nikosia aus Zypern an. Über Hansa Rostock und den Lüneburger SK kam er Ende Januar 2017 zu Hamm United und kickt dort seither in der Landesliga Hamburg. 

AnK

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