Vor dem Duell in Sandhausen

Löwen sondieren den Markt - "Wir wären fahrlässig"

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Löwen-Trainer Torsten Fröhling (r.) und sein Co. Collin Benjamin hätten gerne neues Personal.

München - Die Löwen stehen vor dem Gastspiel in Sandhausen unter Zugzwang. Trainer Torsten Fröhling spricht in der PK über Neuzugang Liendl, die Offensivprobleme und den Gegner.

"Fünf bis sechs" Punkte hatte Löwen-Trainer Torsten Fröhling als Ziel für die Englische Woche ausgegeben. Gegen Kaiserslautern wurde der erste Punkt eingefahren. Am Dienstag folgt das Auswärtsspiel beim SV Sandhausen, ehe am Sonntag RB Leipzig in der Allianz Arena gastiert. Vier Punkte sollen es in den zwei Begegnungen noch werden, um das Mindestziel des Übungsleiters zu erreichen. Mit einem Dreier in Sandhausen ließe sich die Vorgabe leichter angehen. Doch die Baden-Württemberger gehören zu den Überraschungsteams dieser Zweitligasaison.

Fröhling warnt vor Sandhausens Offensive

Mit drei Siegen sind die Sandhäuser in die Spielzeit gestartet und haben damit sofort die drei Punkte Abzug wegen Verstöße gegen Vorschriften der Lizenzierungsordnung wett gemacht. Das Prunkstück der Schwarz-Weißen ist die Offensive. 15 Tore haben die Badener bislang erzielt. Nur Bundesliga-Absteiger Freiburg traf häufiger. Daher hat Fröhling sein Team auf der Pressekonferenz eindringlich vor den Vorzügen des Gegners gewarnt: "Die Mannschaft hat einen sehr gefährlichen Sturm, da werden wir drauf achten müssen. Sie haben viele Tore geschossen, viele auch nach Standards."

Doch auch die eigenen Angreifer bereiten dem Trainer Sorgenfalten. Der TSV 1860 München konnte in dieser Saison noch keinen Treffer eines Stürmers bejubeln. Auch deswegen stehen die Löwen nach vier Pleiten und drei Remis auf Platz 17 der Tabelle. Doch der 49-Jährige nimmt nicht nur seine Stürmer in die Pflicht. "Dafür haben wir Spieler in den anderen Reihen, die torgefährlich sind", sagte Föhling und gibt die Marschroute vor. "Die Mannschaft muss es jetzt richten. Wir wollen uns nicht nur nach dem Gegner richten, wir wissen, wie schwer es ist, in Sandhausen zu spielen."

Kaiserslautern macht Mut für Sandhausen - Neudecker im Kader

Zuversicht für eine bessere Chancenverwertung zieht der Löwen-Trainer aus der Partie gegen Kaiserslautern. "Wir haben jetzt ein Tor gemacht, hatten einen Pfostenschuss und mehrere Möglichkeiten, den Sack zuzumachen. So, wie wir jetzt wieder gegen Kaiserslautern gearbeitet haben, mit einer Schippe mehr in den Zweikämpfen, und es noch mehr erzwingen, werden wir unsere Tore schießen."

Fejsal Mulic wird die Vorgaben von seinem Chef nicht umsetzen können. Der Angreifer steht gegen Sandhausen nicht im Kader. Mittelfeldspieler Richard Neudecker ersetzt den Serben. Da Rubin Okotie und Stephan Hain verletzungsbedingt weiter fehlen, ruhen die Sturmhoffnungen somit ausschließlich auf Neuzugang Stefan Mugosa.

Zumindest bei Okotie gibt es gute Nachrichten. Laut Mediendirektor Thomas Blazek wird der Österreicher am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. "Er arbeitet mit einem Rehatrainer, mit vielen Dribblings, vielen Abschüssen. Das sieht schon wieder sehr gut aus", teilte auch Fröhling über seinen Hoffnungsträger mit. 

Neuverpflichtungen: Fröhling nimmt Abstand

Daher bemühen sich die Löwen aktuell auch nicht um mögliche Neuzugänge, wie Fröhling ausführte. "Ich habe gesagt, wenn Spieler länger ausfallen, gerade im Offensivbereich, haben wir gesagt, dass wir noch was machen. Wenn alle planmäßig zurückkommen, sieht es schon wieder ganz gut aus." Den Markt nach vertragslosen Spielern sondieren die Verantwortlichen bei 1860 dennoch. "Wir wären fahrlässig, wenn wir uns das nicht zumindest mal ankucken würden. Dazu gehört das Scouting, die Absprache mit dem Sportdirektor, das persönliche Treffen. Das sind Planungen, die fortlaufen, auch für die nächste Saison." Zunächst einmal möchte sich Fröhling auf die Integration der beiden Neuzugänge Mugosa und Michael Liendl konzentrieren.

Fröhling sucht Gespräch mit Liendl

Torsten Fröhling ist seit Februar 2015 Cheftrainer beim TSV 1860 München.

Dem Düsseldorf-Neuzugang Liendl stieß seine Verbannung aus der Startelf gegen Kaiserslautern sauer auf. Immerhin wurde der Österreicher als potenzieller Führungsspieler verpflichtet. "Ich glaube, der Klub hat mich deswegen geholt, der Rolle will ich gerecht werden. Aber das ist schwierig, wenn man im dritten Spiel schon auf der Bank sitzt", äußerste sich Liendl im Anschluss an die Kaiserslautern-Partie.

Fröhling will diesen Brandherd möglichst bald im Keim ersticken. "Ich plane, dass ich mit Michael auf der Busfahrt nach Sandhausen oder im Hotel reden werde. Michael ist alt genug, und weiß, was er macht. Ich sehe das nicht als Angriff. Wir wissen doch selber, dass er nicht zufrieden sein kann. Sonst wäre es ganz schlimm. Wir haben 24, 25 Mann im Kader – jeder will spielen. Und das ist auch gut so", führte der Löwen-Übungsleiter aus.

Schwache Löwen-Bilanz gegen Sandhausen

Gegen Sandhausen soll am 8. Spieltag endlich der erste Ligasieg der Saison eingefahren werden. Doch die vergangenen vier Aufeinandertreffen gebieten Anlass zur Sorge. In der letzten Spielzeit verloren die Löwen beide Begegnungen gegen die Sandhäuser und aus der vorletzten Saison stehen ein Remis und eine Niederlage zu Buche.

Zudem mussten bereits zwei Löwen-Trainer im Anschluss an Niederlagen gegen die Badener ihre Koffer an der Grünwalder Straße packen. 2013 wurde Alexexander Schmidt nach einem 0:2 in der Allianz Arena von seinen Aufgaben entbunden und letztes Jahr traf es Ricardo Moniz nach einem 0:1 in Sandhausen. 

Doch die Formkurve des SV Sandhausen zeigte zuletzt nach unten. Seit vier Spielen sind die Schwarz-Weißen sieglos. Niederlagen und Unentschieden wechselten sich ab. Gute Chancen also für die Löwen, ihr Punktekonto aufzubessern und die angestrebte Ausbeute von "fünf bis sechs" Zählern in der Englischen Woche zu erreichen. 

deu

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