Neuzugang im Trainingslager dabei

Warum sich Mauersberger bei den Löwen "nix erlauben" darf

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Jan Mauersberger

München - Jan Mauersberger hat bei den Löwen einen Vertrag bis 2018 unterschrieben - und erklärt, warum er sich bei 1860 nichts erlauben darf.

Der Händedruck ist sehr ordentlich, annähernd Schraubstockniveau. Wenn Jan Mauersberger (30) auch in der Innenverteidigung so kompromisslos hinlangt, dann können sich die Gegner der Löwen auf einiges gefasst machen in den restlichen 15 Spielen. „Wir wachsen zusammen im Trainingslager, arbeiten hart – und dann werden wir mit einem Heimsieg gegen Nürnberg einen guten Grundstein für die restlichen Spiele legen“, sagt der Neu-Sechziger. Ein Sprücheklopfer, dieser Zugang vom Karlsruher SC?

Nein, diesen Ruf hat Mauersberger nicht. Leute, die ihn kennen beschreiben den gebürtigen Münchner als einen, der weiß, was er will – und was er kann.

„Ich bin charakterlich gefestigt, diszipliniert, und ich bin keiner, der meint, da hinten drin ein großer Zauberer sein zu müssen“, sagt Mauersberger, der am Montag nach seiner Unterschrift unter einen (übrigens auch für die Dritte Liga gültigen) Vertrag bis 2018 mit nach Estepona flog. 

Einen Lautsprecher mit zweifelhafter Selbsteinschätzung hätte Oliver Kreuzer auch kaum verpflichtet in der Situation, in der sich die Löwen als Tabellen-17. befinden. „Jan ist der Typ Führungsspieler, den wir gesucht haben“, sagt der Sportchef, der Mauersberger 2012 bereits vom VfL Osnabrück zum KSC geholt hatte. Mit 1,93 Metern Körpergröße soll er helfen, die Schwäche der Löwen bei Defensiv-Standards zu beheben. Dazu, so Kreuzer, „ist Jan mit seinem starken linken Fuß wichtig für die Spielauslösung“. Daran haperte es bei den Löwen in der bisherigen Saison gewaltig. Auch, weil im defensiven Mittelfeld wenig Ballsicherheit vorhanden war – und ist. Schließlich suchen Kreuzer und Trainer Benno Möhlmann neben einem offensiven Außenspieler nicht umsonst auch einen technisch beschlagenen Sechser.

Bilder vom Trainingslager: Hier kommen Löwen am Hotel an

Mauersberger hinten und Sascha Mölders vorne sind mit ihrer Erfahrung und Einstellung sicher nicht die abwegigsten Winterverpflichtungen. Beide wollen sich neu beweisen, und wie Mölders kann sich auch Mauersberger nicht erklären, warum sein bisheriger Verein keinen großen Wert mehr auf seine Dienste legte. „Innerbetriebliche Störungen“ mit Trainer Markus Kauczinski vermutet Kreuzer. Mauersberger will darauf nicht näher eingehen. „Grundsätzlich“, sagt er, „hatte ich beim KSC in den dreieinhalb Jahren eine tolle Zeit.“

Wie das bei 1860 aussehen wird? An sozialen Kontakten in München wird es Mauersberger nicht mangeln. Seine Eltern wohnen in der Stadt, auch Freundin Janina, dazu eine ganze Reihe von Freunden, unter denen auch Löwen-Fans seien, wie der ehemalige Gerland-Schüler verrät. „Da kann ich mir nix erlauben.“

Die rote Vergangenheit (u. a. spielte Mauersberger bei den Bayern-Amateuren mit späteren Promis wie Schweinsteiger, Lahm, Trochowski und Guerrero) sollte ebenfalls kein Hindernis für den blauen Anhang sein. „Seit dreieinhalb Jahren trage ich jetzt blau-weiß, das geht jetzt weiter.“ Wie lange, angesichts der drohenden Insolvenz? Mauersberger lässt sich nicht bange machen: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Verein wie Sechzig nicht fallengelassen wird.“ Die Antwort kennt nur Abu Dhabi…

Die Löwen im Trainingslager: Hier den Ticker vom Montag nachlesen

lk

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