Vertrag des 1860-Geschäftsführers läuft aus / Noch keine Verhandlungen

Was wird aus Reuter?

+
Ist Stefan Reuters Zukunft blau? Im kommenden Jahr läuft sein Vertrag aus.

Da war Jörg Krause aber so richtig baff. Am Montag Vormittag im Hachinger Stadion, wo die Löwen ihren Laktattest absolvierten, kam ein Kiebitz auf den Pressesprecher des TSV 1860 zu und fragte, warum denn der Olaf Janßen nicht da sei.

Olaf Janßen – Co-Trainer in der Abstiegssaison 2003/04, der zusammen mit seinem Chef Falko Götz vor viereinhalb Jahren gefeuert worden war. Eins von vielen Opfern der rasanten personellen Fluktuation bei den Löwen in den letzten Jahren. Da sind die knapp drei Jahre, die Stefan Reuter jetzt im Amt ist, schon eine außergewöhnliche Strecke. Die aber auch in absehbarer Zeit beendet ist? Der Vertrag des Geschäftsführers läuft im Juni 2009 aus.

Die große Frage: Was wird aus Reuter?

Er selbst weiß es auch nicht. Gespräche über eine Vertragsverlängerung gab’s bisher noch nicht. „Ich bin aber selbstbewusst genug, um das ganz entspannt zu sehen“, sagt Reuter und hat Verständnis dafür, dass seine Personalie bisher vom Präsidium (das entscheidet über die Vertragsverlängerung) nicht behandelt wurde: „In so einer Phase, die wir in den letzten Wochen erlebt haben, wäre das ja auch völlig überraschend gewesen.“ Es war die Phase des sportlichen Misserfolgs, in der Reuter von den Fans sogar mehr (verbale) Prügel bezog als der Trainer, als Marco Kurz.

FSV Frankfurt - TSV 1860: Die Löwen in der Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel

FSV Frankfurt - TSV 1860: Die Löwen in der Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel © 
Tschauner: Hatte zweimal viel Glück, als er den Ball mit dem Fuß spielen musste. Ansonsten aber fehlerfrei, wenn auch wenig geprüft. Note: 3 © fishing4
Johnson: Erst mehr als solide in der Verteidigung, sein Mut, einfach mal draufzuhalten, wurde mit dem 1:0 belohnt. Und dann legte er auch noch das 2:0 auf. Note: 2 © fishing4
Ghvinianidze: Wenn er den Ball klären musste, dann tat er das kompromisslos. Hin und wieder ein bisschen Fußball wäre aber auch schön. Note: 3 © Sampics
Berhalter: Gutes Stellungsspiel, spielte seine ganze Cleverness und Routine aus. Note: 2 © fishing4
Benny Schwarz: Hätte auf der linken Seite vielleicht noch mehr nach vorne tun können und sollen. Beide den Standards etwas unglücklich. Note: 3 © fishing4
Gebhart: Sehr agil, viele gelungene Aktionen nach vorne. Und sein Treffer zum 2:0 war einfach traumhaft. Note: 2 © fishing4
Ab der 70. Minute: Kucukovic. Ohne Bewertung © fishing4
Beda: Unauffällig, hielt im defensiven Mittelfeld den Laden zusammen. Note: 3 © dpa
Lars Bender: 50. Pflichtspiel. Der 19-Jährige agierte schon sehr abgeklärt – in der Rückwärtsbewegung fehlerlos. Und dann beschenkte er sich bei seinem Jubiläumspiel auch noch mit dem Tor zum 3:0-Endstand. Note: 2 © fishing4
Sven Bender: Bissig, zweikampfstark, eroberte viele Bälle – ein gelungener Auftritt. Note: 2 © fishing4
Lauth: Lief viel, bemühte sich – aber es wollte ihm wieder kein Tor gelingen. Der nicht ganz fitte Ersatzkapitän musste dann auch früher runter. Note: 3 © Sampics
Ab der 70. Minute: Holebas. Ohne Bewertung © Sampics
Schäffler: In einigen Szenen zu eigensinnig. Wollte sein erstes Zweitliga-Tor erzwingen. Auch er musste früher raus. Note: 4 © fishing4
Ab der 70. Minute: Di Salvo. Ohne Bewertung © Sampics
Sven Bender kopfballstark. © fishing4
Chaos vor dem Löwen-Tor, doch Keeper Tschauer hielt seinen Kasten sauber. © fishing4
Timo Gebhart zeigte eine starke Leistung, nicht nur wegen seines Traumtores. © fishing4
Gebharts Schuss zum 0:2 ist für FSV-Keeper Klandt unhaltbar. © fishing4
Symbolträchtiger Jubel: Gebhart feierte seinen Treffer auch mit Trainer Marco Kurz. © fishing4
 © 
Manuel Schäffler verletzte sich leicht und musste vorsorglich ausgewechselt werden. © fishing4
Keeper Tschauner in Aktion. © fishing4
Zwillingsjubel: Lars und Sven freuen sich. © fishing4

Jetzt, nach dem 3:0-Sieg beim FSV Frankfurt konnte auch Reuter etwas durchatmen, andererseits darf so eine wichtige Entscheidung, wer in Zukunft die sportliche Verantwortung beim TSV 1860 trägt, nicht mehr allzu sehr auf die lange Bank geschoben werden.

Reuter sagt zwar, „meinetwegen passiert auch das erst im Mai oder Juni“, hält es aber natürlich auch für besser, dass man „vielleicht in der Winterpause darüber redet“.

Fakt ist auf jeden Fall: Wird Reuters Vertrag nicht bis zum 31. März gekündigt, verlängert er sich automatisch um ein weiteres Jahr. Zu den bisherigen Konditionen.

Kaum vorstellbar, dass sich das Präsidium darauf einlassen wird. Denn im Zuge der bevorstehenden Sparmaßnahmen beim TSV 1860 wird sicher auch das Gehalt des Managers ein Thema sein.

Außerdem muss Reuter drauf hoffen, dass sein sportliches Konzept, auf jungen Talente (die Bender-Zwillinge, Timo Gebhart, Schäffler usw.) zu setzen, in Zukunft endlich aufgeht. Frankfurt war schon mal ein guter Anfang. Dort schossen ein 20-Jähriger und zwei 19-Jährige die drei Tore. Aber in diesem Stil muss es weitergehen, denn Reuter weiß auch: „Platz 13 und sieben Punkte aus sieben Spielen sind nicht das, was wir uns vorgestellt haben.“

Gern hätte die tz auch erfahren, welche Gedanken der Präsident zum Thema Reuter beitragen. Das war leider nicht möglich. Rainer Beeck liegt krank im Bett. Gute Besserung.

Die elf letzten Löwen-Trainer - und was sie heute machen

01_wettberg_sampics
39 Trainer waren beim TSV 1860 seit der Bundesliga-Gründung im Amt. Wir zeigen Ihnen die letzten elf - und was aus ihnen geworden ist. Karsten Wettberg (im Amt von 21.2.1990 - 31.5.1992): Der "König von Giesing" blieb mit den Löwen 54 Spiele in Folge ungeschlagen und führte 1860 in die zweite Liga. Eine Spielzeit später wurde er entlassen, weil der Abstieg drohte. Doch er ist dem Verein treu geblieben (Foto von 2006). © sampics
02_wettberg_sampics
Im April 2009 hat er überraschend einen Trainerposten beim Bayernligisten SV Seligenporten übernommen. © sampics
03_stoehr_tzarchiv
Edmund Stöhr (1.6.1992 - 30.6.1992): Co-Trainer "Edi" Stöhr übernahm das Zepter von Wettberg - blieb aber nur einen Monat hauptverantwortlich im Amt. © tz-Archiv
04_stoehr_tzarchiv
Er arbeitete danach weiter als Trainer - bei den Stuttgarter Kickers, Austria Lustenau (Österreich), Sachsen Leipzig sowie als Assistenzcoach im Katar. Zudem war er als Scout für Hertha BSC und den VfL Wolfsburg tätig. Seit Dezember 2007 coacht Stöhr den Landesligisten Berliner SC und betreut neben der ersten Herren-Mannschaft auch den Nachwuchsbereich. © tz-Archiv
05_lorant_dpa
Werner Lorant (1.7.1992 - 17.10.2001): Bei den Löwen prägte "Werner Beinhart" (Foto von 1996) eine ganze Ära, führte 1860 von der Bayernliga ins Oberhaus. Unter Lorant schafften es die Löwen in den UEFA-Cup und durften an der Champions-League-Qualifikation teilnehmen. Die Ära Lorant endete erst nach über neun Jahren. © dpa
06_lorant_kruse
Nach Stationen in unter anderem Zypern, der Türkei, Unterhaching und beim Münchner Bezirksligisten Ata Spor war der Wandervogel zuletzt in der Slowakei. Vom Erstligisten Dunajská Streda hat er sich im April "in beiderseitigem Einvernehmen" getrennt. © Kruse
07_pacult
Peter Pacult (18.10.2001 - 12.03.2003): Der Österreicher spielte von 1993 bis 1995 bei den Löwen, assistierte nach seinem Karriereende Werner Lorant und stieg nach dessen Abschied zum Cheftrainer auf. Trotz Stars wie Martin Max oder Thomas Häßler konnte er nicht an die Erfolge der Lorant-Amtszeit anknüpfen. © dpa
08_pacult
2005 feierte er eine triumphale Rückkehr nach München: Bei der Generalprobe vor der Eröffnung erzielte Pacult das erste Tor überhaupt in der Allianz Arena. Heute trainiert er Rapid Wien, den Rekordmeister seiner Heimatnation Österreich. © dpa
09_goetz
Falko Götz (12.03.2003 - 17.04.2004): Der in Berlin aufgewachsene Ex-Fußballer startete gut in sein Traineramt, dann gerieten die Löwen jedoch in den Abstiegsstrudel. Nach einem Jahr Amtszeit wurde Falko Götz vor die Tür gesetzt. © dpa
10_goetz
Heute coacht Götz den Regionalligisten Holstein Kiel. © dpa
11_vanenburg
Gerald Vanenburg (18.04.2004 - 30.06.2004): Der Niederländer übernahm die Zügel von Falko Götz, konnte jedoch den Abstieg in die 2. Bundesliga auch nicht mehr verhindern. Nach gut zwei Monaten räumte er wieder seinen Stuhl. © dpa
12_vanenburg
Bis März 2008 coachte Vanenburg den niederländischen Zweitligisten FC Eindhoven. © dpa
13_bommer
Rudi Bommer (01.07.2004 - 05.12.2004): Der gebürtige Aschaffenburger feierte ein kurzes Intermezzo bei den Löwen: Nach nicht mal einem halben Jahr lautete die Diagnose der Löwen-Ärzte "Chronische Erfolglosigkeit" - sie wiesen ihm die Tür. © dpa
14_bommer
Nach einem rund zweieinhalbjährigen Trainer-Intermezzo beim MSV Duisburg ist Bommer seit dem 9. November 2008 auf Jobsuche. © dpa
15_maurer
Reiner Maurer (06.12.2004 - 23.01.2006): Legt man Punkte pro Spiel als Maßstab an, war Maurer sogar erfolgreicher als Lorant. Dennoch musste Maurer gehen, als Viertplatzierter in der 2. Bundesliga. © dpa
16_maurer
Heute trainiert Maurer den griechischen Zweitliga-Aufsteiger AO Kavala © dpa
17_schachner
Walter Schachner (24.01.2006 - 18.03.2007): An "Schoko" verschluckten sich die Löwen. Der renommierte Österreicher konnte nie umsetzen, was sich die Sechzger von ihm versprochen hatten. © dpa
18_schachner
Heute arbeitet Schachner wieder in seiner Heimat und trainiert den österreichischen Zweitligisten Admira Wacker. © dpa
19_kurz
Marco Kurz war bis zum 24. Februar 2009 Trainer des TSV 1860 München. © dpa
20_kurz_sampics
Ab der Saison 2009/2010 coacht Kurz den Ligakonkurrenten 1. FC Kaiserslautern. © sampics
Der zweite Löwen-Coach der Saison 2008/2009 musste bereits nach knapp drei Monaten wieder gehen: Uwe Wolf wurde am 13. Mai 2009 entlassen. © Sampics
Bitter für ihn, hatte er doch knapp eine Woche zuvor seine Katja geheiratet. Wenigstens hatte Wolf so Zeit für Flitterwochen. © Sampics

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Charity-Abend bei den Löwen: „1860 ist ja wie eine Frau, die dich dein Leben lang schlägt“
Charity-Abend bei den Löwen: „1860 ist ja wie eine Frau, die dich dein Leben lang schlägt“
TSV 1860 München gegen FC Bayern 2: Alle Infos zum Derby
TSV 1860 München gegen FC Bayern 2: Alle Infos zum Derby
1860 München: Was wird aus Gastspieler Oesterhelweg? Entscheidung über vertragslosen Profi gefallen
1860 München: Was wird aus Gastspieler Oesterhelweg? Entscheidung über vertragslosen Profi gefallen
„Meine Privatmeinung“ - Vonavka reagiert auf Wettberg-Kritik
„Meine Privatmeinung“ - Vonavka reagiert auf Wettberg-Kritik

Kommentare