Co-Kapitän im Interview

Weber bei uns zu Gast: "Löwen-Profi? Es gibt auch andere Wege"

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Felix Weber (li.) im Vorort-Interview mit unserem Mitarbeiter Simon Nutzinger.

München - Der Co-Kapitän der kleinen Löwen war bei uns zu Gast und spricht über seine Verbindung zu Freunden und Familie im Heimatdorf, das aufregende Trainingslager in Indien und seine weiteren Ziele als Fußballprofi.

Felix Weber, Co-Kapitän des TSV 1860 II, war zu Gast bei unseren Kollegen von fussball-vorort.de - hier lesen Sie das Protokoll des Video-Interviews.

Servus liebe Vorort-User! Mit Felix Weber begrüßen wir heute den Vize-Kapitän der zweiten Mannschaft der Löwen. Felix ist vor kurzem 21 Jahre alt geworden. Dazu erstmal herzlichen Glückwunsch vom Vorort-Team. Wie hast du deinen Geburtstag gefeiert oder was war los bei dir?

Weber: Ich hatte zwei Mal Training. Um 10 Uhr und um 15 Uhr. Danach bin ich mit unserem Torwart, Kai Fritz, nach Ohlstadt zur Familie gefahren. Daheim hat mein Papa dann etwas gekocht.

Ohlstadt ist dein Heimatdorf und man sieht dich nach wie vor, trotz deines sehr vollgepackten Terminkalenders, immer wieder bei Heimspielen des SV Ohlstadt am Sonntag am Fußballplatz. Wie wichtig ist für dich deine Familie und die Verbindung zu den Freunden Zuhause?

Weber: Sehr wichtig. Ich fahre immer nach Hause, sobald es möglich ist. Meine Kumpels sind dort daheim und spielen Fußball. Diejenigen, die nicht spielen, schauen alle zu. Meine Familie ist auch da. Immer, wenn ich daheim bin, bin ich eigentlich am Sportplatz.

Nichtsdestotrotz bist du jetzt wieder voll im Trainingsstress. Die Vorbereitung ist in vollem Gange. Euer Coach, Daniel Bierofka, hat den Ruf, ein ziemlich harter Hund zu sein. Spürst du schon den ersten Muskelkater?

Weber: Ja, doch! Muskelkater gehört in der Vorbereitung schon dazu. Wir haben am 11. Januar mit einem Laktattest angefangen und klar sind da ein paar Willens-Trainingseinheiten dabei, aber da muss man durch.

Bei euch steht in der Vorbereitung dieses Jahr ein echtes Highlight an. Am 31. Januar fliegt ihr für über drei Wochen nach Indien zu einem Vorbereitungsturnier. Ihr wohnt dort, soweit wir es in Erfahrung gebracht haben, in einem 5-Sterne-Hotel und habt wirklich lukrative Gegner. Gibt schlechteres, oder?

Weber: Das stimmt. Vor allem fand die Vorbereitung bisher fast nur auf Kunstrasen statt, was nicht optimal ist. Da freuen wir uns natürlich auf 30 Grad und Rasenplätze.

Warst du schon mal in Indien oder in der Gegend?

Weber: Nein, nein. Ich war mit der Bayern-Auswahl in Mosambik, in Afrika. Aber sonst noch nie außerhalb Europas.

Dann steht dir dort ja eine große Erfahrung bevor. Gibt es etwas in Indien, auf das du dich schon besonders freust? Oder lässt du alles auf dich zukommen?

Weber: Ich lasse alles auf mich zukommen. Scharf essen, sollte man vielleicht können. (lacht)

Da hast du Recht. Am 27.Februar geht es dann los. Gegen Fürth ist das oberbayerisch-fränkische Derby angesagt. Mit 27 Punkten steht ihr nach der Hinrunde auf Platz 8 und befindet euch im Niemandsland der Tabelle. Was sind eure Ziele für die restliche Saison?

Weber:  Natürlich wollen wir die Restrunde besser gestalten als die Hinrunde. Es lief nicht optimal. Jetzt wollen wir noch so viele Siege wie möglich einfahren.

Also seid ihr deiner Meinung nach bislang hinter den Erwartungen zurück geblieben?

Weber: Ja, auf jeden Fall.

Kürzlich gab es eine Meldung, die für dich bestimmt auch sehr interessant war. Emanuel Taffertshofer, eine wichtige Stütze eurer Mannschaft und ein langjähriger Weggefährte von dir, verlässt die Löwen und versucht sein Glück bei den Würzburger Kickers in der 3. Liga. Wie werdet ihr seinen Abgang als Mannschaft verkraften und was hältst du persönlich von dem Weg, den dein Kumpel jetzt einschlägt?

Weber: Manu fehlt mir persönlich schon sehr. Ich habe elf Jahre mit ihm zusammengespielt. Wir sind immer zusammen rein- und rausgefahren. Er wohnt auch bei mir auf dem Dorf. Jetzt sind wir seit drei Jahren in München, waren Zimmerkollegen. Es wird schon komisch, wenn er nicht mehr da ist. Aber er macht das schon, es ist der richtige Weg und er setzt sich in der 3. Liga auf jeden Fall durch. Ich wünsche ihm nur das Beste.

Kommen wir zu dir und deiner persönlichen Entwicklung. Du bist, wie schon angesprochen, Vize-Kapitän und absoluter Stammspieler in der Regionalliga-Mannschaft. Bei der ersten Mannschaft hat es bisher allerdings nur zu Testspieleinsätzen gereicht. Da gerät die Weiterentwicklung, wenn man das so sagen kann, vielleicht etwas ins Stocken. Woran liegt es, dass du bislang in der Ersten noch nicht so zum Zug kommst?

Weber: Ich denke, es liegt an der Gesamtsituation. Die erste Mannschaft befindet sich in einer schwierigen Situation, steht in der Tabelle unten drin. Das sind nicht die besten Voraussetzungen, um einen jungen Spieler reinzuwerfen.

Ist für dich der Weg zu den Profis nach wie vor offen? Oder machst du dir schon Gedanken darüber, falls es bei den Löwen nicht klappen sollte, dich zu verändern und woanders hin zu gehen?

Weber: Am liebsten wäre es mir natürlich, bei den Löwen Profi zu werden. Aber es gibt auch noch andere Wege.

Also bist du auch nicht darauf versteift, deinen Weg zu 100% bei den Löwen zu gehen?

Weber: Es wäre mir am liebsten.

Ist für dich ganz klar das Ziel, Profifußballer zu werden? Oder hast du schon einen Plan B?

Weber: Ganz klar. Ich bin Fußballer durch und durch. Außerdem habe ich eine Ausbildung zum Bürokaufmann abgeschlossen und somit auch eine Alternative in der Hinterhand, falls es nicht klappen sollte.

Quelle: fussball-vorort.de

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