Nach starkem Einstand beim BVB 

Weigl: Der nächste Löwe im Zirkus der Großen 

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Von München nach Dortmund: Julian Weigl wechselte im Sommer für 2,5 Millionen Euro zum BVB. 

Dortmund - Mit Julian Weigl hat ein weiterer Löwe den Sprung zu einem großen Club geschafft. Anfangs wurde der Transfer zu Borussia Dortmund belächelt - gleich im ersten Spiel strafte der Youngster seine Kritiker Lügen. 

Quizfrage: Was haben die Bender Zwillinge, Kevin Volland, Christian Träsch und Marcel Schäfer gemeinsam? Klar, sie spielen alle bei großen Vereinen in der Bundesliga. Jeder einzelne von ihnen ist auch schon für die Nationalmannschaft aufgelaufen. Was aber viele nicht wissen: Sie alle kommen ursprünglich vom TSV 1860 München - und haben dann die große, weite Fußball-Welt unsicher gemacht. 

Weigl: Der nächste Frühreife im Löwenrudel

In diesem Sommer ließen die Löwen Supertalent Julian Weigl ziehen - die Liste der verlorenen Löwen-Talente ist seitdem um ein Kapitel reicher. Dass Weigl nicht immer bei den Löwen bleiben würde, war jedem von Anfang an klar. Zu talentiert, zu führungsstark, zu intelligent spielte der Jungspund, als dass er nicht mal auf dem Zettel größerer Vereine landen würde. 

Die erste Profi-Saison als ständiges Auf und Ab 

Die Schnelligkeit, mit welcher Borussia Dortmund nach nur einer Zweitliga-Saison zuschlug, überraschte dann aber doch. Schließlich war nicht immer alles so einfach für den Nachwuchsspieler, der in der vergangenen Saison zum jüngsten Löwen-Kapitän aller Zeiten ernannt wurde. Erst kam die sogenannte "Taxi-Affäre", durch die er als Kapitän nach nur zehn Tagen und zwei Spielen wieder abgesetzt wurde. Im Verlauf der Spielzeit verlor er auch noch seinen zu Saisonbeginn erkämpften Stammplatz. Alles also nicht so einfach in der Premieren-Saison eines Spielers, der das Jahr zuvor noch Regionalliga gespielt hatte. 

Doch Weigl kam zurück und war in den entscheidenden Relegationsspielen gegen Holstein Kiel wieder eine wichtige Größe. Eine Größe, die er bei Borussia Dortmund auch werden könnte. Zumindest wenn man Weigls erste Partie als Indiz für den weiteren Saisonverlauf nimmt. 

Sensationelles Debüt im schwarz-gelbem Dress 

Der 19-Jährige fügte sich beim Bundesliga-Auftakt der Borussia gegen Mönchengladbach von Anfang an exzellent ins Spiel der Dortmunder ein und übernahm teilweise sogar das Kommando. Insgesamt spielte Weigl 84 Pässe, von denen 79 ankamen - überragend. Mit seinen 91 Ballkontakten gab Weigl ein klares Bild ab: das eines jungen Chefs. Dazu passen auch die Lobeshymnen der Kollegen. Mats Hummels spricht von einem "super Fußballer", der "ganz unaufgeregt seine Arbeit" erledige. Dabei war die Rolle, die Weigl nun in Dortmund zuteil wird, gar nicht für ihn vorgesehen. Zumindest noch nicht so früh. Michael Zorc gab sich selbst sehr überrascht von Weigls Frühreife. Eigentlich, so der Sportdirektor, sei der Ex-Löwe "als Perspektivprojekt" angedacht gewesen. 

Spielt Weigl weiter so auf, wird sich Zorc von diesem Gedanken verabschieden müssen. Schwer dürfte es ihm nicht fallen. 

Lukas Praller

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