Ex-Trainer über die Löwen und den schwächelnden Rivalen

Lorant ledert gegen Ismaik und den FC Bayern: „Was soll dieser Quatsch?“

Werner Lorant im Biergarten des Löwenstüberls am 1860-Trainingsgelände.
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Werner Lorant im Biergarten des Löwenstüberls am 1860-Trainingsgelände.

Werner Lorant spricht in einem Interview zu seinem nahenden 70. Geburtstag über seine Wünsche für den TSV 1860 und die Krise des FC Bayern - gewohnt launig und direkt.

München - Am Mittwoch kommender Woche wird eine Legende der Sechziger ein Siebziger: Werner Lorant, Trainer des TSV 1860 München von 1991 bis 2002, feiert dann seinen 70. Geburtstag. Er führte die Löwen aus der Drittklassigkeit in die Qualifikation zur Champions League. Seine aktive Karriere als Übungsleiter ist mittlerweile beendet, auch wenn er sich eine kleine Hintertür offen lässt. „Wenn ich kurz helfen soll, damit ein Verein nicht absteigt, bin ich da“, erklärte er im Interview mit der Sport Bild. „Ansonsten habe ich keine Ambitionen. Das ist vorbei.“

Dennoch verfolgt er das Fußballgeschehen natürlich noch, wenn auch nicht mehr ganz so intensiv wie früher. Angesprochen auf den TSV 1860 meint er nur, er habe „den Löwen immer gesagt: Ihr könnt das mit dem Araber (Investor Hasan Ismaik; d. Red.) nicht machen. Sich von so einem Menschen abhängig zu machen ist ein Riesen-Fehler. Vom Fußball hat er sowieso keine Ahnung.“ Sein Wunsch: „Ich hoffe, dass ich das noch mal erlebe. Aber ich glaube nicht dran.“

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Wut-PK des FC Bayern? Lorant: „Das hätten sich die Herren besser gespart“

Doch auch den FC Bayern behält Werner Lorant im Visier und spart auch bei den Roten nicht mit deutlichen Worten. Was er denn von der Wut-Pressekonferenz der FCB-Bosse gegen die Medien halten würde, wurde er gefragt: „Das hätten sich die Herren besser gespart. Oder glauben Sie, dass ein Spieler deswegen anders denkt? Als Trainer kannst du so auftreten und Feuer machen. Aber Vorstand oder Präsident? Ich weiß nicht.“

Mit Blick auf die Auftritte des FC Bayern in dieser Saison wird „Werner Beinhart“ noch drastischer: „Mit taten in dieser Saison oft die Augen weh, wenn ich sie gesehen habe. Was die bis zum Spitzenspiel beim BVB gespielt haben: kein Tempo, nix. Und dann heißt es immer von den Spielern: „Wir müssen etwas ändern.“ Nein! Nicht wir! „ICH!“ Darum geht es. Die Spieler müssen selbst an sich arbeiten. Sobald sie von „wir“ sprechen, verstecken sie sich. Aber wenn die Bayern wieder ihren Kopf einschalten, werden sie sich erholen.“

Löwen-Dompteure unter sich: Ex-Trainer Werner Lorant (l.) mit dem aktuellen 1860-Coach Daniel Bierofka.

Lorant meister mit dem FC Bayern? „Ach, das ist doch nicht schwer“

An der Qualität der Mannschaft soll es nicht liegen, wenn man Lorants Worte betrachtet. Es sei mehr eine Frage der Mannschaftsführung. „Ach, das ist doch nicht schwer“, so der bald 70-Jährige auf die Frage, ob Lorant selbst mit dem Kader des FC Bayern den Meistertitel holen könnte. „Die müssen körperlich fit sein, ein System haben – Ende! Und nicht diese Wechselei, was soll dieser Quatsch? Sechs Mann raus, sechs Mann rein? Hör doch auf! Die machen das nur, damit sie Ruhe haben und keiner aufmuckt. Wenn einer beschissen trainiert, spielt er nicht, ganz einfach. Da brauche ich keine Rotation.“

Der TSV 1860 München liegt nach 15 Spieltagen in der 3. Liga auf Rang zehn mit 19 Punkten, der FC Bayern in der Bundesliga nach elf Partien auf Rang fünf mit 20 Punkten - sieben Punkte hinter Spitzenreiter Borussia Dortmund.

fw

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