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Wie viel Rock'n'Roll steckt in den Löwen?

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Elvis Brajkovic
Der Löwen-Elvis: Brajkovic war kein Hit © imago

München - Gerhard Mayrhofers Ansage war klar: Der neue Präsident forderte mehr Rock'n'Roll für die Löwen. Die tz macht den Check - und erinnert unter anderem an den Sechzig-Elvis.

Die Ansage war klar und deutlich: „Ich will keinen Löwen-Blues. Ich will Rock’n’Roll!“ 1860-Präsident Gerhard Mayrhofer, der sich privat gern eine Dröhnung Motörhead verpasst, empfand das Image des Vereins in den vergangenen Jahren einfach als „zu dröge“ und nach „außen zu harmlos“. Jedenfalls, was das sportliche Dasein und Wirken anbetrifft. All das, was sich größtenteils seit dem Abstieg im Jahr 2004 abgespielt hat, erinnerte schließlich eher an einen lätscherten Landler. Trotzdem. Wir sind der Frage mal nachgegangen: Wie viel Rock’n Roll steckt eigentlich im TSV 1860? Und siehe da: Mehr als Mayrhofer vielleicht annimmt.

Denn, sogar Elvis war schon mal da. Nachname Brajkovic. Und aus Rijeka statt aus Memphis. Hitverdächtig waren die Auftritte des kroatischen Abwehrspielers allerdings bei den Löwen nicht. Nach nur 18 Bundesligaeinsätzen in eineinhalb Jahren hieß es für Elvis im Sommer 1996: Return to sender.

Und was wäre der Rock’n’ Roll ohne Sex and Drugs? Auch damit kann der TSV 1860 dienen. Zu Beginn des Jahres 2000 wurde publik, dass der damalige Manager Edgar Geenen ein Verhältnis mit der Gattin des Superstars, Angela Häßler, hatte. Geenen wurde auf Drängen der Mannschaft gefeuert, Thomas Häßler trennte sich von seiner Frau und die Klatschreporterinnen von Bunte, Gala usw. kehrten der Grünwalder Straße nach einigen Wochen wieder den Rücken.

Bleiben noch die Drugs. Im Herbst 2008 musste sich Publikumsliebling Berkant Göktan auf Drängen des Vereins einem Drogentest unterziehen. Positiv der Befund, negativ die Auswirkungen auf Göktans Karriere. Er musste gehen, seine Laufbahn als Profi erstickte im Schnee.

Am Alkohol zugrunde ging Rudi Brunnenmeier. Der beste Torjäger der Löwen-Geschichte kam nicht damit zurecht, dass nach der Karriere der Ruhm verblasste und teilte damit das Schicksal vieler Rockstars.

Der Noel Gallagher der Löwen hieß Manfred Stoffers. Ein Großsprecher wie der Oasis-Frontmann. Mit legendären und bisweilen beleidigenden Vorworten im Stadion-Magazin. Den LR Ahlen empfing er mal folgendermaßen: „Sicher sind Ihnen schlagartig mindestens zwei Kotzbrocken-Vereine eingefallen. Innerlich haben Sie sich schon die Hasskappe übergestülpt, ohne eigentlich genau zu wissen warum? Mir geht es übrigens genauso. Diese Feindschaften pflegen wir sorgsam, wenn nicht gar liebevoll. Wir sind dankbar für jedes Ereignis, das uns in der Abneigung gegen diese Vereine bestätigt.“

Die besten Stoffers-Sprüche

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Einen auf Pete Townshend machte Karsten Wettberg beim Aufstieg 1991 während des Spiels gegen Neunkirchen. Wie die „The Who“-Legende die Gitarren, zertrümmerte der Löwen-Trainer vor lauter Freude seinen Regenschirm. Als er später von den begeisterten Fans bis auf die Unterhose ausgezogen wurde, erinnerte das Design der Textilie allerdings nur wenig an die Welt des Rock’n Roll.

Wären noch die Abschiedstourneen à la Rolling Stones. So wie Mick Jagger & Co. seit über 20 Jahren vor jeder Tour ankündigen, es sei ihre letzte, handhaben es die Löwen seit neun Jahren in der 2. Liga. Aber auch sie machen immer weiter…

Und zu guter Letzt: der Angriff auf die Beatles und die Stones: Den unternahm Torhüterlegende Petar Radenkovic im Jahr 1965. Mit seinem Hit Bin i Radi bin i König. Eine Polka zwar, „aber“, so Radenkovic voller Stolz, „zeitweise lag ich in der Hitparade vor den Beatles und den Stones.“

Da war Mayrhofer leider erst drei Jahre alt...

tz

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