Beer vor Heidenheim-Spiel skeptisch

1860-Serie? "Daran glaube ich eher nicht"

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Eine Szene aus dem Hinspiel in Heidenheim: Die Löwen mussten in roten Stutzen antreten.

München - Das Jahr 2015 begann mit einer Pleite gegen den 1. FC Heidenheim - und damit soll und darf es nicht enden für den TSV 1860! Es müssen dringend Punkte her.

Es war ein gruseliges Jahr 2015 für den TSV 1860. Im Sommer nur haarscharf am Sturz in die Dritte Liga vorbeigeschrammt, und jetzt, vor dem letzten Heimspiel des Jahres, befindet man sich auf Abstiegsplatz 17. Begonnen hatte alles im Februar mit einer Heim-Niederlage (1:2) gegen den FC Heidenheim und kurioserweise finden die diesjährigen Auftritte in der Arena am Freitag Abend gegen den gleichen Gegner ihr Ende (wir berichten im Live-Ticker). Heidenheim als Klammer des Schreckens sozusagen.

Und nach der demoralisierenden 0:1-Heimniederlage vor einer Woche gegen den FSV Frankfurt eine Aufgabe, die höchste Ansprüche an das Nervenkostüm und Selbstvertrauen der Kicker in Blau stellt. „Dieses Spiel musst du gewinnen“, sagt Löwenlegende Erich Beer, „aber eigentlich ist es ja fast schon zu wenig. Denn auch gegen Frankfurt hättest du unbedingt die drei Punkte holen müssen. Spiele gegen diese Gegner sind die Chancen, die du in dieser prekären Situation einfach nutzen musst. Die wirst du nicht mehr permanent kriegen.“ Deshalb ist Beer auch skeptisch, dass es den Löwen in der Rückrunde gelingen wird, eine Serie hinzulegen, die sie aus dem größten Schlamassel erst mal befreien würde. „Daran glaube ich eher nicht“, sagt der ehemalige Nationalspieler, „in der Vorrunde habe ich von 1860 nur vier Spiele gesehen, mit denen man einverstanden sein konnte: gegen Freiburg, in Nürnberg, gegen St. Pauli und in Paderborn. Mehr war da nicht.“

Benno Möhlmann muss allein schon auf Grund seiner Profession optimistischer an die Sache rangehen. Obwohl auch ihm die niederschmetternde Darbietung gegen Frankfurt noch in den Knochen steckt. Und als Trainer muss er nach Erklärungen suchen. Eine lautet: „Dass wir auf Grund der vielen Ausfälle eine Mannschaft auf den Platz schicken mussten, die in dieser Zusammensetzung vielleicht doch nicht die nötige Qualität besaß.“ Das sieht am Freitagabend wieder anders aus. Gary Kagelmacher, Marius Wolf und Richard Neudecker stehen nach Verletzung, Erkrankung bzw. Sperre wieder zur Verfügung. „Einfacher als gegen Frankfurt wird es deswegen aber nicht“, warnt Möhlmann, „da muss unser Offensivspiel schon viel besser werden, da gehören Aktionen her, mit denen wir auch die Zuschauer mitnehmen.“

Dass die bei einigen Spielern nach wie vor bestehende Wut über den Rote-Stutzen-Skandal aus dem Hinspiel hilfreich sein könnte, glaubt der Löwencoach nicht: „Die Spieler sollen sich nicht mit solchen Dingen ablenken. Was bringt denn das?“

Aber selbst wenn seine Mannschaft gegen Heidenheim einen Dreier holen sollte und zum Abschluss in Freiburg vielleicht noch was mitnimmt, „werden wir kein ruhiges Weihnachtsfest haben“, sagt Möhlmann. „Von der sportlichen Bilanz wird man das nicht mehr abhängig machen können.“ Vielleicht sieht es ja an Ostern wieder besser aus…

cm

 

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