Stimmung, Personal, Taktik

Die wichtigsten Fragen zum Wiesn-Derby: Schromm zieht den Hut vor Bierofka

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Genießt den Respekt von Gegner-Coach Claus Schromm: Daniel Bierofka.

Das Wiesn-Derby steht an: Haching empfängt den TSV 1860. Wir liefern den Überblick über die wichtigsten Fragen vor dem großen Stadt-Showdown in der 3. Liga.

Wie ist die Lage und Stimmung?

1860: Nach dem 1:2 gegen Wehen beträgt der Abstand zur Abstiegszone nur noch drei Zähler. Wie schon beim 2:2 in Rostock brachte sich 1860 mit Defensiv-Aussetzern selbst um den Lohn, der Unterstützung durch die Fans können sich die Sechziger trotzdem sicher sein. Gut die Hälfte der 14 200 Zuschauer im Sportpark hat ein blaues Herz. Bierofka warnt sein Team vorm Überdrehen: „Wir sind Derbys gewohnt. Wir dürfen nicht denken, dass wir nach Haching fahren und alles zerstören.“

Haching: Haching grüßt mit 15 Punkten von Platz zwei der Tabelle, allerdings waren die jüngsten drei Spiele nicht überzeugend. Im Totopokal musste in Burghausen das Elfmeterschießen herhalten, anschließend gab’s ein 0:1 gegen Würzburg und ein 3:3 in Meppen, das nach völlig verpennter erster Halbzeit als insgesamt glücklich angesehen werden kann. Trainer Claus Schromm freut sich aufs Derby: „Jetzt kann endlich der Mittwoch kommen, und dann ist auch hoffentlich irgendwann Donnerstag.“ 

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Wer ist fit, wer wird ausfallen?

1860: Bis auf die Langzeit-Ausfälle Bonmann, Berzel, Koussou, Helmbrecht und Ziereis kann Trainer Bierofka auf alle Spieler zurückgreifen – gut möglich, dass der zuletzt nur eingewechselte Stefan Lex rechts vorne beginnen darf. Auch im Sturm bahnen sich Veränderungen an. Ob der gegen Wehen Wiesbaden als einziger Feldspieler überzeugende Sascha Mölders heute mit Adriano Grimaldi eine Doppelspitze bilden wird? „Das ist nicht ausgeschlossen“, sagte der Coach gestern mit Pokerface.

Ein Foto von einem Testspiel von 1860 gegen Unterhaching im Februar 2015.

Haching: Der von Nackenproblemen gehandicapte und in Meppen noch geschonte Lucas Hufnagel wird heute Abend spielen können, ein Fragezeichen steht hinter Präsidentensohn Markus Schwabl. Den Rechtsverteidiger plagen Muskelprobleme im Oberschenkel, wahrscheinlich wird Kapitän Seppi Welzmüller in der Startelf stehen. Für Jim-Patrick Müller kommt das Derby zu früh. Der Offensivmann ist nach seinem Muskelbündelriss im Oberschenkel noch nicht wieder voll belastbar.

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Mit welchem Plan gehen die Teams ins Derby?

1860: Von den bisherigen 16 Saisontoren resultierten zehn aus Standardsituationen, spielerisch ist beim Aufsteiger noch reichlich Luft nach oben. Im Derby wird ­Bierofka den Fokus vor allem auf eine stabile Defensive legen: „Wir müssen besser verteidigen als gegen Wehen“, sagte der Trainer nach eingehender Nachbetrachtung der jüngsten Heimniederlage. Auch die Worte des Kollegen Schromm wollte Bierofka nicht unkommentiert lassen: „Klar waren es schwere Zeiten. Ich muss hier auch jeden Tag kämpfen. Dass Sechzig kein einfacher Verein ist, weiß jeder. Ich muss schauen, dass ich jeden Tag das Maximale raushole, das ist eine Mammutaufgabe.“ Was er bisher als Trainer der Profis erreicht hat, darauf ist ­Bierofka stolz: „Wir haben das Image gedreht, sind nicht mehr der Chaosverein. Das Jahr in der Regionalliga und die Aufstiegsfeier haben uns viele Sympathien gebracht. Wir haben jetzt wieder eine Mannschaft, mit der man sich identifizieren kann.“ Auch heute Abend?

Haching: Haching setzt auf spielerische Lösungen, gegen die poröse 1860-Deckung kein schlechter Ansatz – falls der Einsatz stimmt. Schromms Ansage: „Wir müssen Überzeugung in die eigenen Stärken haben, sonst werden wir im Derby nichts holen.“ Auch über 1860, wo er von 2003 bis 2009 im Jugendbereich trainierte, äußerte sich Schromm: „Wenn man gesehen hat, was da abgegangen ist und hinter die Kulissen schauen darf oder auch muss, dann wird’s schwierig, von so einem Verein Fan zu sein. Umso mehr ziehe ich vor Daniel Bierofka den Hut, dass er es durchzieht.“

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