Wildmoser: „Lorant wollte unser Comeback“

Werner Lorant (l.) und Karl-Heinz Wildmoser waren eine Zeit lang verstritten
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Werner Lorant (l.) und Karl-Heinz Wildmoser waren eine Zeit lang verstritten

München - Nach acht Jahren treten Karl-Heinz Wildmoser und Werner Lorant wieder gemeinsam auf - im Blickpunkt Sport am Montag. Wildmoser verrät schon jetzt, was es zu erzählen gibt.

Acht Jahre schon sind die beiden nicht mehr gemeinsam aufgetreten. Und schon gar nicht in einem Fernsehstudio. Karl-Heinz Wildmoser und Werner Lorant, das einstige Erfolgsduo, das den TSV 1860 Anfang der neunziger aus den Niederungen der Bayernliga wieder in nicht für möglich gehaltene Höhen geführt hat: Durchmarsch von der 3. in die erste Liga, Uefacup, Champions-League-Qualifikation,

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zudem stellten die Löwen mit Martin Max zweimal den Torschützenkönig der Bundesliga und gewannen in einer Saison beide Lokalderbys gegen den FC Bayern.

Am Montag werden sich Ex-Präsident Wildmoser (70) und Ex-Trainer Lorant (60) erstmals seit langem wieder öffentlich an diese aufregenden Zeiten erinnern. Als Gäste der Jubiläumsgala von „Blickpunkt Sport“ (1500. Sendung), ab 20.15 Uhr live im Bayerischen Fernsehen.

Tour durch das Grünwalder Stadion

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Und Wildmoser wird sicherlich erzählen, was er jetzt der tz verraten hat: „Der Werner hat mich dieser Tage mal angerufen und gefragt, was ich davon halten würde, wenn wir wieder zusammen bei 1860 was machen würden.“ Für Wildmoser kein Thema mehr: „Ich habe ihm geantwortet, dass ich nicht mehr mag. Wenn ich wieder antreten würde, dann käme doch sofort die Grünwalder-Initiative und würde laut schreien: ‚Wildmoser raus!’ Das brauch’ ich nicht mehr.“

Lorant bedauert Wildmosers Desinteresse. „Wenn der Mann noch Lust, Begeisterung und Elan hätte, das wär’s“, sagt der frühere Löwen-Coach. „Dann müsste der Verein ihn sofort wieder holen.“ Vor acht Jahren hätte kein Mensch geglaubt, dass überhaupt jemals die Idee aufkommen würde, dass die beiden nochmal miteinander zu tun bekommen könnten. Nach Lorants überraschender Entlassung am 18. Oktober 2001 (über neun Jahre war er als Trainer im Amt gewesen) konnten sich die beiden ungefähr so gut riechen, wie derzeit der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und der Rest der CSU.

Lorants Ärger hat sich gelegt

„Klar war ich am Anfang richtig sauer auf den Präsidenten“, sagt Lorant, „aber das hat sich dann bald gelegt. Wir beide hatten doch bei 1860 eine wunderbare Zeit. Und als wir uns ein paar Jahre später wieder mal getroffen haben, hat Wildmoser meine Entlassung sogar bedauert. Es war ja auch etwas ganz Großes, was wir bei den Löwen geschaffen haben. Mehr kann man doch eigentlich nicht zustandebringen, oder?“

Da will ihm Wildmoser natürlich nicht widersprechen, aber er fügt auch sofort hinzu: „Nervig war’s schon mit dem Werner. Er war ein sehr anstrengender Mensch, der mir schon auch ein paar Saubere reingewürgt hat. Und ich war der Depp, der immer nachgegeben hat. Aber ich habe natürlich nie bereut, dass ich ihn zu 1860 geholt habe.“

Einig sind sich die beiden auch darüber, dass nur noch ratloses Kopfschütteln angesagt ist, wenn sie zur jetzigen Situation des TSV 1860 Stellung beziehen sollen. Lorant will sich aber nicht mehr, so wie in der Vergangenheit öfters, negativ äußern („Das bringt keinem was“). Nur so viel sagt er: „Das Entscheidende ist der Charakter der Spieler. In dieser Liga brauchst du Siegertypen, Leute, die für dich durchs Feuer gehen. Sonst hast du keine Chance.“

Löwen intern - hinter den Kulissen des TSV 1860

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Und Wildmoser, der die Auftritte der Löwen nach wie vor regelmäßig live am Fernsehen verfolgt, urteilt über seinen ehemaligen Verein: „Es ist nur noch erschreckend. Der Miki Stevic tut mir richtig leid.“

Dass am Montag sicherlich auch das Thema „Allianz Arena“ zur Sprache kommt – Wildmoser hat nichts dagegen: „Von mir aus gern. Wissen Sie, was mir so richtig gut getan hat? Als im Frühjahr beim Salvatoranstich auf dem Nockherberg der Michael Lerchenberg als Bruder Barnabas dem FC Bayern in Sachen Arena so richtig einen mitgegeben hat. Nämlich, dass die Bayern ohne den TSV 1860 immer noch in der Betonschüssel auf dem Olympiagelände spielen würden. Der Uli Hoeneß saß nicht weit von mir entfernt und hat einen richtig roten Kopf gekriegt, Für mich war das ein seelisches Fußbad. Leider habe ich mich beim Lerchenberg bisher immer noch nicht persönlich bedanken können.“

Claudius Mayer

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