"Wir erwarten klare Antworten von Reuter"

+
Nicht unumstritten: Mit Geschäftsführer Stefan Reuter erreichte 1860 die Endplatzierungen 13 (Saison 2005/06), 8 (2006/07) und 11 (2007/08).

Sechs Jahre als Spieler, zweieinhalb Jahre als Trainer – Marco Kurz kennt seine Löwen aus dem Effeff.

Und der Coach weiß, wie es sich verhält mit Sport und Politik in diesem leicht entflammbaren Verein. „Klarer Fall“, sagt er, „wir können die Art und Weise der Debatten mit positiven Ergebnissen auf dem Platz schon steuern.“

Kein Wunder also, dass sich die aktuellen Diskussionen weniger um Fußball drehen, sondern mehr um das (kaum vorhandene) Geld. „Bei den Zuschauern und in der Tabelle läuft es bislang nicht so gut“, sagt Vizepräsident Franz Maget, „damit erhöht sich automatisch das Thema Finanzen.“

Die entscheidenden Fragen hierbei: Wie wollen es die Löwen schaffen, ihr strukturelles Defizit, „die permanente Unterdeckung in der Jahresplanung“ (Maget) loszuwerden? Wie groß ist das Einsparpotenzial wirklich? Und wie soll bei all diesen Problemen das Ziel eines baldigen Aufstiegs realisiert werden?

Am Samstag bei der Delegiertenversammlung auf dem Münchner Nockherberg wird alles aufs Tapet kommen. Und speziell für Geschäftsführer Stefan Reuter dürfte es ein ziemlich ungemütlicher Nachmittag werden. Seine Aussagen im tz-Interview vom Montag , dass das Einsparpotenzial bei 1860 sehr begrenzt sei, sind bei der Basis nicht gut angekommen.

„Die Sanierung wird nicht entschlossen angegangen, sportlich kommt der Verein keinen Schritt vorwärts. Und alles, was zu hören ist, sind Durchhalteparolen Marke Geduld, werd scho wern“, sagt Hans Vonavka, der Sprecher der Fanvereinigung Pro1860. Seine Ankündigung: „Herr Reuter wird sich am Samstag einige Fragen stellen lassen müssen. Wir sind gespannt auf die Qualität der Antworten. Und ich glaube, damit spreche ich nicht nur im Namen von Pro1860, sondern im Namen aller Fans, die sich für die Zukunft unseres Vereins interessieren.“

Zwei Punkte brennen Vonavka besonders unter den Nägeln. Erstens: die kostspieligen, aber wenig effektiven Späharbeiten von Chefscout Stefan Schwarz, dessen Beschäftigung rund 250 000 Euro pro Jahr verschlingen soll. Vonavka: „Für Bierofka, Lauth und Schroth brauche ich keinen Scout, die kennt jeder. Ich verstehe nicht, warum Reuter in Nibelungentreue zu Schwarz hält.“

Und zweitens: Die Unstimmigkeiten in Sachen Sparmöglichkeiten. Vonavkas Vorschlag, den er auch auf der Delegiertenversammlung vorbringen will: „Man sollte einen Unternehmensberater auf die Zahlen schauen lassen. Dann hätte man ein objektives Ergebnis, was wo geht.“

Für Aufregung sorgte am Freitag die lancierte Sparliste von Vizepräsident Michael Hasenstab, wonach 1860 seine Kosten um 2,5 Millionen Euro senken könne. Aufklärung kommt nun von Franz Maget. Der SPD-Landtagschef verteidigt seinen Präsidiumskollegen: „Hasenstab hat richtigerweise eine Liste aufgestellt. Das Problem war, dass diese an die Öffentlichkeit kam, bevor eine Bewertung der einzelnen Posten stattfinden konnte. Dadurch ist leider ein völlig falscher Eindruck entstanden.“

Ein Eindruck, der für Unruhe sorgte. Trotzdem erwartet Maget keine allzu heiße Versammlung am Samstag: „Sachlich“ werde es zugehen, „aber mit Herz“. So wie man’s halt kennt von den Löwen…

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Jahrhundertspiel TSV 1860 - FC Pipinsried wird neu aufgelegt
Jahrhundertspiel TSV 1860 - FC Pipinsried wird neu aufgelegt
Wiederanpfiff nach Corona: Löwen müssen zum Neustart auf Berzel verzichten
Wiederanpfiff nach Corona: Löwen müssen zum Neustart auf Berzel verzichten
DFB-Bundestag im News-Ticker: „Keine Tricks mehr!“ - Entscheidung über Corona-Saison der 3. Liga gefallen
DFB-Bundestag im News-Ticker: „Keine Tricks mehr!“ - Entscheidung über Corona-Saison der 3. Liga gefallen
3. Liga startet! Abfuhr für die Schlussmacher
3. Liga startet! Abfuhr für die Schlussmacher

Kommentare