Meisterlöwe feiert seinen 75.

Heiß: „Wir hätten auch umsonst gespielt“

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Mit 30 Jahren beendete Fredi Heiß seine Karriere. Als einer der wenigen, die mit den Löwen Meister wurden.

München – Der Meisterlöwe Fredi Heiß feiert an diesem Samstag seinen 75. Geburtstag – Sein erstes Fußballergehalt: 80 Mark

Seine große Zeit war in den 60er-Jahren, bei den Heimspielen des TSV 1860 hat Fredi Heiß aber bis heute einen hochverdienten Stammplatz: Am Tisch der Meisterlöwen. Rechtsaußen ist er gewesen, ein dynamischer, torgefährlicher Dribbler, der an den größten Erfolgen der Vereinsgeschichte tatkräftig mitwirkte: Süddeutsche Meisterschaft 1963, Pokalsieg 1964, Europacup-Finale 1965 (0:2 gegen West Ham), Deutsche Meisterschaft 1966. An diesem Samstag wird der Wirbelwind von einst 75 Jahre alt. Rückblickend auf die goldene Ära der Löwen meint er: „Eine schönere Zeit gab es nicht.“

Dabei steckte der Profifuball damals noch in den Anfängen; der hochbegabte Heiß, von Helmut Schön 1958 in die Jugendnationalelf berufen, erhielt mit 18 seinen ersten Vertrag, die Dotierung war kärglich: 80 Mark im Monat, 40 Mark Prämien für einen Auswärtssieg, 20 Mark für einen Heimsieg. Das erste Bundesligasalär anno 1963 betrug 1200 Mark. Heiß meint jedoch: „Wir hätten auch umsonst gespielt.“

Basis dieser Spielfreude, so Heiß, war „eine verschworene Gemeinschaft“. Mehr als die Hälfte der Mannschaft setzte sich aus Münchnern zusammen, zum Zuge seien nur Spieler gekommen, „die sich für die anderen zerrissen haben“. Die Zeichen standen dabei auf totaler Offensive: „Wir haben mit fünf Stürmern gespielt. Es gab viel mehr Torraumszenen als heute. Für die Zuschauer war das interessanter.“ Heutzutage dominierten dagegen die Defensivsysteme. „Da musst du schon so exzellente Spieler haben wie der FC Bayern mit Robben, Ribery, Costa, um auf engstem Raum durchzukommen.“ Heiß war früher auch einer, der das konnte. Acht Mal stürmte der gebürtige Münchner für die Nationalelf, in seinen 169 Bundesligaspielen erzielte er 40 Tore.

Heiß beendete seine Karriere schon mit 30 Jahren, widmete sich seinem Fuhrunternehmen. Ein Sechziger ist er aber immer geblieben. Und nach dürren Jahren sagt Heiß nun: „Ich habe wieder Hoffnung.“ Mit Trainer Benno Möhlmann und Sportchef Oliver Kreuzer hätten endlich zwei erfahrene Fußballer das Sagen. Heiß: „Mein Geburtstagswunsch ist, dass wir wieder eine Freude an den Löwen haben.“

Armin Gibis

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