Schneider über Verhältnis zu Poschner

"Wir müssen zusammenarbeiten, aber wir sind Profis"

Bodenmais - Geht es weiter mit Gerhard Poschner? Darf er die Kader-Zusammenstellung beim TSV 1860 vorantreiben? Das waren die großen Fragen an Interimspräsident Sigi Schneider und seinem Vize Karl-Christian Bay.

Geht’s weiter mit Gerhard Poschner? Darf der Sport-Geschäftsführer die Kader-Zusammenstellung beim TSV 1860 vorantreiben? Das waren die großen Fragen vor der Pressekonferenz, die Interimspräsident Sigi Schneider und sein Vize Karl-Christian Bay am Freitag im Trainingslager in Bodenmais gaben. Die Antworten ließen sich nach einer dreiviertel Stunde mit einem kleinen „Ja“ zusammenfassen. Und einem großen „Aber“.

Ja, Poschner darf einstweilen weitermachen. „Wir müssen derzeit zusammenarbeiten und sind Profis genug, dass wir wissen wie wir miteinander umzugehen haben“, sagte Schneider auf tz-Nachfrage. „Es gibt nur einen Maßstab, das ist die Mannschaft.“ Der Ball liege nun bei Poschner. „Er hat einen Vertrag und muss jetzt schauen, dass er den Kader vollständig macht. In zwei Wochen muss er stehen. Ich hoffe, dass es heuer – auch wenn es unruhiger ist – schneller geht als letztes Jahr. Ich sehe, dass die Arbeit vielleicht etwas schwieriger ist, aber ich gehe davon aus, dass die Kaderplanung nicht erst am Montag begonnen hat.“

Ja, an den nötigen Zustimmungen sollte es nicht scheitern. „Poschner hat uns am Mittwoch eine Liste mit Spielernamen vorgelegt“, sagte Schneider. „Grundsätzlich finden wir die Überlegungen okay. Es sind tolle Namen dabei. Ich habe Poschner gebeten, dass er uns zeitnah den Stand im Einkauf und Verkauf mitteilen soll. Dann werden wir innerhalb von Stunden das Ja oder Nein geben.“

Sigi Schneider und Karl-Christian Bay bei der Pressekonferenz.

Und damit zum großen Aber. Denn ein Vertrauensbekenntnis zu Poschner war die Veranstaltung beileibe nicht. „Ich mache keinen Hehl draus, wenn ich Zitate höre, er dürfe nur eine Büroklammer kaufen. Das ist nicht der Stil, mit dem man so eine Situation meistern kann“, sagte Schneider, der darüber noch am Freitag das Gespräch mit Poschner suchen wollte. Ob er dem Sport-Geschäftsführer auch die Motivation hinter dem Beraterstab Wettberg/Miller/Grosser erklärt hat, den Poschner als Affront empfinden muss? Schneider: „Jeder hat doch gesehen, dass die letzte Saison nicht gut war. Da kann man doch nicht erwarten, dass ich mich auf den Weg mache, jemanden zu suchen, der sie gut gefunden hat. Ich schätze die drei Berater, die mir zugesagt haben, sehr. Da kann ich zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen. Dem Präsidenten steht frei, wen er fragt, da muss Poschner Profi genug sein.“

Ein „Aber“ in Sachen Poschner sind auch die wieder aufgenommenen Gespräche mit Hasan Ismaik. „Wir sind jetzt in einem sehr konstruktiven Dialog, der bewusst offen gehalten werden muss, weil wir die Intention unseres Mitgesellschafters noch gar nicht kennen“, sagte Bay. Auf die Nachfrage, ob das nicht auch die Aufgabe von Statthalter (und Poschner-Intimus) Noor Basha wäre, meinte Bay: „Es wäre nicht sinnvoll, jetzt ein eskalierendes Momentum reinzubringen.“

Ein eskalierendes Momentum wäre wohl auch die Entlassung Poschners an Ismaik vorbei. Bay bestätigte eine Drohkulisse aus Abu Dhabi indirekt, indem er sagte: „Es gibt Rechte, die man hat und es gibt Zwänge, denen man unterliegt. Ich bin ganz sicher, das die Lösung der derzeitgen Situation darin liegt, dass wir mit unserem Gesellschafter arbeiten und nicht gegen ihn.“

Wie Poschner mit den „Neuigkeiten“ umgeht, wird sich zeigen. So klar wie von ihm erhofft, waren die Worte des Interims-Präsidiums nicht. Ein Rückzug kann nicht ausgeschlossen werden. Bay dazu: „Wir wären gesprächsbereit, wenn Herr Poschner mit einem Angebot auf uns zukommt. Derzeit sehen wir uns nicht in der Notwendigkeit. Stand heute kann man das so stehenlassen, dass wir mit Gerhard Poschner weitermachen.“

lk

Rubriklistenbild: © MIS

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