Wird es wieder ein Nullvember?

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Bonjour Tristesse: November-Stimmung bei den Löwen

Der Monat der Tristesse. Allerheiligen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag, Totensonntag – und dann noch jene Tage, an denen die Löwen spielen.

Nach dem „goldenen Oktober“ (vier Siege) sieht es wieder ganz danach aus, als sollte der vorletzte Monat im Jahr für die Blauen erneut zum Nullvember werden.

Kein Tor in Lautern (0:0), keines gegen Oberhausen (0:1) – die Löwen bieten wie im Vorjahr im November ganz dünne Kost. Damals gab es dreimal ein 0:0, dazu noch ein Unentschieden in Freiburg (2:2) – ohne einen einzigen Sieg verabschiedete man sich in den Dezember.

Die elf letzten Löwen-Trainer - und was sie heute machen

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39 Trainer waren beim TSV 1860 seit der Bundesliga-Gründung im Amt. Wir zeigen Ihnen die letzten elf - und was aus ihnen geworden ist. Karsten Wettberg (im Amt von 21.2.1990 - 31.5.1992): Der "König von Giesing" blieb mit den Löwen 54 Spiele in Folge ungeschlagen und führte 1860 in die zweite Liga. Eine Spielzeit später wurde er entlassen, weil der Abstieg drohte. Doch er ist dem Verein treu geblieben (Foto von 2006). © sampics
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Im April 2009 hat er überraschend einen Trainerposten beim Bayernligisten SV Seligenporten übernommen. © sampics
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Edmund Stöhr (1.6.1992 - 30.6.1992): Co-Trainer "Edi" Stöhr übernahm das Zepter von Wettberg - blieb aber nur einen Monat hauptverantwortlich im Amt. © tz-Archiv
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Er arbeitete danach weiter als Trainer - bei den Stuttgarter Kickers, Austria Lustenau (Österreich), Sachsen Leipzig sowie als Assistenzcoach im Katar. Zudem war er als Scout für Hertha BSC und den VfL Wolfsburg tätig. Seit Dezember 2007 coacht Stöhr den Landesligisten Berliner SC und betreut neben der ersten Herren-Mannschaft auch den Nachwuchsbereich. © tz-Archiv
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Werner Lorant (1.7.1992 - 17.10.2001): Bei den Löwen prägte "Werner Beinhart" (Foto von 1996) eine ganze Ära, führte 1860 von der Bayernliga ins Oberhaus. Unter Lorant schafften es die Löwen in den UEFA-Cup und durften an der Champions-League-Qualifikation teilnehmen. Die Ära Lorant endete erst nach über neun Jahren. © dpa
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Nach Stationen in unter anderem Zypern, der Türkei, Unterhaching und beim Münchner Bezirksligisten Ata Spor war der Wandervogel zuletzt in der Slowakei. Vom Erstligisten Dunajská Streda hat er sich im April "in beiderseitigem Einvernehmen" getrennt. © Kruse
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Peter Pacult (18.10.2001 - 12.03.2003): Der Österreicher spielte von 1993 bis 1995 bei den Löwen, assistierte nach seinem Karriereende Werner Lorant und stieg nach dessen Abschied zum Cheftrainer auf. Trotz Stars wie Martin Max oder Thomas Häßler konnte er nicht an die Erfolge der Lorant-Amtszeit anknüpfen. © dpa
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2005 feierte er eine triumphale Rückkehr nach München: Bei der Generalprobe vor der Eröffnung erzielte Pacult das erste Tor überhaupt in der Allianz Arena. Heute trainiert er Rapid Wien, den Rekordmeister seiner Heimatnation Österreich. © dpa
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Falko Götz (12.03.2003 - 17.04.2004): Der in Berlin aufgewachsene Ex-Fußballer startete gut in sein Traineramt, dann gerieten die Löwen jedoch in den Abstiegsstrudel. Nach einem Jahr Amtszeit wurde Falko Götz vor die Tür gesetzt. © dpa
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Heute coacht Götz den Regionalligisten Holstein Kiel. © dpa
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Gerald Vanenburg (18.04.2004 - 30.06.2004): Der Niederländer übernahm die Zügel von Falko Götz, konnte jedoch den Abstieg in die 2. Bundesliga auch nicht mehr verhindern. Nach gut zwei Monaten räumte er wieder seinen Stuhl. © dpa
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Bis März 2008 coachte Vanenburg den niederländischen Zweitligisten FC Eindhoven. © dpa
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Rudi Bommer (01.07.2004 - 05.12.2004): Der gebürtige Aschaffenburger feierte ein kurzes Intermezzo bei den Löwen: Nach nicht mal einem halben Jahr lautete die Diagnose der Löwen-Ärzte "Chronische Erfolglosigkeit" - sie wiesen ihm die Tür. © dpa
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Nach einem rund zweieinhalbjährigen Trainer-Intermezzo beim MSV Duisburg ist Bommer seit dem 9. November 2008 auf Jobsuche. © dpa
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Reiner Maurer (06.12.2004 - 23.01.2006): Legt man Punkte pro Spiel als Maßstab an, war Maurer sogar erfolgreicher als Lorant. Dennoch musste Maurer gehen, als Viertplatzierter in der 2. Bundesliga. © dpa
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Heute trainiert Maurer den griechischen Zweitliga-Aufsteiger AO Kavala © dpa
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Walter Schachner (24.01.2006 - 18.03.2007): An "Schoko" verschluckten sich die Löwen. Der renommierte Österreicher konnte nie umsetzen, was sich die Sechzger von ihm versprochen hatten. © dpa
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Heute arbeitet Schachner wieder in seiner Heimat und trainiert den österreichischen Zweitligisten Admira Wacker. © dpa
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Marco Kurz war bis zum 24. Februar 2009 Trainer des TSV 1860 München. © dpa
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Ab der Saison 2009/2010 coacht Kurz den Ligakonkurrenten 1. FC Kaiserslautern. © sampics
Der zweite Löwen-Coach der Saison 2008/2009 musste bereits nach knapp drei Monaten wieder gehen: Uwe Wolf wurde am 13. Mai 2009 entlassen. © Sampics
Bitter für ihn, hatte er doch knapp eine Woche zuvor seine Katja geheiratet. Wenigstens hatte Wolf so Zeit für Flitterwochen. © Sampics

Und jetzt kommt ausgerechnet auch noch der FC Augsburg. Jenes Team, das die Allianz Arena quasi als ganz persönliches Freudenhaus ansieht. Zweimal traten die Augsburger bisher dort an, beide Male ging’s für die Sechziger ganz übel aus. Am Ende hieß es immer 0:3! Und die Schwaben lachten sich eins.

Dass sie derzeit acht Plätze und fünf Punkte hinter dem TSV 1860 liegen, macht die Truppe von Trainer Holger Fach auch nicht mutloser. Löwen-Coach Marco Kurz lässt sich vom Tabellenstand ebenfalls nicht blenden und stellt fest: „Ich halte Augsburg für eine sehr gute Mannschaft. Sie ist jetzt seit fünf Spielen ungeschlagen und besitzt große Qualität im vorderen Bereich. Außerdem ist es für den FCA immer das Spiel des Jahres, wenn er gegen uns antritt.“

Wahrscheinlich auch für Daniel Baier, den Ex-Löwen im Augsburger Dress. Aufgrund einer Ausstiegsklausel konnte der Mittelfeldspieler den TSV 1860 im Sommer 2007 verlassen, tat dies auch, als der Erstligist VfL Wolfsburg anklopfte. Zumal ihm Marco Kurz öffentlich nicht garantieren wollte, dass er bei den zweitklassigen Löwen einen Stammplatz sicher hätte.Baier aber wurde von Felix Magath vor einigen Monaten in Wolfsburg wieder aussortiert und flüchtete nach Augsburg.

Die wertvollsten 1860-Spieler

Die wertvollsten 1860-Spieler © 
Transfermarkt.de ist die renommierteste deutsche Webseite für Spieler-Transfers. Zu Beginn der Saison haben die Experten wieder die Marktwerte der Löwen-Spieler beziffert. Diese berücksichtigen u.a. Leistungsvermögen, Alter und Entwicklungsfähigkeit. Demnach hat der Löwen-Kader insgesamt einen Marktwert (Stand: 10.10.2008) von 14.650.000 Euro und liegt im Zweitliga-Mittelfeld. Sehen Sie hier die Rangliste der Löwen. Platz 27: Markus Krauss (Marktwert 50.000 €) © sampics
Platz 26: Manuel Schäffler (100.000 €) © Fishing4
Platz 23 (geteilt): Christoph Burkhard (150.000 €) © sampics
Platz 23 (geteilt): Alexander Eberlein (150.000 €) © sampics
Platz 23 (geteilt): Florian Jungwirth (150.000 €) © sampics
Platz 21 (geteilt): Julian Baumgartlinger (250.000 €) © sampics
Platz 21 (geteilt): Mustafa Kucukovic (250.000 €) © sampics
Platz 18 (geteilt): José Holebas (300.000 €) © sampics
Platz 18 (geteilt): Nikolas Ledgerwood (300.000 €) © sampics
Platz 18 (geteilt): Michael Hofmann (300.000 €) © sampics
Platz 17: Gregg Berhalter (350.000 €) © sampics
Platz 15 (geteilt): Benjamin Schwarz (400.000 €) © Fishing4
Platz 15 (geteilt): Markus Thorandt (400.000 €) © Fishing4
Platz 14: Timo Gebhart (450.000 €) © Fishing4
Platz 13: Torben Hoffmann (500.000 €) © sampics
Platz 11 (geteilt): Fabian Johnson (600.000 €) © Fishing4
Platz 11 (geteilt): Philipp Tschauner (600.000 €) © sampics
Platz 9 (geteilt): Mate Ghvinianidze (650.000 €) © sampics
Platz 9 (geteilt): Antonio di Salvo (650.000 €) © sampics
Platz 6 (geteilt): Danny Schwarz (750.000 €) © sampics
Platz 6 (geteilt): Benjamin Lauth (750.000 €) © sampics
Platz 6 (geteilt): Sven Bender (750.000 €) © Fishing4
Platz 5: Markus Schroth (800.000 €) © sampics
Platz 4: Lars Bender (900.000 €) © sampics
Platz 3: Mathieu Béda (1.000.000 €) © sampics
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Der wertvollste Löwen-Spieler laut Transfermarkt.de ist Kapitän Daniel Bierofka (Marktwert 1.700.000 €) © Fishing4

Ein warnendes Beispiel für die jetzigen Talente des TSV 1860 (Gebhart, die Benders, Schäffler), auf die jetzt die Jagd von höherklassigen Vereinen eröffnet worden ist? „Ob es ein warnendes Beispiel ist, das weiß ich nicht“, sagt Kurz, „ich weiß aber, dass bei uns junge Spieler wachsen können, zum Einsatz kommen und Erfahrungen sammeln können. Woanders ist das nicht so der Fall.“

Und er verwies auf die vier Leverkusener U 19-Europameister-Kollegen von Lars und Sven Bender sowie Timo Gebhart, die bisher bei Bayer nur in der zweiten Mannschaft und in der vierten Liga zum Einsatz kämen. Beim TSV 1860 stünden die Talente aber bereits in der Verantwortung. Kurz: „Und zwar schon am Freitag. Da haben wir die Pflicht, wieder für positive Schlagzeilen zu sorgen.“ November hin, November her…

Quelle: tz

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