WM-Fieber auf Sechziger-Sitzen

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Ein klein wenig TSV 1860: Markus Winterer hat sich einige Sitzschalen aus dem ehemaligen Sechzigerstadion gesichert.

Simbach - Der Niederbayer Markus Winterer ist großer Löwen-Fan. Damit er jetzt bei der WM für die Nationalelf richtig jubeln kann, hat er sich fürs Public Viewing eine kleine Tribüne gebaut - natürlich aus Sitzen aus dem Sechziger-Stadion.

Für Markus Winterer aus dem niederbayerischen Simbach ist Fußball mehr als nur ein Ballsport, bei dem eine runde Lederkugel von einigen Spielern hin und her geschoben wird. Winterer ist leidenschaftlicher Anhänger des TSV 1860 München. Er lebt, fühlt und trauert auch mit, wenn es beim Verein mal wieder nicht so rund läuft. Augenblicklich steht aber die Weltmeisterschaft in Brasilien für ihn im Mittelpunkt – vor allem natürlich die Spiele der deutschen Nationalmannschaft. „Um ein richtiges Stadion-Feeling zu bekommen, habe ich mir bereits im letzten Jahr Anfang Mai über einen Freund Sitzschalen aus dem ehemaligen Sechzigerstadion an der Grünwalder Straße besorgt“, erzählt Winterer. Das war allerdings nicht so einfach und nur deshalb möglich, weil sein Bekannter Mitglied im „Verein für den dauerhaften Erhalt und Ausbau des Grünwalder Stadions“ ist – der hatte gute Beziehungen.

Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen im vergangenen Jahr verschenkte die Stadt München die Sitzschalen auf der Gegengerade. „Es galt zunächst einige Hürden zu überwinden“, sagt Winterer. Er musste die Vereinsmitarbeiter davon überzeugen, dass die Sitzschalen für den Eigengebrauch sind und nicht weiterverkauft werden. Außerdem konnten die Sitze nicht einfach abgeholt werden, sondern mussten aufwendig abmontiert werden. Bewaffnet mit Akkuschraubern machte sich Markus Winterer mit einigen Freunden an die Arbeit.

Zuhause errichtete der Simbacher mit den Sitzschalen dann eine kleine Tribüne vor seiner Holzhütte im Garten. Dabei konnte er auch auf die Unterstützung seiner Familie zählen – sein Vater ist gelernter Schmied, er passte die Sitze in ein stabiles Eisengestell ein, so dass sie ohne großen Aufwand auf- und abgebaut werden können. Die Konstruktion verschraubte Winterer auf Holzböcken, die er der Treppe zur Holzhütte angepasst hatte. Und schon war sie fertig, die neue Zuschauertribüne für alle Fans, Freunde, Arbeitskollegen und Nachbarn. Zu den Spielen der deutschen Nationalmannschaft kommen sie nun alle zum Löwen-Fan Markus Winterer, um auf der Großleinwand Fußball zu schauen. Dazu gibt’s natürlich Grillkoteletts und Getränke, sagt Winterer. Es ist eine Arena mit besonderem Flair.

Markus Winterer hat sich für seine Public-Viewing-Veranstaltungen im eigenen Garten ein klein wenig vom Giesinger Berg nach Simbach geholt. Ein klein wenig TSV 1860 München, um die Nationalmannschaft anzufeuern.

Von Walter Geiring

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