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Wunschzettel ans Christkind: Pillen für Ismaik und 1860

München - tz-Sportreporter Ludwig Krammer hat einen Wunschzettel ans Christkind geschrieben. Ganz oben auf der Liste sind Angelegenheiten des TSV 1860 München ...

Liebes Christkindl, verehrte Engel,

ich weiß, ich bin spät dran. Ich will jetzt auch gar nicht nach Entschuldigungen suchen von wegen grenzvernünftige Londonreise oder sonstiges Brimborium. Ich hoffe einfach, dass Dich dieser Last-Minute-Sport-Wunschzettel noch erreicht, auch wenn ich ihn dieses Jahr nicht aufs Fensterbrettl gelegt habe, sondern in die Zeitung hineinschreiben mu…, durfte.

Ich habe meine Wünsche nach Dringlichkeit geordnet, um es Dir in der Hektik so einfach wie möglich zu machen. Vielleicht hauen ja wenigstens die ersten zwei, drei noch hin. Und der letzte bitte!

Aber fangen wir oben an: Könntest Du über der Grünwalder Straße 114a und den Etihad Towers T3 in Abu Dhabi vielleicht ein paar weihnachtliche Verständigungspillen abwerfen? Möglichwerweise langt ja auch was Homöopathisches. Kein Mensch kann doch ernsthaft wollen, dass dieses peinliche Theater nach den Feiertagen unverändert weitergeht. Und wer weiß? Vielleicht findet einer Deiner Engel bei seinen Rundflügen sogar einen Käufer für die Anteile des Herrn Ismaik? Mei, liebes Christkindl, das wäre das Allerbeste!

Beim FC Bayern hast Du Dir die Geschenke in letzten Jahren ja sparen können. Punkte, Titel, schöne Uhren – wer so viel hat, dem muss nicht noch mehr dazugeschmissen werden. Und fürs Fernsehgeld bist Du ja nicht verantwortlich.

Basketballer, Eishackler – selbes Nicht-Problem. Ein bisserl Demut könntest Du denen vielleicht in den Spekulatius mischen, ansonsten: basst scho!

tz-Reporter Ludwig Krammer.

Bleiben noch die Großkopferten des Weltsports. Dem Blattersepp und seinem Platini wünsche ich eigentlich nur gute Besserung, Einsicht und Rücksicht. Letztere vor allem auf den Restteil der Menschheit, der sich vom globalen Schmieren noch nicht den Spaß am Profisport hat verderben lassen. Für den ­Beckenbauer? Wie wär’s mit einem Tai-Ginseng-Dauerauftrag (keine Angst, den unterschreibt er schon). Dafür kannst Du den Krisenmanagement-Kurs für den Niersbach jetzt ja streichen…obwohl, ein paar Ämter hat der Wolfgang ja noch.

Hab ich was vergessen? Herrschaft, den Schnee! Ein Wintersport ohne Weiß ist ja doch irgendwo ein Schmarrn, findest Du nicht? Wie ein Sommersport ohne Sommer. Oder eine Fußball-Europameisterschaft ohne Holland – obwohl, das geht schon.

Was allerdings überhaupt nicht mehr so weitergeht, ist dieses ständige Umeinanderhocken und Passivsporteln. Darum wünsche ich mir bei aller Sorge über dahinsiechende Löwen und triplesüchtige Bayern vor allem einen Schuss Motivation und die dauerhafte Einsicht, dass der beste Sport immer noch der ist, den man selber macht.

In diesem Sinne: guten Flug!

Rubriklistenbild: © dpa

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