Zettel-Ewald - die tz lüftet sein Geheimnis

Mit dem Namen muss er wohl für immer leben: „Zettel-Ewald“. Seitdem er vor fünfzehn Jahren die Bundesligabühne als Trainer betreten hat, macht sich Ewald Lienen während eines Spiels Notizen und schreibt und schreibt und schreibt.

Der untere Teil des Taktikzettels.

 Und wenn er’s mal für kurze Zeit nicht tut, dann hat er zumindest den Kuli meist griffbereit im Mund. Jetzt durfte die tz spicken und erklärt, was der Löwen-Trainer sich so alles aufschreibt. Nach dem 0:1 im Test gegen Posen rückte Lienen freundlicherweise die erste Seite seiner Aufzeichnungen raus.

1. Lienen schreibt auf speziellen Blocks der Firma TOPCOACH, die diese extra für Trainer anfertigt. Mit einem aufgedruckten Spielfeld (2), auf dem Lienen die Nummern und Namen seiner Spieler (in Klammern darunter sind die eingewechselten Leute) taktisch anordnet.

Ebenso wie die des Gegners. Lienen: „Bei Punktspielen schreibe ich natürlich auch die Namen der gegnerischen Spieler hin, aber so wie jetzt gegen Posen reichen die Nummern.“

3. 3 TW + 18 + 7 + 3 G bedeutet folgendes. An diesem Tag standen ihm drei Torhüter und 18 Feldspieler zur Verfügung. Auf sieben Leute musste Lienen aus Verletzungs- oder anderen Gründen verzichten. Und 3 G heißt: Drei Gastspieler, die ein Probetraining absolvieren, gehörten ebenfalls zum Kader.

4. Hier schildert Lienen die Entstehung des Gegentores. 31,0:1 ET Wittek heißt: Eigentor Wittek in der 31. Minute. BV 5 re bedeutet: Ballverlust der Nummer 5 (Felhi) auf der rechten Seite. Und dahinter hat sich Lienen notiert: Konter über rechts und Flanke!

5. 3 TW + 20 (13 + 4 + 3) soll aussagen: Gegen Posen gehörten alle drei Torhüter sowie 20 Feldspieler zum Aufgebot. Davon 13 Profis, vier Spieler die zur Regionalligamannschaft gezählt werden (Kaiser, Camdal, Mlapa und Wittek) sowie die Probespieler Mansiz, Lushtaku und Djokaj.

6. Das sind jene fünf Spieler, die aus Verletzungsgründen gegen Posen nicht einsatzfähig waren. 7 (Bierofka) und 23 (Schwarz) waren zur Behandlung in München . Mit 6 (rü) ist Beda, der Rückenprobleme hatte, gemeint. 2 (os) ist die Kurzform für Rukavinas lädierten Oberschenkel und 19 (Kopf) bedeutet, dass Ghvinianidze wegen seiner genähten Platzwunde nicht einsatzfähig war. Was der Löwen-Coach übrigens bis kurz vor Anpfiff vergessen hatte: „Ich wollte Mate eigentlich aufstellen, weil er ja trainiert. Aber er macht natürlich noch keine Kopfbälle. Und da hätte ich ihn schlecht spielen lassen können. Kurz vor Anpfiff war es mir wieder klar.“

Na bitte, auch ein Ewald Lienen kann sich also mal verzetteln…

Claudius Mayer

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