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Kein Durchbruch bei der 1860-Aufsichtsratssitzung - Klarheit erst in 14 Tagen?

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Von: Ludwig Krammer

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Viel Arbeit in den nächsten Wochen: Löwen-Boss Robert Reisinger muss die Weichen für die Zukunft stellen.
Viel Arbeit in den nächsten Wochen: Löwen-Boss Robert Reisinger muss die Weichen für die Zukunft stellen. © dpa / Sven Hoppe

Bei den Löwen mahlen die Mühlen weiter langsam. Auch nach stundenlangen Gesprächen haben sich Vereins- und Investorenseite nicht auf eine Strategie auf eine Strategie geeinigt.

München - Sportlich stehen die Zeichen auf Relegation, planerisch herrscht weiterhin Stillstand beim TSV 1860. Die Strategiesitzung des KGaA-Aufsichtsrats mit anschließender Gesellschafterversammlung endete am frühen Montagabend ohne Ergebnis. Weder konnte sich die e.V.-Seite um Präsident Robert Reisinger mit den Ismaik-Vertretern Saki Stimoniaris und Peter Cassalette auf ein Modell für eine Budgeterhöhung einigen, noch bekam die U 21 eine echte Perspektive aufgezeigt.

Die Anmeldung für die Bayernligasaison 2018/19 ist zwar fristgerecht erfolgt, ein Modell mit festem Kader und Trainer gibt es indes nicht. „Unterm Strich ist das Ganze sehr unbefriedigend für 1860“, berichtete ein Teilnehmer am Dienstag. „Wer sich Klarheit erhofft hatte, der wird jetzt sicher nicht positiver gestimmt sein als vorher.“

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Sechs Stunden lang über zwei Szenarien diskutiert

Über sechs Stunden waren die Löwen-Vertreter in der Allacher Zentrale von Sponsor MAN zusammengesessen. Neben Ismaik-Bruder Yahya, Investoren-Sprecher und MAN-Betriebsratschef Saki Stimoniaris, Ex-Präsident Peter Cassalette und dem aktuellen Präsidium waren u.a. Geschäftsführer Michael Scharold, Trainer Daniel ­Bierofka und Sportchef Günther Gorenzel anwesend. Erörtert wurden die zwei Szenarien für die kommende Saison.

Szenario eins: ein Mannschaftsbudget von drei Millionen Euro ohne neue Fremdmittel.

Szenario zwei: ein um bis zu zwei Millionen erhöhtes Budget, das mehr zulassen würde als eine Außenseiterrolle in der Dritten Liga (Aufstieg vorausgesetzt).

„Die Gesellschafter kennen unsere Pläne jetzt im Detail“, sagte Gorenzel am Dienstag zur tz. „Jetzt warten wir ab, wie es weitergeht.“

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Stimoniaris will Ismaik binnen zwei Wochen kontaktieren

Frische Ismaik-Darlehen haben die e.V.-Vertreter mit Verweis auf die damit verbundenen Bedingungen ausgeschlossen. Ein Sponsoring und ein Treuhandkonto stehen als weitere Lösungen im Raum. Das Problem: Es gibt kein Signal von Ismaik. Stimoniaris soll sich am Montag mit der Ankündigung verabschiedet haben, binnen der nächsten 14 Tage das Gespräch mit dem Hauptgesellschafter zu suchen. Ob daraus ein konsensfähiger Vorschlag entstehen kann, ist aktuell nicht absehbar.

Ein Klub in der Dauerschwebe - schwer vorstellbar, dass Bierofka das ihm vorliegende Vertragsangebot unter diesen Voraussetzungen unterschreiben wird. Der Trainer ist noch bis 2019 an 1860 gebunden, ohne attraktive Perspektive dürfte es schwer werden, ihn darüber hinaus in Giesing zu halten.

Immerhin sei man in Sachen Gemeinnützigkeit einen Schritt weitergekommen, berichteten Teilnehmer. Ein schwacher Trost für alle 1860-Freunde, die sich echte Fortschritte erhofft hatten.

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Ludwig Krammer

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