Interessante Wojtkowiak-Aussagen

"Der TSV 1860 hat seine Philosophie geändert"

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Wojtkowiak zeigt sich in der Sportkluft von Lechia Danzig.

München - Die Löwen entrümpeln ihren Kader: Tomasov und Wojtkowiak wechselten zurück in die Heimat. Interessant ist, wie der Pole die Gründe bewertet.

Während sich die Kollegen gerade das vierte Gegentor des VfB Stuttgart II einfingen, sah man Marin Tomasov am Mobiltelefon. Er war frisch geduscht, er lachte – und in Gedanken saß er bereits auf gepackten Koffern.

Nur ein paar Stunden später war klar, dass den Schlaks aus Kroatien das alles nichts mehr angeht: Das garstige Wetter in München, das Reservistendasein, die Aussicht auf vier Monate Abstiegskampf. Tomasov reiste noch in der Nacht zum Samstag an die kroatische Adria und wird dort versuchen, seiner ins Stocken geratenen Karriere einen neuen Impuls zu geben. Der HNK Rijeka, Tabellenzweiter hinter Dinamo Zagreb, stattete den laufstarken Dribbler großzügig mit einem bis 2018 gültigen Vertrag aus. 27 ist das einstige Supertalent jetzt, soeben zum zweiten Mal Vater geworden. In seiner Heimat wird er zwar nicht ganz so viel verdienen wie bei 1860 (angeblich 30 000 Euro pro Monat), dafür hat sein neuer Klub beste Chancen, auch nächstes Jahr wieder am Europapokal teilzunehmen. „Ich wünsche Marin für die Zukunft nur das Beste“, sagte Sportchef Gerhard Poschner. Hinterherweinen dürften ihm allerdings die wenigsten.

Ähnliches gilt für Grzegorz Wojtkowiak, 30, einen weiteren Nationalspieler, der ab sofort das Gehaltskonto des TSV 1860 entlastet. Der Pole war wie Tomasov im Sommer 2012 zu den Löwen gestoßen, wie Tomasov hatte er es nie geschafft, den hohen Erwartungen gerecht und unumstrittener Stammspieler zu werden – darum flüchtet auch Wojtkowiak vorzeitig in seine Heimat. Lechia Danzig, Tabellen-13. der Ekstraklasa, nimmt den Abwehrroutinier mit Kusshand auf: Vertrag bis 2017, Heilsbringer-Status, für Wojtkowiak ging es direkt weiter ins Trainingslager in der Türkei. „Grzegorz ist ein untadeliger Kämpfer, der immer da war, wenn man ihn brauchte“, rief ihm Poschner ein paar warme Worte hinterher. Gefolgt von den üblichen Glückwünschen.

Interessant war, wie Wojtkowiak seinen Wechsel im Rückblick bewertete. Auf der Internetseite seines neuen Klubs wurde der Ex-Löwe wie folgt zitiert: „Ich habe in dieser Saison weniger gespielt, weil der Verein seine Philosophie geändert hat. Der TSV 1860 setzt jetzt auf junge Spieler, um sie später mit Gewinn zu verkaufen.“ Für einen Verein, der in der 2. Liga um sein Überleben kämpft, eine durchaus mutige Grundsatzentscheidung.

Wenigstens einem in der Riege der Bosse scheint der Ernst der Lage inzwischen vollauf bewusst zu sein. Geschäftsführer Markus Rejek war in Bad Reichenhall bei einem Fantreffen, von dem der bemerkenswerte Satz überliefert ist: „Die 3. Liga ist uns näher, als wir glauben.“ Diese Horrorvision zu verhindern, ist nun der Auftrag für den noch etwas jünger gewordenen 1860-Kader.

Uli Kellner

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