Es fehlt der Lösungsansatz

0:2 gegen Egg - 1. FC Garmisch-Partenkirchen verliert erneut

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Vier Trainer, eine Miene : Die FC-Coaches (v.l.) Josef Zech, Beqir Loshi, Christoph Saller und Marcel Wollenberg verfolgen das Treiben der Mannschaft.

Kein Tor, keine Punkte – auch gegen den SV Egg gelingt dem 1. FC Garmisch-Partenkirchen keine Trendwende. Im Gegenteil: Der Auftritt macht wenig Hoffnung für die kommenden Wochen mit wegweisenden Partien in der Landesliga Südwest.

Garmisch-Partenkirchen – Der Kontrast hätte größer nicht sein können. Vor dem Sportheim stand Franz Fischer. Der FC-Spieler hielt einen Teller mit zwei Stückerl Käsekuchen in der Hand, blickte starr in Richtung Berge. Nur wenige Meter weiter stand Gäste-Trainer Gerhard Schedel und wartete darauf, dass im Stüberl drei Masskrüge befüllt wurden. Für seine Fußballer aus Egg an der Günz. Der Coach hatte sie ausgelobt für einen Sieg in Garmisch-Partenkirchen. Noch vor der Pressekonferenz löste er das Versprechen ein. Denn: Die Punkte nahmen die Gäste durch den 2:0-Erfolg mit nach Hause. Fischer nahm es gar nicht richtig zur Kenntnis. Er sinnierte vor sich hin. Und ein entscheidender Satz entfuhr ihm auch noch: „Das hat mit Fußball nichts zu tun.“

Schämen brauchten sich die Gäste aus dem Raum Günzburg aber keineswegs. Die Mannschaft trat als homogene Einheit auf, verfolgte einen klaren Matchplan. Für die Tatsache, dass beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen in der Landesliga derzeit sportlich so ziemlich alles neben der Spur läuft, muss sich der Gegner als Nutznießer nicht entschuldigen.

Auf der Tribüne diskutierte derweil der ratlose FC-Anhang die Situation. Fakt ist: Der gesamte Auftritt der Heimmannschaft glich einem einzigen Selbstzweifel. Einfachste Dinge wie ein Doppelpass funktionieren nicht, darüber hinaus lässt die Mannschaft keine Bereitschaft erkennen, in dieser prekären Situation das letzte Hemd zu geben, verstärkt auf den Faktor Kampf zu setzen. Der Ansatz, ausnahmslos spielerische Lösungen zu finden, läuft zu oft ins Leere. Optisch vermag der 1. FC durch den mehrheitlichen Ballbesitz ganz gut mitzuhalten. Doch fehlt es in den entscheidenden Situationen an der Umsetzung. „Bei jedem Fehler klingelt es in den Köpfen, wir verkrampfen viel zu schnell“, kommentiert Christoph Saller leicht resigniert.

Diesmal erwischte es Florian Langenegger. Zwei Stellungsfehler eröffneten Egg beste Chancen. Stefan Schwinghammer vereitelte gegen Torsten Schuhwerk, dann traf Manuel Schedel nur das Lattenkreuz. Als Langenegger dann neuerlich einen halben Schritt zu spät kam, dadurch einen Freistoß aus brenzliger Position verursachte, war es geschehen. Schuhwerk zirkelte den Ball in den Torwinkel.

Sallers Fazit: Das Team sei derzeit nicht in der Lage, die „eklatanten individuellen Fehler“ zu vermeiden. Den anfänglichen Chancen der Gäste ging zudem ein verpasster Hochkaräter von Maximilian Berwein voraus. Ein Führungstor hätte dem 1. FC sicher gut getan. Fischer vergab später noch per Hacke und einmal ganz frei vor Tormann Lukas Trum. Aber: „Der Spielverlauf hat uns nicht geholfen“, betont Saller.

Der Trainer selbst überrascht an der Seitenlinie. Anders als in früheren Jahren hat er seinen Emotionen zurückgefahren. Beinahe stoisch verfolgt er das Treiben auf dem Platz. Im ersten Abschnitt gab allenfalls Reserve-Coach Marcel Wollenberg Hinweise an einzelne Spieler.

Sallers Spurensuche steckt derzeit auch offenbar ein wenig fest. „Wir bekommen den Ball nicht über die Linie“ – das trifft in jedem Fall zu. Dass die ständigen Wechsel auf einigen Positionen – diesmal fehlte Stefan Durr wegen muskulärer Probleme – „nicht gut“ für die „angeknackste Psyche“ der Kicker sind, mag auch stimmen. Nur der große Lösungsansatz in Hinblick auf das bedeutsame Heimspiel gegen Gilching kommende Woche sowie alle restlichen Partien – der war an diesem Nachmittag nirgendwo zu finden.

Quelle: Merkur.de

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