Coach Loshi ist trotzdem nachsichtig

Garmisch-Reserve chancenlos gegen Bad Kohlgrub - Torwart verhindert Debakel

Abgegrätscht: Bad Kohlgrubs Maximilian Meditz (r.) gegen Selvedin Mesanovic.
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Abgegrätscht: Bad Kohlgrubs Maximilian Meditz (r.) gegen Selvedin Mesanovic.

Zwei Mannschaften. Zwei Welten. Ausgelassen feierten auf der einen Seite die Spieler des FC Bad Kohlgrub ihren vierten Sieg in Serie.

VON OLIVER RABUSER

Garmisch-Partenkirchen– Vorübergehend hatten sie damit die Tabellenspitze der Kreisklasse übernommen. Sphären, in die sie lange nicht mehr vorgedrungen sind. Hängende Köpfe dagegen auf der anderen Seite. Die Reserve des 1. FC Garmisch-Partenkirchen hatte beim 0:4 zu Hause einen Rückfall in längst vergessen geglaubte Zeiten erlebt. Insbesondere im zweiten Abschnitt fehlte es ihr an Führung und mannschaftlicher Geschlossenheit.

Valmir Loshi steht am Anfang seiner Trainer-Karriere. Er wird noch einiges ändern und noch viel lernen. Eines sollte der 26-Jährige aber dringlich verinnerlichen: Nachsicht und warme Worte helfen nicht unbedingt, damit die Mannschaft vorankommt. „Besser als in der Vorwoche“, beurteilt Loshi den Auftritt seines Teams. Das war keine übermäßige Herausforderung und beinhaltet noch lange keine deutliche Steigerung. Zumal sich über diese Einschätzung angesichts der zweiten Hälfte trefflich streiten ließe. Da machte der 1. FC II vieles verkehrt.

Zunächst verpasste Engin Kournaz den sicheren Ausgleich, weil er es frei vor Keeper Manuel Bichler an Killerinstinkt missen ließ. In der Folgezeit liefen die Kicker mit Ball und Hurra in die Gegenspieler hinein, blieben trotz der vielen Ballverluste zumeist stehen und ergaben sich spätestens nach zwei Tor-Geschenken an die Gäste ihrem Schicksal. „Die Kommunikation fehlte“, sagt Loshi. Nicht mal mehr untereinander giftete man sich an. Anders als zum Ende der ersten Spielhälfte, als Loshi „einige Meckereien“ monierte. Letztlich gingen dem 1. FC Spieler wie Maximilian Heringer (Erste Mannschaft), Florian Adlwärth und Christoph Lößl (beide krank) ab, die durch ihr Auftreten eine Vorbildfunktion erfüllen, oder – wie im Falle Lößl – dem Aufbauspiel Strukturen verleihen. Die beiden jüngsten Niederlagen führen laut Loshi zu der Erkenntnis, dass das Team „nicht so einfach“ durchmarschieren könne.

Pendant Oliver Pajonkowski, schon deutlich länger im Amt, sparte trotz des deutlichen Siegs nicht an Kritik. „Zu passiv“ waren ihm seine Männer vor der Pause, spielten „verkehrte Pässe“ und eroberten keine zweiten Bälle. Kurz vor der Halbzeit aber profitierten die Ammertaler von einem Fehler des Törhüters. Seppi Zech, mangels verfügbarer Keeper kurzzeitig aus dem Ruhestand reaktiviert, ließ einen Eckball von Markus Burkart ins Netz flutschen. Zechs einziger Patzer. Denn der Routinier verhinderte mit etlichen Paraden ein noch größeres Ergebnis-Debakel seiner Mannschaft. Pajonkowski forderte zur Pause Selbstvertrauen und Mut – er bekam beides. „Das war der Schlüssel“, sagt der Coach. Christian Maintz im Nachschuss und Dominik Strauß per Elfmeter nutzten einen Teil des Chancen-Potpourris. Burkart setzte nach einem Konter den Schlusspunkt für die klar bessere Mannschaft. Pajonkowski hob die entschlossene Umsetzung hervor, obgleich „nicht alles perfekt“ gewesen sei. Ein Spitzenplatz trotz Abstriche des Trainers – man darf auf die kommenden Wochen gespannt sein.

1. FC GAP II – FC Bad Kohlgrub 0:4 (0:1)

1. FC GAP II: Zech – Iben Said, Tatlici, Etekli, Arnaut, Rotaru, Diaby, Sylemani, Bittner, Augscheller, Mesanovic. – Eingewechselt: Özkan, Jonietz, Kournaz.

FC Bad Kohlgrub: Bichler – Kratz, B. Strauß, Meditz, Büchl, Zapf, Nüssgen, F. Kraus, Ettengruber, Burkart, Maintz – Eingewechselt: M. Strauß, D. Strauß, Trainer.

Zuschauer: 50.

Tore: 0:1 (41.) Zech (Eigentor), 0:2 (50.) Maintz, 0:3 (64.) D. Strauß (Foulelfmeter), 0:4 (88.) Burkart.

Quelle: Merkur.de

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