Saller: „Jetzt sind wir als Team gefragt“

1. FC Garmisch-Partenkirchen am Scheideweg

Kann er einen Einsatz riskieren? Michel Naber (r.) ist angeschlagen. foto: or

Garmisch-Partenkirchen – Vor dem Landesliga-Heimspiel gegen die Zweite Mannschaft des FV Illertissen steht der 1. FC Garmisch-Partenkirchen am Scheideweg. Nur ein Heimerfolg kann die Wogen glätten und einen tieferen Sturz ins Schlamassel verhindern.

VON OLIVER RABUSER

Jeder andere Spielausgang würde die Verunsicherung auf die Spitze treiben und für Chaos sorgen.

Bisweilen muss der Stein des Anstoßes offenbar die Dimension eines Felsbrockens annehmen, um eine Wirkung zu entfalten. Wurden die wöchentlichen Hinweislisten des Trainerteams seit dem sportlichen Abrutschen stets unzureichend abgearbeitet, trafen Videostudium und Presseberichte die Kicker des 1. FC Garmisch-Partenkirchen mit voller Wucht. Schuldbewusst reagierten diverse Akteure auf die eingeläutete Trainerdiskussion am Gröben. Christoph Saller war während der Woche Adressat einiger aufschlussreicher Botschaften. Tenor: Das Team steht zum Coach – und andersrum.

Für Saller war der Zuspruch freilich Balsam auf die durch den Fehlstart nach der Winterpause geschundene Trainerseele. „Ich denke, wir kommen da gemeinsam raus“, sagt er. Gleichwohl ist Sallers Zukunft als Coach sicherlich an Resultate geknüpft. Viele sieglose Wochen kann sich der Verein nicht mehr erlauben. Dies bestätigte Sportvorstand Arne Albl Anfang der Woche, als er durchblicken ließ, das von ihm ungeliebte Szenario eines Trainerwechsels, tendenziell eher zeitnah über die Bühne gehen zu lassen.

Damit kann sich Saller freilich nur am Rande beschäftigen. Er hat mit seinen durchaus wankelmütigen Schützlingen hinlänglich zu tun. Nach intensiven Gesprächen mit den Spielern glaubt der 44-Jährige aber, dass der berühmte Groschen nun allerorts gefallen sein müsste. „Wir wissen um die Situation“, betont Saller. Jeder sei „selbstkritisch genug“, was die eigene Leistung angehe – mit Betonung auf „eigene“. Zuletzt war es Standard geworden, nach missratenen Spielszenen immer mal wieder in die Richtung des Teamkollegen zu deuten und durch entsprechende Gestik und Mimik gleichermaßen abfällig zu reagieren. „Erst auf sich selbst schauen, nicht auf andere zeigen“, erinnert Saller einmal mehr an die Wesenszüge eines funktionierenden Kollektivs.

Genau diesen Teamgeist benötigen die Garmisch-Partenkirchner und wollen sich auf dem Platz als echte Einheit präsentieren. Saller räumt ein, dass sich lange Zeit einige Spieler „zu oft“ auf den Einzelnen verlassen hätten: „Jetzt aber sind wir als Team gefragt.“ Als Team mit der zweiten und vielleicht sogar letzten Chance. Saller verzichtet nach reinigenden Gesprächen auf personelle Veränderungen. Er räumt den Verlierern von Oberweikertshofen die Möglichkeit zur Rehabilitation ein. Vorausgesetzt Michel Naber und Maximilian Berwein können trotz ihrer Blessuren einen Einsatz riskieren.

Die Mannschaft musste sich die 0:4-Abfuhr noch einmal im Stream anschauen. „Das hat weh getan“, sagt der Coach. Er spürte aber, dass seine Kicker den Willen zur Verbesserung haben. Alle seien mental „stark genug“, um den Tabellenkeller alsbald zu verlassen. Trainer Saller hat Vertrauen: „Am Samstag werden wir ein anderes Gesicht dieser Mannschaft sehen.“

Quelle: Merkur.de

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