„Ich kann erhobenen Hauptes gehen“

Dötsch von Entlassung überrascht - Grunow nennt Gründe

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Er traut der Mannschaft den Aufstieg nicht zu: Aufgrund dieser Einsschätzung musste Thomas Dötsch seinen Platz auf der Penzberger Trainerbank räumen. 

Nichts deutete beim Fußball-Bezirksligisten FC Penzberg auf eine Trainerentlassung hin. Selbst für den geschassten Thomas Dötsch kommt diese Entscheidung überraschend.

Penzberg – Für eine faustdicke Überraschung sorgte der FC Penzberg am vergangenen Montag. Einen Tag nach dem Unentschieden im Landkreisduell beim SV Raisting trennte sich der Bezirksligist von Trainer Thomas Dötsch. „Aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen über die sportlichen Ziele sowie den Wegen, um diese zu erreichen“, nannte der FCP in einer kurzen Pressemeldung als Grund für die Trennung von Dötsch. Etwas genauer wurde André Grunow, der Sportliche Leiter der Penzberger: „Wir haben das Ziel, aufzusteigen, und der Trainer meinte, die Mannschaft wäre dafür zu schlecht.“ Wobei Grunow die Arbeit von Dötsch lobt: „Er ist ein guter Trainer, vor allem auch im Futsal, aber er hat andere Perspektiven gesehen“, sagte Grunow.

Für den 42-jährigen Coach, der davor unter anderem den TSV Neuhadern und den SV Bad Tölz trainiert hatte, kam die Entscheidung durchaus unerwartet. „Das war schon überraschend, aber das muss ich akzeptieren“, erklärte Dötsch, der den Bezirksligisten vor der Saison 2018/19 übernommen hatte. Das Team verpasste die Relegation zur Landesliga nur knapp und wurde schließlich Dritter. „Es gab kein zerrüttetes Verhältnis, die FCP-Führung war aber der Meinung, dass die sportlichen Ziele in Gefahr wären“, sagte Dötsch, den vor allem der Zeitpunkt der Trennung verwunderte. „Wir hatten ein schweres Auftaktprogramm mit vier Auswärtsspielen. Die Bilanz mit sechs Punkten ist besser als zur gleichen Zeit im Vorjahr“, sagte der nunmehr Ex-Coach der Penzberger, der im laufenden Jahr mit seiner Mannschaft erst zwei Niederlagen in Pflichtspielen – in der Liga im Mai bei Phönix München und in der vergangenen Woche im Pokal gegen den Bayernligisten Karlburg – kassiert hat. „Ich habe nur klar gesagt, dass es schwierig wird, mit der Mannschaft Meister zu werden, da wir gegenüber der Vorsaison an Qualität verloren haben“, so Dötsch.

Keine Probleme mit der Mannschaft

Probleme mit der Mannschaft gab es seiner Ansicht nach nicht. „Das hat man doch gesehen, wie die Jungs sich in Raisting nach dem Rückstand reingehängt haben. Die wollten unbedingt den Ausgleich“, so Dötschs Einschätzung. „Ich kann erhobenen Hauptes gehen“, sagt der 42-Jährige, der den Penzbergern gegenüber keinen Groll hegt. Vielmehr ist er ihnen dankbar: „Sie haben mich immer fair behandelt. Die Gespräche waren offen und fair. Ich kann nichts Schlechtes über den FCP sagen.“

Wer sein Nachfolger wird, ist noch offen. Bis auf weiteres springt – mal wieder – Co-Trainer Sepp Siegert ein. „Wir führen in dieser Woche die ersten Gespräche und sind zuversichtlich, schnellstmöglich einen neuen Trainer präsentieren zu können, mit dem wir längerfristig zusammenarbeiten wollen“, berichtet Grunow. Andreas Brunner, der Vorgänger von Dötsch, ist in der Zwischenzeit von seinem Auslandsaufenthalt zurück. Er ist laut Grunow aber kein ernsthafter Kandidat für die Nachfolge von Dötsch: „Andy kommt nur, wenn es brennt“, versichert Grunow.

Quelle: Merkur.de

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