Sepp Siegert übernimmt erneut als Interimscoach

Penzbergs Co-Trainer Siegert zu Dötsch-Trennung: „Gab gewichtige Gründe“

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Auf der Bank fühlt er sich wohl: Sepp Siegert (rechts) ist seit vier Jahren Co-Trainer beim FC Penzberg. Nach der Entlassung von Thomas Dötsch ist er aber – wieder einmal – vorübergehend Cheftrainer des Bezirksligisten. 

Es ist mal wieder so weit: Fußball-Bezirksligist FC Penzberg hat sich von einem Trainer getrennt. Bis der neue Coach gefunden ist und der seine Arbeit aufnimmt, springt Sepp Siegert ein – nicht zum ersten Mal.

Penzberg – In den vergangenen fünf Jahren hat Siegert fünf Trainer kommen und gehen sehen. Im April 2015 musste Guido Herberth, damals war der FC noch in der Kreisklasse, gehen, im August 2016 warf Andreas Brunner, der ein Jahr später noch einmal für einige Spiele aushalf, wegen Disziplinlosigkeiten in der Mannschaft das Handtuch. Sein Nachfolger Christian Donbeck reichte im September 2017 seinen Abschied ein, da ihm seiner Meinung nach Teile der Vorstandschaft zu sehr dreinredeten. Als totales Missverständnis erwies sich die Beziehung zwischen Markus Remler und den Penzbergern. Der Österreicher reichte nach nicht einmal vier Monaten seine Kündigung ein und entschwand im April 2018. Und jetzt der unfreiwillige Abgang von Thomas Dötsch. Warum er gehen musste, darüber will im FC-Vorstand keiner reden. Auch Sepp Siegert gibt sich schmallippig. Nur so viel: „Es gab gewichtige Gründe für die Trennung“, sagt der 51-Jährige. Seit vier Jahren ist er Co-Trainer beim FC, und stets ist er eingesprungen, wenn der hauptverantwortliche Coach das Weite suchte oder diesem der Stuhl vor die Tür gesetzt wurde – ein Feuerwehrmann im Dauereinsatz quasi.

Dem Vernehmen nach ist der Bezirksligist schon an einem neuem Trainer dran. Wann dieser seinen Dienst antreten wird: ungewiss. Doch wirklich Grund zur Eile haben die Verantwortlichen des FC eigentlich nicht, denn die Mannschaft ist bei Siegert offenkundig in den besten Händen. Seitdem der 51-Jährige vorübergehend zum Cheftrainer befördert wurde, haben die Penzberger zweimal gewonnen. Einem hart umkämpften 3:2 gegen Landesliga-Absteiger Oberweikertshofen folgte zuletzt das 9:2-Schützenfest gegen Unterpfaffenhofen-Germering. Dabei spielte die Mannschaft wie befreit auf. „Mir macht es Spaß und die Jungs haben Spaß mit mir“, sagt Siegert. Eingewöhnungszeit braucht er nicht: „Ich kenne die Spieler teilweise von klein auf“, sagt er. Von seinen Schützlingen ist er begeistert: „Wir haben eine riesige Stimmung in jedem Training und in der Kabine. Die Mannschaft sei „ein richtig guter Haufen“ geworden, der alles zuzutrauen sei.

Siegert ist ein FC-Urgestein. Nach seiner aktiven Karriere hat er bei seinem Verein schon so ziemlich jedes Amt bekleidet. Er war oder ist Trainer, Co-Trainer, Sportlicher Leiter. Wie er betont, würde er durchaus auch einmal wieder den Cheftrainerposten übernehmen, wie er das vor mehreren Jahren schon einmal getan hat. Doch im Moment kommt das für ihn nicht in Frage: Sein Sohn gleichen Namens sowie sein Neffe, Maximilian Kalus, sind Spieler im Penzberger Team. Und Siegert senior will nicht, dass es aufgrund dieser Familienbande zu Gerede kommt. Doch auch mit seinem Posten als Co-Trainer, den er bereits bei Andreas Brunner und Christian Donbeck innehatte, kann Siegert sehr gut leben: „Da stehst du nicht in der Verantwortung.“

Der 51-Jährige könnte durchaus auch andernorts arbeiten, es gab Anfragen von mehreren Vereinen. Vor zwei Jahren gab’s mal Gespräche mit dem heutigen Landesligisten 1. FC Garmisch-Partenkirchen. Siegert hätte Co-Trainer bei den Werdenfelsern werden sollen. Der Kontakt war über Cheftrainer Christoph Saller zustande gekommen, mit dem er vor etwa 20 Jahren mal gemeinsam beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen gespielt hat. Doch Siegert hat abgesagt: „Der FC Penzberg ist eben mein Heimatverein.“

Dort ist er im Moment Cheftrainer auf Abruf. Wenn der Neue seinen Dienst beginnt, tritt er ohne Murren wieder ins zweite Glied zurück. „Und wenn der Neue mich als Co-Trainer haben will, kein Problem“, betont Siegert. Nimmt man jedoch die jüngste Historie der FC-Fußballer als Maßstab, wird Siegert in absehbarer Zeit wieder als Cheftrainer fungieren – wenn auch wieder nur vorübergehend.

Quelle: Merkur.de

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