LEICHTATHLETIK

Der 13. Wettkampf stand für Thea Heim unter einem denkbar ungünstigen Stern

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Vor der Skyline von „Mainhattan“: Bis zur Hälfte des Frankfurt-Marathons war Thea Heim (Mitte) im Soll; danach baute die Sachsenkamerin ab.

Die zwölf bisherigen Saisonrennen hat Thea Heim bravourös gemeistert. Doch ausgerechnet beim Saisonhöhepunkt, dem Marathon in Frankfurt, machte ein Virus der Sachsenkamerin zu schaffen.

Die Vorbereitung seit Juni verlief für Thea Heim nahezu optimal. In zwölf Rennen brillierte die Sachsenkamer Langstrecklerin. Das 13. Rennen, der Frankfurter Marathon, sollte der Höhepunkt der Saison werden. „Ich bin die letzten vier Monate wirklich sehr gut durchgekommen. Keine Probleme, keine Erkältungen, alles ging sehr gut auf,“ blickt Heim zurück. 2900 Trainingskilometer, zwölf Rennen, neun Siege, drei Bestzeiten sprechen eine klare Sprache. Die geröteten Augen und die triefende Nase lassen aber erahnen, warum der Herbsthöhepunkt für Heim dann doch nicht nach Wunsch verlief.

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Der Frankfurt-Marathon ist als „Gold Label Race“ einer der bestbesetzten Marathons weltweit. Am vergangenen Sonntag stand das Frauenfeld im Vordergrund. Mit Lorna Salpeter (Israel) führte die Nummer zwei der Weltrangliste (2:19:46 h) die über 30 Eliteläuferinnen an, die eine Bestzeit unter 2:39 Stunden aufwiesen. Darunter auch Thea Heim, die ihre 2:36 Stunden beim Marathon-Debüt im April (wir berichteten) verbessern wollte.

Aber schon die Anreise am Donnerstag mit der Bahn stand unter keinem guten Stern. Statt der normalen vier waren Heim und ihr Coach Norman Feiler stattliche achteinhalb Stunden in überfüllten Zügen unterwegs. Man hatte aber noch zwei Tage Zeit, in denen einige Termine anstanden, unter anderem Vorgespräche mit den TV-Experten Dieter Baumann und Denise Krebs, die Heim als Geheimtipp auf der Rechnung hatten. Am Renntag selber waren die Bedingungen nahezu ideal für ein Langstreckenrennen: 14 Grad und leichter Wind. Entsprechend positiv ging Heim samt Pacemaker Nikki Johnstone ins Rennen.

Zunächst lief alles nach Plan. An der ersten Getränkestation nach fünf Kilometern klappte die Versorgung durch Feiler hervorragend. Heim war schnell unterwegs. „Es fühlte sich ganz okay an, aber ich hatte natürlich viel Adrenalin im Körper. Trotzdem fielen mir die Anstiege schon etwas schwer. Das war ungewöhnlich“, blickt Heim zurück. Und ihr Körpergefühl sollte sie nicht täuschen. Bis Kilometer 15 war sie sehr gut unterwegs, dann wurden die Bein plötzlich schwer – viel zu früh für einen Marathon. Exakt in 1:16:30 Stunden ging sie den Halbmarathon durch, was genau dem Zeitplan entsprach. „Aber bei Kilometer 22 hatte ich das Gefühl jemand zieht mir den Stecker. Die Beine wollten gar nicht mehr“, beschreibt Heim die entscheidende Rennsituation.

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Dennoch konnte sie das Bestzeitentempo einigermaßen bis Kilometer 30 halten. Aber sie musste schon kämpfen und bald deutlich vom Tempo gehen. „Das hatte ich noch nie erlebt in einem Rennen. Norman wollte mich schon aus dem Rennen nehmen, weil ich so blass war. Aber ich wollte unbedingt finishen“, berichtet Heim. So kämpfte sich die 27-Jährige ins Ziel – kreidebleich.

Mit ihrer Zeit (2:41:14 h) war Heim zwar zweitbeste Deutsche hinter Lokalmatadorin Katharina Steinruck und rangierte auf Gesamtrang 25, aber Athletin und Coach hatten eine ganz andere Zeit angestrebt. Die Ursache des Leistungseinbruchs trat wenige Stunden nach dem Rennen zutage. Heim hatte leichtes Fieber, Halsschmerzen und die Nase lief. Ein Besuch beim Arzt brachte Gewissheit: Heim hatte sich einen Infekt eingefangen, der unter der Belastung ausbrach. „Die Pulswerte waren okay. Nur am Tag vor dem Rennen war der Ruhepuls etwas erhöht. Das haben wir auf die Nervosität geschoben, weil sich Thea sonst gut gefühlt hat. Vielleicht hat sie sich auf der Anreise was eingefangen“, mutmaßt Feiler.

Heims Marathon-Debüt in Hamburg: Ein Lauf wie aus dem Bilderbuch.

Auch wenn Heim nicht abergläubisch ist: Das dreizehnte Rennen war nicht vom Glück begünstigt. Trotzdem ist 2019 das bisher erfolgreichste Jahr in der Karriere von Thea Heim. „Sicher bin ich etwas enttäuscht, aber letztlich bin ich ins Ziel gelaufen, was mich sehr stolz macht. Auch solche Tage muss man verarbeiten.“ Jetzt heißt es erst einmal gesund werden, bevor man an neue Herausforderungen denkt.

Quelle: Merkur.de

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