1860-Leitwolf Kokocinski im Interview

Löwen- oder Bayern-Profi? "Dafür war ich zu brav"

+
Michael Kocokinski hat eine schwere zeit hinter sich. Im neuen Jahr möchte er wieder angreifen.

TSV 1860 Rosenheim - Michael Kokocinski ist einer der Leitwölfe beim TSV 1860 Rosenheim. Doch seit August ist er zum Zuschauen verdammt. Schuld daran ist das Pfeiffersche Drüsenfieber. 

Wir sprachen mit ihm über eine schwierige Zeit, seine Ziele mit Rosenheim und seine Zeit bei Bayern und den Löwen.

Michael, ihr habt eine solide Hinrunde hingelegt. Hättest du dir als letztjähriger Meister mehr erhofft?

Klar habe ich mir mehr erhofft. In den ersten Spielen haben unsere jungen Spieler zu viel Respekt vor der neuen Liga gehabt. Dabei gab es dafür keinen Grund. Wir sind schließlich als Meister aufgestiegen! Danach haben wichtige Stützen gefehlt. So ist es halt mal im Fussball.

Ihr musstet mit einem neuen Trainer in die Saison gehen. Wie war die Umstellung von Marco Schmidt auf Dirk Teschke?

Die Umstellung war nicht sehr groß. Das Training ist bei jedem Trainer unterschiedlich. Dennoch haben beide die selbe Philosophie, Fussball zu spielen. Dirk und Tom haben ein schweres Erbe angetreten. Sie haben ein intakte, erfolgreiche Mannschaft übernommen. Da kann man mehr falsch als richtig machen. Ein schlechter Start in die Saison und die Zwei wären die Verantwortlichen dafür gewesen.

Doch bis jetzt machen sie das super. Trotz vieler Verletzungen sind wir im Mittelfeld in der Tabelle. Hätten die beiden alle Spieler zur Verfügung gehabt, wären sicher ein paar Punkte mehr in der Vorrunde drin gewesen.

Du hast dein letztes Spiel im August gemacht. Wie bitter ist es, seitdem nur zuschauen zu können?

Ich denke, dass es für jeden Fussballer bitter ist, wenn er so lange nicht spielen kann. Ich habe zwei von drei Top-Heimspielen verpasst. Gegen Bayern hab ich noch gespielt. Aber gegen 1860 II und Buchbach musste ich leider zuschauen. Das ärgert mich am meisten.

Mit 27 bist du einer der älteren Spieler in der Mannschaft. Passt die Rolle des Leitwolfs zu dir?

Ja, das kann man so sagen. Ich gehöre zu den Leitwölfen in unserer Mannschaft. Wir haben sechs ältere Spieler im Team die ganz wichtig für uns sind. Es gibt bei uns sicher bessere Fußballer. Trotzdem merkt man bei Spielen, - wie zum Beispiel gegen Buchbach - dass der ein oder andere erfahrene Spieler gefehlt hat.

Du hast beim FC Bayern und bei den Löwen gespielt, später auch in der dritten Liga. Warum hat es für ganz oben bei dir nicht gereicht?

Bei 1860 München habe ich als jüngerer A-Jugend-Spieler als Innenverteidiger ein erfolgreiches, aber auch körperlich sehr anstrengendes Jahr gehabt. Auf Grund der Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft, dem Training bei den Profis und die vielen DFB-Einladungen habe ich nur eine Woche Sommerpause gehabt. Die Vorbereitung mit den Profis in der kommenden Saison musste ich dann auf Grund einer Schambeinentzündung nach einer Woche abbrechen. Sieben Monate war ich in der wichtigsten Phase eines jungen Fussballprofis verletzt und bin auch in den folgenden zwei Jahren immer wieder durch kleinere Verletzungen zurückgeworfen worden. Ich denke, dass das einer der Hauptgründe war, warum ich es nicht nach oben geschafft habe.

Du hast nach deiner Zeit bei 1860 u. a. auch bei Burghausen einen Anlauf versucht. Was lief dort nicht richtig?

In den folgenden Vereinen - Bayern, Offenbach und Burghausen - habe ich nie die Chance als Innenverteidiger bekommen. Ich wurde immer wieder auf die linke Außenverteidigerpositon gestellt, da ich Linksfuß war. Dafür hat mir einfach die Dynamik von Spielern wie Alaba, Lahm oder Schmelzer gefehlt. Ich habe meine Seite gut zugestellt, aber die Power nach vorne hat mir dann gefehlt.

Was würdest du heute anders machen?

Ich war zu brav! Ich hätte auf die Trainer zugehen müssen und Ihnen sagen, dass ich ein gut ausgebildeter Innenverteidiger bin und vielleicht mal als Notlösung links hinten spielen kann. Aber nicht für die ganze Saison. Aus diesem Grund habe ich aufgehört. Ich habe gewusst, dass ich als linker Verteidiger nicht über die dritte Liga hinauskomme. Als Innenverteidiger oder Sechser wäre es vielleicht anders gelaufen. Meine Stärken liegen im Kopfball, in meiner Spielübersicht und der Führung einer Mannschaft. Nicht in der Dynamik und Schnelligkeit.

Was nimmst du dir fürs neue Jahr vor?

Mein wichtigstes Ziel im neuen Jahr ist, dass ich wieder richtig gesund und fit werde. Ich will der Mannschaft in der Rückrunde wieder helfen. Naja und ein Tor fehlt mir noch. Bis jetzt habe ich jede Saison eines geschossen.

Wo landet dein Team am Ende der Saison?

Wenn wir gut in die Rückrunde starten, kommen wir unter die ersten sechs Mannschaften!

Interview: Christoph Seidl

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Arjen Robben: Kantersieg bei Trainer-Premiere - Ex-Bayern-Star erklärt seine Vereinswahl
Arjen Robben: Kantersieg bei Trainer-Premiere - Ex-Bayern-Star erklärt seine Vereinswahl
TuS Holzkirchen: Tore für den Frustabbau
TuS Holzkirchen: Tore für den Frustabbau
Nils Haack: SE Freising überdurchschnittlich gut, aber noch nicht spitze
Nils Haack: SE Freising überdurchschnittlich gut, aber noch nicht spitze
Wehner-Doppelpack bricht Glonn II das Genick - Anzing II mit weißer Weste
Wehner-Doppelpack bricht Glonn II das Genick - Anzing II mit weißer Weste

Kommentare