Aufsteiger vergibt zahlreiche Gelegenheiten

Türkgücü München verliert trotz Chancenwucher - „Rostock war abgebrühter“

Flugshow ohne Wirkung: Türkgücüs Torwart René Vollath kann den Ball nicht halten, Hansa Rostock erzielt das 1:0.
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Flugshow ohne Wirkung: Türkgücüs Torwart René Vollath kann den Ball nicht halten, Hansa Rostock erzielt das 1:0.

Die Nachbarschaftshilfe hielt nur rund eine Halbzeit. Türkgücü München konnte den Löwen im gestrigen Spiel keine Schützenhilfe im Kampf um den Aufstieg leisten, Hansa Rostock gewann 3:0 und entführte drei Punkte aus dem Grünwalder Stadion.

München– Ein Abtasten gab es nicht. In den ersten drei Minuten wurde ein Schuss von Türkgücüs Topscorer Sercan Sararer im Strafraum gerade noch so geblockt, ein Kopfball von Filip Kusic von der Linie gekratzt – und dann vergab auch noch Sebastian Maier aus kurzer Distanz gleich doppelt. Rostock versuchte es mit einem Abschluss von Manuel Farrona Pulido, die spielbestimmende Mannschaft blieb aber Türkgücü. Nach einem schönen Pass von Kusic in die Tiefe zirkelte Noel Niemann den Ball knapp am Tor vorbei (6.). Trotz des Ausfalls von Petar Sliskovic verzichtete Trainer Serdar Dayat auf Mittelstürmer Lucas Röser.

Hansa Rostock bestraft Türkgücü München eiskalt

Der taktische Kniff zeigte zunächst Wirkung: Die Münchner setzten auf schnell vorgetragene, schnörkellose Angriffe. Zudem kehrten die beiden zweikampfstarken Österreicher Stefan Stangl und Phlipp Erhardt nach Verletzungspause in die Startelf zurück. Als das Chancenfeuerwerk der Anfangsphase verpufft war, spielte der Neuling in der 3. Liga weiter stark auf. Türkgücü agierte zwar eine Halbzeit lang wie eine Spitzenmannschaft, doch der Tabellendritte von der Ostsee erteilte den Hausherren kurz vor Pausenpfiff eine Lehrstunde in Sachen Effizienz: Nach einer Ecke traf Pulido zur Führung. „Wir haben super angefangen, toll nach vorne gespielt. Es hat einfach das Glück gefehlt“, sagte Kilian Fischer, der seit dieser Woche wieder mit der Mannschaft trainiert, in der Halbzeit. Das Glück fehlte weiterhin: Nach der Auswechslung von Stangl rückte Boubacar Barry als Linksverteidiger nach hinten, vergaß aber offensichtlich kurzzeitig, dass man auf dieser Position auch defensiv arbeiten muss. Die Lücke nutzte Bentley Baxter Bahn zum 2:0 (59.).

Türkgücü drückte anschließend noch mal, Niemann traf aber nur die Latte. Rostock machte es wieder besser, Nik Omladic erhöhte auf 3:0. „Gegen so eine Mannschaft musst du die Chancen nutzen. Rostock war abgebrühter“, sagte Dayat nach Abpfiff.  

(Nico-Marius Schmitz)

Quelle: Merkur.de

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