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Alarmstimmung bei Türkgücü München - „Es ist schwierig, wenn ich hier einen von Heimat erzähle“

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Von: Nico-Marius Schmitz

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Ins Straucheln geraten: Bei Türkgücü läuft es nicht rund, hier stolpert exemplarisch Alexander Sorge (l.).
Ins Straucheln geraten: Bei Türkgücü läuft es nicht rund, hier stolpert exemplarisch Alexander Sorge (l.). © Imago

Es gibt zurzeit zwei Welten bei Türkgücü München. An der Heinrich-Wieland-Straße läuft es, das Training von Peter Hyballa ist intensiv, die Spieler ziehen mit.

München – Im Olympiastadion und auch auf fremden Plätzen sieht das dann anders aus. Fünf Pleiten aus den letzten sechs Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Platz 14 verhöhnt die Ansprüche des Clubs.

Eine Analyse.

„Wir verpflichten gute Spieler und bezahlen sie auch gut.“

Max Kothny erwartet Leistungen von seinen Spielern.

Die Mannschaft: Klar, die Stimmung im Team wird in sportlichen schlechten Zeiten gerne herangezogen. Geschäftsführer Max Kothny sprach von einer „Sattheit“ innerhalb der Mannschaft, bemängelte fehlende Hingabe für das Projekt: „Man muss sich mit den Zielen, die wir haben, identifizieren, das sehe ich auf dem Platz nicht.“ Nach „ganz harten 45 Minuten“ bei der 1:2-Niederlage gegen Viktoria Köln brodelte es in Kothny, in der Halbzeitpause gab es die Generalkritik. Obwohl sich der 24-Jährige zuletzt bewusst zurückgehalten hatte. Sein Verdacht: Die „Wohlfühloase Türkgücü München“ habe sich in den Köpfen der Spieler eingebrannt. Wohlfühloase? Bei Türkgücü? Die Trainingsbedingungen auf der Bezirkssportanlage samt Athletik-Einheiten in der Kabine lassen nicht darauf schließen. Aber: Bei den Münchnern wird für Drittliga-Verhältnisse überdurchschnittlich gut entlohnt. „Wir verpflichten gute Spieler und bezahlen sie auch gut. Aber dann erwarten wir auch volle Leidenschaft und Leistung“, sagt Kothny. In dieser Woche soll es eine intensive Analyse geben. Einige Profis dürften im Winter abgegeben werden.

Türkgücü München: In der Offensive hapert`s - Fans bleiben fern

Der Trainer: Er ist gekommen, um die Mannschaft wachzurütteln. Nach dem ruhigen Petr Ruman wollten die Münchner mit dem wilden Peter Hyballa Akzente setzen. Und ja, phasenweise funktioniert auch das aggressive Gegenpressing, das er predigt. Dann gibt es aber auch Totalausfälle wie die ersten 45 Minuten gegen Viktoria Köln. Es habe „die Laufbereitschaft gefehlt, Raumvermögen gefehlt, 4-4-2-Mittelfeldpressing gefehlt, 4-3-3-Angriffspressing gefehlt“, sagte Hyballa. Auffällig zudem, dass die Angreifer Sercan Sararer, Petar Sliskovic oder auch Königstransfer Albion Vrenezi nicht zünden. „Im Toreschießen sind wir nicht so gut. Heute nicht und auch in den letzten Wochen nicht“, sagt Hyballa. Nach der Länderspielpause sollte schleunigst damit begonnen werden, sonst wird es auch für Hyballa eng.

Zuschauer: Der Fan-Zuspruch im Olympiastadion enttäuscht bislang. Vor Corona hatte der Verein mal mit 3000 bis 4000 Zuschauern geplant, gegen Viktoria verfolgten nur rund 1000 Interessierte das Spiel. Hyballa: „Es ist schwierig, wenn ich hier einen von Heimat erzähle und dann sieht man ganz viele grüne Sitzschalen.“ (Nico-Marius Schmitz)

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