5:4 – Haching dreht irres Spiel

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Pure Begeisterung: Die Hachinger Fans wurden bestens unterhalten.

Was für ein Spiel! In einem denkwürdigen bayerischen Derby bezwingt die SpVgg Unterhaching dank dreier Last-Minute-Treffer die Würzburger Kickers mit 5:4 (2:3).

Unterhaching – Der erste Blitz schlug am Samstag um 15.12 Uhr unweit des Unterhachinger Sportparks ein. Die Drittliga-Partie der SpVgg Unterhaching gegen die Würzburger Kickers wurde deshalb vom Schiedsrichter Christof Günsch unterbrochen. Für den nächsten Paukenschlag sorgten dann die Hachinger eine knappe dreiviertel Stunde später: Mit 2:4 nach der 57. Minute bei der Regenpause in die Kabine gegangen, brannten die Hachinger in der Schlussphase ein regelrechtes Feuerwerk ab und drehten das Spiel mit drei Treffern innerhalb der letzten sechs Spielminuten.

Nach dem 5:4 von Neuzugang Moritz Heinrich in der vierten Minute der Nachspielzeit brachen im Unterhachinger Sportpark alle Dämme. Die Freude war riesengroß, im Stile eines Bienenschwarms rannten Spieler, Trainer und Verantwortliche in Richtung des Siegtorschützen. „Man wird belohnt, wenn man an sich glaubt“, sagte SpVgg-Cheftrainer Claus Schromm nach dem ersten Saisonsieg.

Für die 3250 Zuschauer war im bayerischen Derby so einiges geboten: Neun Tore, eine 18-minütige Spielunterbrechung wegen eines heftigen Gewitters mit starken Regenschauern sowie spektakuläre Treffer gab es beim ersten Heimspiel des Drittligisten zu sehen. Ohne den wegen einer Meniskusverletzung fehlenden Sascha Bigalke startete die Mannschaft schlecht in die Partie. Wie beim letzten Aufeinandertreffen in der Vorsaison, als Würzburg die SpVgg beim 0:3 Anfang April an gleicher Stelle im Halbfinale des bayerischen Pokals regelrecht vorgeführt hatte, schien das Spiel auch diesmal zunächst in diese für die Hachinger frustrierende Richtung zu laufen. Würzburgs Luke Hemmerich beförderte einen noch von der Hachinger Mauer abgefälschten Freistoß unhaltbar zum 1:0 für die Gäste ins Tor (4.). Es folgte ein schwerer Patzer des Hachinger Schlussmanns Nico Mantl, der den Ball nach einem Rückpass von Markus Schwabl im eigenen Strafraum leichtfertig an den anlaufenden Luca Pfeiffer verlor und dabei zusehen musste, wie der Würzburger Angreifer den Ball ins leere Tor zum 2:0 für die Unterfranken einschob (8.).

Zum Glück aus Sicht der Heimelf hatte diesmal der für Bigalke in die Startelf gerückte Angreifer Stefan Schimmer diesmal sein Visier bestens eingestellt. Nach einer Flanke vom rechten Flügel traf der Stürmer per Kopf zum 1:2 (34.). Und auch auf das zwischenzeitliche 1:3, das der ehemalige Hachinger Dominik Widemann per Flachschuss aus zehn Metern in der 42. Minute erzielt hatte, konnte Schimmer mit einem Tor antworten. Eine Vorarbeit von der rechten Seite verwertete der Torjäger per Drehschuss aus 20 Metern zum 2:3 (45.+2).

In der zweiten Halbzeit schien die Partie beim schnelle 2:4 von Widemann (48.) ihren Lauf zugunsten der Gäste zu nehmen. Doch dann kamen der Blitz und der Donner, die nach einer knappen Stunde Spielzeit dem Spiel eine Wendung geben sollte. Während die Würzburger nach der Unterbrechung ihren Vorsprung fast nur noch verwalteten und das 5:2 bei einem Lattenschuss (66.) und bei einem Heber von Fabio Kaufmann freistehend vor Mantl (78.) ausließen, drehten die Rot-Blauen in der Schlussphase auf. Der kurz zuvor eingewechselte Christoph Ehlich stand dabei im Mittelpunkt: Zunächst beförderte das Hachinger Eigengewächs den Ball mit einem Flachschuss selbst zum 3:4 ins Tor (85.). Kurz darauf traf der 20-Jährige Würzburgs Niklas Zulciak kurz vor der Strafraumgrenze an der Hand. Den folgenden Freistoß verwandelte Alexander Winkler mit einem satten Flachschuss, der über den linken Innenpfosten im Tor zum 4:4 landete (90.+1). Den krönenden Abschluss zum 5:4 markierte dann Heinrich, der nach einer schönen Vorarbeit von Schimmer anschließend von Lucas Hufnagel mustergültig vor dem Tor bedient wurde (90.+5). „Wir hatten nichts zu verlieren. Wir wussten, dass wir eine Chance haben, wenn wir nach der Regenpause noch ein Tor schießen“, sagte der Siegtorschütze Heinrich.

Quelle: Merkur.de

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