Überraschungsmannschaften der A-Klassen Kreis „Zugspitze“

„Im oberen Drittel mitspielen können“ - Söchering, Hugelfing und Wessobrunn träumen vom Titel

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Wer hat am Ende die Nase vorn? Der SV Wessobrunn (in grün-schwarzen Trikots, hier Benjamin Wild) und der SV Hohenfurch liefern sich in der A-Klasse 8 ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel. 

Seit einigen Wochen ruht der Spielbetrieb im Kreis „Zugspitze“. In den A-Klassen wechselten sich bei den Vereinen aus dem Landkreis Weilheim-Schongau Licht und Schatten ab. Nachfolgend einige – subjektiv ausgewählte – Mannschaften, die bislang positiv überrascht haben.

VON STEFAN SCHNÜRER

SV Söchering

In der A-Klasse 6 hat sich der SV Söchering seit mehreren Jahren in der Spitzengruppe etabliert. In den vergangenen beiden Jahren schlossen die Söcheringer die Spielzeit jeweils mit Rang drei ab. Davor erreichten sie zweimal in Folge Rang zwei, in der anschließenden Relegation scheiterten sie aber beide Male. In dieser Saison folgt jetzt der fünfte Anlauf. Dank eines souveränen 4:0-Heimsiegs im Nachholspiel gegen den FC Oberau gehen die Söcheringer als Tabellenzweiter in die Winterpause. Auch wenn für den Außenstehenden der Aufstieg in die Kreisklasse überfällig erscheinen mag, die Verantwortlichen üben keinen Druck auf die Mannschaft aus. „Wenn es passiert, dann passiert es“, so die Maxime von Peter Kramer, dem Sportlichen Leiter beim SVS. Wichtig sei in erster Linie, „dass die Burschen beim Fußball Spaß haben“.

Das soll jetzt aber nicht heißen, dass die Söcheringer in der anstehenden Frühjahrsserie die Dinge einfach so laufen lassen wollen. Auch wenn aufgrund des übersichtlichen Kaders „der Konkurrenzkampf etwas beschränkt ist“, wie Kramer berichtet, „werden wir schon versuchen, anzugreifen“. Der Sportliche Leiter hegt aber leise Zweifel, dass der Sprung ganz nach oben noch gelingen wird. Denn: Tabellenführer Bichl „spielt heuer schon sehr souverän“, so Kramer. Im Moment beträgt der Rückstand auf die Bichler, die vergangene Saison noch in der B-Klasse waren, sechs Zähler. Zurückzuführen ist dieser Rückstand auf eine Schwächephase der Söcheringer im September, als sie in fünf Partien sieglos blieben und nur drei von 15 möglichen Punkten holten. In dieser Phase setzte es auch ein 0:4 gegen Bichl – es war die bis dato höchste Niederlage dieser Saison. Dennoch zieht Kramer eine positive Zwischenbilanz. „Ich bin zufrieden, auch nach den vielen Unentschieden.“ Und sollte es auch diesmal wieder nicht mit dem Aufstieg klappen, wäre das für ihn auch kein Weltuntergang. „Mit Eschenlohe bin ich viermal Zweiter geworden und viermal in der Relegation gescheitert“, erinnert sich Kramer. Das Leben ging trotzdem weiter.

SC Huglfing

Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg in die A-Klasse 6 hat sich der SC Huglfing zur Winterpause den dritten Platz gesichert. Zugegeben, die Tabelle ist dicht gedrängt, und mit zwei, drei Niederlagen kann es ganz schnell ins untere Tabellendrittel gehen, doch das soll die Leistung der Huglfinger nicht schmälern. Für Trainer Anton Heichele kommt die positive Entwicklung seiner Mannschaft ohnehin nicht überraschend: „Ich habe mir schon ausgerechnet, dass wir im oberen Drittel mitspielen können.“

Dabei waren die Voraussetzungen für sein Team nicht immer die besten. Praktisch die gesamte Hinrunde hatten die Huglfinger mit Personalproblemen zu kämpfen. Nizar Taboubi etwa verletzte sich im zweiten Saisonspiel und fiel für den Rest des Jahres aus. Noch schlimmer war es bei Matthias Listle, der bislang überhaupt noch nicht zum Einsatz kam. „Und auf ihn habe ich viel gesetzt“, so Heichele. Bei Huglfings Coach ist die Hoffnung jedoch groß, dass im neuen Jahr einige seiner Langzeitverletzten wieder zurückkehren in den Kader.

Was den Coach in jedem Fall zuversichtlich stimmt: Seine Mannschaft hat Perspektive, da sie noch sehr jung ist. In den vergangenen beiden Jahren hat Heichele, der den SC mittlerweile in seiner dritten Saison betreut, ein halbes Dutzend an Jugendspielern bekommen, die er für befähigt hält, dem Herrenteam in der A-Klasse auf Anhieb weiterzuhelfen. Trotzdem ist der Kader nicht so umfangreich, dass er auf Dauer mehrere Ausfälle von Spielern verkraften kann.

Was Heichele besonders freut, ist die Einstellung in seinem Team: In der Vorbereitung auf die Saison „haben wir extrem viel und hart trainiert“, berichtet Heichele – und seine Spieler zogen klaglos mit. Im Laufe der Saison ließ die Trainingsbeteiligung nach, da sich die Studenten im Team während der Woche in alle Winde verstreuten. „Und bei manchen merkst du einfach: Ohne Training geht es nicht“, hat der Huglfinger Trainer festgestellt.

Dennoch ist ihm vor der Rückrunde nicht bange. Zwar werde er sich jetzt nicht hinstellen und großspurig Platz eins oder zwei als Ziel ausgeben, „aber Spannung sollte schon da sein“, so Heichele.

Heichele vergisst nicht zu erwähnen, dass der Aufschwung im Huglfinger Fußball nicht zuletzt auch mit der rührigen Spartenleitung um Georg Tafertshofer, Bernhard Kößler und Karl Albrecht zu tun hat. „Hier wird nicht nur geredet, sondern auch gearbeitet“, lobt Heichele. „Im Moment macht es einfach einen Riesenspaß.“

SV Wessobrunn

Der SV Wessobrunn steht zur Winterpause in der A-Klasse 8 nur auf Rang drei. Gefühlt ist er jedoch Tabellenführer, da er im Vergleich zu den anderen beiden Konkurrenten SV Hohenfurch und TSV Ingenried zwei Partien weniger ausgetragen hat. Zudem hat es das Team aus dem Klosterdorf geschafft, als bislang einziges Team in dieser Spielklasse ungeschlagen zu sein. Trainer Stephan Kopp schwankt nach dieser überaus hervorragenden Vorrunde zwischen Angriffslust und vornehmer Zurückhaltung. Natürlich gebe es da Gedankenspiele, was passieren könne, wenn die Mannschaft ihre Topform auch in der zweiten Halbserie abrufen kann. „Aber das Wort ,Aufstieg’ nehme ich noch nicht in den Mund“, betont Kopp. Ursprünglich war das vorrangige Ziel, frühzeitig die nötigen Punkte gegen den Abstieg zu holen. Der Blick auf die Tabelle zeigt: Dieses Ziel haben die Wessobrunner bereits jetzt erreicht. Nunmehr können sie sich höheren Aufgaben widmen.

Völlig aus dem Nichts kommt die positive Entwicklung seiner Mannschaft für Kopp jedoch nicht. „Wir haben einen kleinen, aber ausgeglichenen Kader“, so der Coach. Zudem freut ihn díe gute Trainingsbeteiligung. „Und wir haben da ein paar Spieler, die den Unterschied ausmachen“, betont Kopp. Als Beispiele nennt er Torjäger Benjamin Wild (bislang neun Treffer) sowie Allrounder Andreas Timmermann: „Das ist unser Philipp Lahm.“ Florian Rieger zählt Kopp „zu den besten Spielern der A-Klasse 8“. Ein weiterer Erfolgsgarant ist die bombensichere Abwehr, die in bislang zwölf Partien gerade einmal zehn Treffer kassiert hat.

Den Grundstein für ihren Höhenflug legten die Wessobrunner laut ihrem Trainer gleich zum Saisonstart. Da gab es gleich einmal ein 2:0 gegen den – letztlich aber überbewerteten – Kreisklassen-Absteiger Schongau. Danach bogen sie gegen den anderen Kreisklassen-Absteiger, den SC Böbing, einen 0:2-Rückstand noch in ein 2:2 um. Bei der anschließenden 7:0-Gala gegen Burggen „haben wir uns in einen Rausch gespielt“, so Kopp. Gegen die beiden Titelaspiranten Hohenfurch und Ingenried erkämpfte sich der SVW zum Ende der Herbstserie jeweils ein 1:1. Für die Frühjahrsserie hat sich Stephan Kopp vorgenommen, mit seiner Mannschaft so lange wie möglich oben mitzuspielen.

Quelle: Merkur.de

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