Wütende Mannschaft nach Niederlage in der Vorwoche

Nur 12 Aktive: Stier parkt in Vilzing den Bus vorm Strafraum

Der nächste Ausfall: Außenverteidiger Andrej Skoro (li.) zog sich im Training eine schwere Knieverletzung zu und lässt damit das Lazarett des BCF weiter anwachsen. Für das Match in Vilzing stehen nur zwölf Mann zur Verfügung. F: hl

BCF Wolfratshausen - Ausnahmezustand beim BCF Wolfratshausen: Für die Dienstreise zur DJK Vilzing stehen Trainer Marco Stier lediglich noch zwölf einsatzfähige Feldspieler zur Verfü- gung, weshalb er extrem defensiv auftreten lässt.

Die Situation ist perfide. Als zu Saisonbeginn die ersten Meldungen über verletzte Spieler eintrafen, dachte sich Marco Stier, das wird schon wieder, irgendwann kehrt das Glück zum BCF zurück. Schließlich hätte es schlimmer kommen können. Und was passiert jetzt, da sich die Vorrunde dem Ende zuneigt? Von Fortuna keine Spur, und schlimmer gekommen ist es auch noch. Augenscheinlich wurde es, als Andrej Skoro vom Training mit dem Krankenwagen abgeholt wurde. „Es hat geknallt im Knie“, befürchtet sein Coach das Schlimmste.

Der Außenverteidiger reiht sich damit in eine stattliche Aufzählung aktueller Absenzen ein. Mitch Ott unterzog sich einer Bandscheiben-OP, Mitch Rödl weilt für eine Woche im Urlaub, und mit Lars Nummer sowie Wilson Onyemaeke (Innenbandanriss) sind zwei weitere Stammkräfte nicht einsatzfähig. Ergänzt wird die Liste durch Anthony Butge, Jonas Reitl und Ivan Vidovic. Was bleibt ist eine Startelf, in der Ergänzungsspieler Emanuel Endl als Linksverteidiger ran muss. Und in der Sandro Wolfinger nach zehntägiger Grippe einen von zwei verbliebenen Auswechselspieler stellt.

Stier hätte allen Grund zu jammern. Doch er tut es nicht. „Das soll keine Ausrede sein“, sagt der 33-Jährige vor der Partie beim Tabellenfünften Vilzing. Aber eben ein Hinweis, nicht zu viel zu erwarten. „Ein Punkt wäre gigantisch“, schraubt der Trainer die Zielsetzung auf ein Minimum herunter. Dabei könnte der Ballclub nach zuletzt zwei Niederlagen ein Plus auf der Habenseite nur zu gut gebrauchen. Doch müssen derlei Erfordernisse wenigstens eine Woche hinten anstehen. Zumal die DJK für Stier das „Nonplusultra“ der Bayernliga Süd hinter dem SV Pullach ist: „Sie haben einen richtig starken Kader.“ Der Rückstand auf die Spitze rührt laut Stier von der Anlaufzeit, die die Oberpfälzer zu Saisonbeginn in Anspruch nahmen. „Aber jetzt kommen sie ins Rollen.“

Beim Blick auf die Vilzinger Neuverpflichtungen kann der Cheftrainer nur ungläubig den Kopf schütteln: „Solche Spieler können wir nicht nach Wolfratshausen holen.“ Aber vielleicht in der Winterpause doch noch den einen oder anderen ligaerprobten Akteur, sollte die Misere von längerer Dauer sein. Eingedenk der Personallage setzt Stier auf eine ihm unliebsame Taktik: „Wir müssen uns hinten reinstellen, auch wenn das nicht meine Philosophie ist.“ Klar ist: Der BCF tritt in Vilzing emotionaler als sonst an. Stier hat eine „gehörige Portion Wut“ bei seinen Kickern ausgemacht – ausgehend von den Ereignissen der Vorwoche, als sich die Farcheter vom Unparteiischen-Trio verschaukelt fühlten. „So oft daneben schauen, das kommt mir schon suspekt vor“, tarockt der Coach noch einmal nach. Auf einen Protest verzichte man: „Bringt eh nichts“, wiegelt Stier ab.

BCF Wolfratshausen

Heep – Bonic, Gobitaka, Kantar, Endl,

Potenza, Lehr, Puta, Knecht, Schnabel, Hauk; Karaca, Tomicic, Wolfinger.

Schiedsrichter: Andreas Höcker (SV Schalding-Heining).

Busabfahrt: 10.30 Uhr am Isar-Loisach-Stadion.

Quelle: fussball-vorort.de

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