Ex-Löwen Schmidt und Hofmann vor Stadtduell

Türkgücü-Coach „brutal heiß“ aufs Derby: „Zeit bei 1860 nicht vergessen“

Er kennt beide Vereine: Der Coach von Türkgücü München. Alexander Schmidt im Interview vor dem Derby gegen den TSV 1860.
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Er kennt beide Vereine: Der Coach von Türkgücü München. Alexander Schmidt im Interview vor dem Derby gegen den TSV 1860.

Vier Münchner Mannschaften spielen in der 3. Liga. Zwei treffen am 13. Spieltag aufeinander. Vor dem Derby 1860 gegen Türkgücü findet Alexander Schmidt Lob und Kritik.

München- Bald ist es soweit. Das lang ersehnte Derby zwischen zwei Münchner Mannschaften steht an. Nein, die Rede ist nicht vom Duell FC Bayern II gegen den TSV 1860 München, sondern vom Spitzenspiel Türkgücü München gegen den TSV 1860. Am 13. Spieltag der 3. Liga stehen sich der Tabellenvierte und Tabellenachte aus München gegenüber. 

In der Tabelle steht der TSV 1860 München vier Plätze über dem Aufsteiger Türkgücü, dennoch trennen die beiden Teams nur zwei Punkte. Mit einem Sieg könnten sich die Löwen also weiter in der Spitze der Liga festsetzen, Türkgücü kann aber auch die Löwen überholen und selbst auf den vierten Platz klettern. Wie das Spiel am Samstag um 14 Uhr im Grünwalder Stadion ausgeht, ist auf jeden Fall ein Fingerzeig. Der Sieger ist weit vor dem aktuell formschwachen und amtierenden Meister FC Bayern München II zumindest für den Moment die zweite Kraft in der bayerischen Landeshauptstadt.

Tükgücü-Coach Schmidt im Interview vorm Topspiel gegen den TSV 1860

Vor dem Stadtderby spricht Türkgücü-Trainer Alexander Schmidt mit db24 über seine eigene Zeit beim TSV 1860 München, welche Probleme es auch schon damals gab und wie er und sein Team sich auf das Spitzenspiel am Samstag vorbereiten. 

Der 52-Jährige kommt aus dem Schwärmen schon fast gar nicht mehr heraus. Für ihn holt Trainerkollege Michael Köllner derzeit „das Maximale heraus“. Er beschreibt den TSV-Coach als „akribisch“ und mit „gutem Plan“. Er geht sogar noch einen Schritt weiter: „1860 ist ein großer Verein, für den die 3. Liga nur Durchgangsstation sein darf.“ Laut dem Ex-Löwen Trainer hat der TSV also durchaus das Zeug um dieses Jahr um die oberen Plätze, ja, gar um den Aufstieg mitzuspielen.

Dennoch findet Alexander Schmidt auch negative Worte, vor allem, wenn es um das Klima oder seine eigene Zeit bei den Löwen geht. Er selbst war insgesamt zehn Jahre unter Vertrag beim TSV 1860 und war zudem kurzzeitig Trainer der ersten Mannschaft in der 2. Liga in den Saisons 12/13 und 13/14. 

Schmidt übt Kritik am internen Klima von TSV 1860 

Schmidt wurde entlassen, als der TSV 1860 auf Platz sechs der 2. Liga stand, dazu sagt er nur: „Je höher es bei 1860 ging, desto dünner wurde die Luft.“ Auch die Presse habe er damals unterschätzt, so der 52-Jährige. Schon damals, wie auch Ex-Sportdirektor Florian Hinterberger uns gegenüber im Interview gesagt hat, „gab es beim TSV keine gesunde Mitte. Die Erwartungshaltung war extrem. Man hat sich immer noch als Erstligist gefühlt.“ Er fügt hinzu, dass das Maximum erwartet wurde, die Voraussetzungen dafür aber gar nicht da gewesen seien. Zudem sei immer „Zwist“ und Streit gewesen. Er erwähnt den Investor Hasan Ismaik: „Ich hatte nie Probleme mit ihm.“ 

Trotzdem blickt er auch mit Freude auf seine Zeit beim TSV zurück. Er hatte damals Topspieler in seiner Jugend, wie beispielsweise die Bender-Zwillinge, Kevin Volland oder Bobby Wood

Alexander Schmidt: „Türkgücü ist das Baby von Hasan Kivran“

Auf Fragen zu seinem aktuellen Verein und Team entgegnet er, dass „Mehr Siege schon auch schön wären.“ zudem kommt der Präsident ins Gespräch: „Türkgücü ist das Baby von Hasan Kivran.“ Seine Arbeit für den Verein seit der Landesliga sei für Schmidt „nicht hoch genug zu bewerten.“ 

Mit Hinblick auf das bevorstehende Derby spricht Schmidt von einem „Prestige-Duell“. Wem er den Sieg mehr zutraut, lässt er offen, dennoch sagt er: „Wenn wir dieses Spiel gewinnen, dann würde das deutschlandweit Beachtung finden.“

Alexander Schmidt: „Mölders ist bockstark und der herausragende Spieler“

Für ihn und sein Team wird es wichtig sein, den „bockstarken“ und „herausragenden Spieler“ Sascha Mölders aus dem Spiel zu nehmen. „Unser Michi Hofmann ist schon brutal heiß. Wir haben die Zeit bei 1860 nicht vergessen.“ Schlussendlich zählt für ihn aber einzig und allein Türkgücü München

(Johanna Grimm)

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