DAS SPORTGEFLÜSTER

Als Meister Neikof Nachbar Geisling den Aufstieg überließ

Drei Geschichten einer uralten, ganz normalen sportlichen Rivalität

Die Rivalität der Nachbarvereine – drei Anekdoten aus Derbys zwischen der SpVgg Eichenkofen und dem FC Langengeisling: eine alte, eine junge und eine uralte, mit der wir beginnen.

In seinem zweiten Spiel nach dem Krieg gewinnt der FCL 3:1, der Geislinger Chronist schäumt trotzdem und schreibt: „Eichenkofen kann aus eigenen Kräften keine Mannschaft stellen, lehnt aber einen Zusammenschluss mit dem FCL ab und holt sich Spieler aus Berglern, die sich sehr unfair benahmen. Unter anderem schlug ein Lerner unserem guten Torwart Gumpinger mit dem Schuh ohne Grund derart ins Gesicht, dass er einen Schädelbruch davontrug und einen Zahn verlor.“ Erwähnt sei aber auch, das dass Verbandsspiel 1946/47, nicht „wie man sonst gewohnt ist, unfair ausgetragen wurde, sondern sehr kameradschaftlich.“.

Die mittelalte Geschichte:Ende der 1950er wird die SpVgg Eichenkofen vor dem FCL Meister. Unvergessen das Neikofener 5:1, das der Geislinger Chronist so erklärte: „Das Wetter stürmte und warf eine Menge Schnee und Kälte auf den Platz. Die Platzherren taten sich mit dem Tore schießen leicht, denn unser Torwart hatte einen schlechten Tag und ließ jeden Ball hinein, bis es fünf waren.“ Aber dann verzichtete Eichenkofen auf den Aufstieg. „In der Mannschaft spielten sehr viele Landwirte. Für sie war es zeitlich kaum möglich, die weiten Fahrten zu Spielen in München mitzumachen. Das dürfte der Grund gewesen sein“, sagt der langjährige SpVgg-Vorsitzende Gerhard Ippisch. Und so lässt Eichenkofen dem Ortsrivalen den Vortritt.

Und jetzt das jüngste Erlebnis aus dem Jahr 2012, Derby in der Kreisklasse: Der abstiegsgefährdete FCL braucht dringend einen Sieg, die SpVgg – als Tabellenneunter ungefährdet – denkt nicht daran, klein beizugeben. In der 87. Minute schießt Kilian Kaiser das Geislinger 1:0-Siegtor. Der FCL kommt in die Relegation und schafft den Klassenerhalt. Absteigen muss der FC Schwaig. Ja, tatsächlich – der heutige Bezirksligist musste in die A-Klasse. Irgendwie scheint das auch schon aus einer anderen Zeit zu sein.

Quelle: Merkur.de

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