Vorschlag von TU-Professor fällt durch

Kicken mit Maske? Fußballer aus dem Landkreis Miesbach sind sich einig

Fußballer mit Maske kennt bisher nur zum Schutz nach schweren Gesichtsverletzungen.
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Fußballer mit Maske kennt bisher nur zum Schutz nach schweren Gesichtsverletzungen.

Sport treiben mit Maske? Das hat Prof. Dr. Henning Wackerhage  von der TU München als Anregung ins Spiel gebracht. Die Fußballer aus dem Landkreis Miesbach tun sich aber schwer damit.

Kicken mit Maske? Professor Henning Wackerhage von der TU München schlägt besondere Maßnahme für Rückkehr auf Platz vor. Der Vorschlag des Sportbiologen fand bei einer Umfrage von Fußballern im Kreis Miesbach wenig Gegenliebe. 

Florian Bacher (31) Kapitän des TSV Otterfing 

Natürlich wollen wir alle wieder Fußball spielen. Zumindest wenigstens mal trainieren. Aber mit Maske? Das ist der falsche Ansatz. Zum einen bekommt man durch den Mund-Nasen-Schutz zweifelsfrei zu wenig Luft. Dies würde zur Folge haben, dass die Maske nicht ordnungsgemäß aufgesetzt wird. Zum anderen ist sogar bei korrekter Trageweise nicht ausgeschlossen, dass der Schutz verrutscht und sich so die Gefahr erhöht. Wir alle hoffen jetzt drauf, dass Mitte oder allerspätestens Ende März der gesamte Amateursport wieder erlaubt wird.

Tobias Schnitzenbaumer (36) Co-Trainer beim FC Real Kreuth

Ich halte es für einen absoluten Quatsch, Fußball mit einem Mund-Nasen-Schutz zu spielen. Auch wenn es nur zeitweise wäre. Meiner Ansicht nach sollte man abwarten, bis sich die Infektionslage so beruhigt hat, dass es wieder geht – dass man normal Fußball spielen kann. Generell finde ich auch, dass man die laufende Saison jetzt abblasen sollte, weil ich einfach glaube, dass man bereits den Bezug zu dieser Spielzeit verloren hat, weil sie sich schlichtweg schon so lange gezogen hat. Am besten wäre es, im kommenden Herbst mit einer neuen Saison zu beginnen.

Klaus Beckmann (52) Personaltrainer und Coach des FC Rottach-Egern 

Ich arbeite mit Experten zusammen, und wir machen Tests im Sportbereich, auch mit Masken. Diese schützt davor, dass Schadstoffe wie Aerosole und Coronaviren nicht so schnell in den Körper gelangen. Der Nachteil ist, dass Stoffe aus der Entgiftung beim Ausatmen in der Maske bleiben. Diese atmen wir wieder ein. Daher schadet die Maske mehr, als sie schützt. Wir brauchen in den Muskeln besonders beim Sport Sauerstoff und keine Giftstoffe. Daher ist es von unserer Seite her eine Katastrophe, Sport mit einer Maske zu treiben – das geht eigentlich gar nicht.

Benedict Gulielmo (28) Mittelfeldspieler beim TuS Holzkirchen 

Ich bin relativ offen für neue Ideen, wie schnellstmöglich weitergespielt werden kann, da mir die Lauferei langsam auf die Nerven geht. Unser Trainer hat eine App eingerichtet, und wir sollen jede Woche ein Laufprogramm absolvieren. Ohne Ball ist es nicht dasselbe. Mit Maske zu spielen müsste man ausprobieren, aber ich denke, dass die Leistungsfähigkeit nicht bei 100 Prozent sein kann. Vielleicht wäre auch die Verletzungsgefahr höher, wenn einem Spieler die Maske vom Gesicht gerissen wird. Ich hoffe, dass es bald wieder möglich ist, zu spielen – und zwar ohne Maske.

Benedikt Fess (28) Spieler beim SV Bayrischzell 

Grundsätzlich würde ich eine Maskenpflicht für Spieler ablehnen. Letztes Jahr konnte man sehen, dass unter Einhaltung der Hygienekonzepte Fußball ohne Maske möglich ist. Die Staatsregierung hat bei den Lockerungen im letzten Jahr den Amateursport außer Acht gelassen. Ich hoffe, dass jetzt der Amateursport früher miteinbezogen wird – dann ist keine Maske notwendig. Sollten bei uns ansteckendere Virus-Varianten auftauchen und das Tragen einer Maske wäre die einzige Möglichkeit, Fußball zu spielen, würde ich vielleicht darüber nachdenken.

(Umfrage: ko, meh, ts, emi, hsp)

Quelle: Merkur.de

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