„Ich glaube, das wird nicht so lustig“

Andreas Lenz startet bei Ironman WM auf Hawaii

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Radspezialist: Andreas Lenz aus Schliersee gewöhnt sich seit gut einer Woche an die Bedingungen auf Hawaii. Bei der Ironman Weltmeisterschaft haben die Teilnehmer mit Temperaturen von über 30 Grad zu kämpfen.

Andreas Lenz aus Schliersee startet am Samstag bei der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii. Wie sich der 28-Jährige darauf vorbereitet, gibt es hier:

Schliersee/Kona – Etwas mehr als ein Jahr ist es nun her, dass Andreas Lenz beim Ironman Italy in Cervia die Ziellinie erreichte, auf dieser in die Knie ging und die Arme in die Höhe streckte. Was er zu diesem Zeitpunkt wusste: Er ist ein Ironman. Lenz hat in neun Stunden, zehn Minuten und 34 Sekunden die 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen zum ersten Mal hinter sich gebracht hat. Vielleicht war dem Schlierseer auch schon bewusst, dass er als 35. der Gesamtwertung ins Ziel kam. Was Lenz zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst war? Er hat sich mit dieser Leistung bei seinem ersten Ironman gleich für die Weltmeisterschaften auf Hawaii qualifiziert. Am Samstag geht der 28-Jährige nun bei der legendären Ironman World Championship an den Start.

Andreas Lenz ist seit gut einer Woche auf Hawaii

„Ich habe noch keine Ahnung, was mich erwartet“, sagte Lenz einen Tag vor seiner Abreise. Als er dann eine Woche vor dem Wettkampf in Kona auf der Hauptinsel Hawaii ankommt, wird ihm schnell klar, warum sich um diesen Wettkampf ein solcher Mythos rangt. „Ich war schon zwei Mal beim Laufen. Ist sauheiß. Ich glaube, das wird nicht so lustig am Samstag.“ Zu der enormen Hitze der hawaiianischen Lavawüste von teils über 30 Grad kommen unberechenbare Winde hinzu: die Ho’o-Mumuku-Winde. So bezeichnen die Einheimischen plötzlich aufkommende Seitenwinde mit Geschwindigkeiten von über 80 km/h.

Erster Schreck am Flughafen: Das Rad ist weg

Gemeinsam mit Teamkollege Stefan Gottfried vom Geiger Medius Bike Base Team, Schwester Maria und Freundin Michaela trat Lenz die Reise nach Hawaii an. „Sie unterstützen mich bei allem, was auf mich zukommt“, sagt er. Den ersten Schock mussten die vier bereits am Flughafen auf Hawaii verdauen: Zusammen mit einem Koffer fehlte Lenz’ das Fahrrad. Am Montag dann Entwarnung. Das Rad ist angekommen. Am Dienstag hat Lenz seine Startnummer 2279 abgeholt und den Einmarsch der Athleten mitgemacht. Dabei marschierten alle Starter nach Nationen sortiert durch Kona. „Das war sehr emotional“, erzählt Lenz. „Ich werde jetzt natürlich versuchen, mich noch ein wenig an die klimatischen Bedingungen in Kombination mit Sport zu gewöhnen“, verrät der Radspezialist.

Andreas Lenz hat Schwäche beim Schwimmen

Seine Schwäche hat Lenz eher beim Schwimmen. Für die 3,86 Kilometer im Pazifischen Ozean dürfen die Athleten bei der Weltmeisterschaft keinen Neoprenanzug anziehen, der normalerweise Auftrieb verleiht und dadurch eine Stütze ist. „Ich muss beim Schwimmen schauen, dass ich gut durchkomme.“ Am Ende will Lenz das Ziel auf Hawaii in unter zehn Stunden erreichen. Das Ziel im wahrsten Sinne des Wortes ist für die meisten Athleten aber die Ziellinie. „Swim 2.4 miles, bike 112 miles, run 26.2 miles. Brag for the rest of your life!“ Übersetzt: „Schwimme 3,8 Kilometer, Radle 180 Kilometer, Laufe 42,2 Kilometer. Prahle damit für den Rest Deines Lebens!“ Diesen Spruch schrieb Commander John Collins handschriftlich auf die Wettkampfbeschreibung jedes Teilnehmers beim ersten Ironman auf Hawaii im Jahr 1982.

Lesen Sie auch: Andreas Lenz wird Dritter beim Alpentriathlon 2019

Auch wenn der bodenständige Lenz nicht der Typ für Prahlereien ist, so wird auch er wissen, was er mit einem Finish bei der Ironman Weltmeisterschaft für eine Leistung abliefert. „Es ist einfach richtig geil, das erleben und da dabei sein zu dürfen.“

emi

Quelle: Merkur.de

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