Trotz positivem Votum

So hitzig war die Mitgliederversammlung in Haching

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Letztlich bestätigten die Mitglieder Manni Schwabl als Präsident der SpVgg Unterhaching deutlich.

SpVgg Unterhaching - Die Revolution bei der SpVgg Unterhaching ist ausgeblieben.Das schwer in die Kritik geratene alte Präsidium wurde mit großer Mehrheit entlastet, die neue Mannschaft fast einstimmig gewählt. Die Diskussionen waren aber hitzig, die Atmosphäre höchst angespannt.

164 stimmberechtigte Mitglieder waren zur Jahreshauptversammlung gekommen. Als es nach über drei Stunden zur ersten Abstimmung kam, blieben die roten Nein-Karten Farbtupfer im Meer der grünen Zustimmung. Immerhin: Bierselig durchgewunken wurde diesmal nichts, dafür hatte es dann doch zu viel an Vorwürfen gegeben. Kassenprüfer Christoph Hütt schlug wie angekündigt vor, das Präsidium nicht zu entlasten. Leidenschaftlich kämpften einige gegen diese Empfehlung, darunter Ex-Präsident Engelbert Kupka und Gemeinderat Peter Wöstenbrink. Nach dem Votum der Mitglieder sah man Präsident Manfred Schwabl und Vize Peter Wagstyl gerührt. Es war nicht nur das Etappenziel auf dem Weg zur Wiederwahl, sondern auch das Ende einer Schlammschlacht, die in den juristischen Bereich zu gleiten drohte.

Hütt hatte zuvor im Bericht der Kassenprüfer allerdings schwere Anschuldigungen erhoben, die mehrfach für Raunen sorgten. Seit rund einem Jahr ohne Schatzmeister und mit nur zwei besetzten Posten im Präsidium sei der Verein „rechtlich handlungsunfähig“ gewesen. Als „unverhältnismäßig“ prangerte er an, dass der Klub 240.000 Euro Miete für das inzwischen verkaufte VIP-Haus pro Saison zahle, aber nur 7000 Euro Einnahme für VIP-Karten verbucht. Der Vertragszweck einiger Sponsorenvereinbarungen bliebe „im Dunkeln“, so Hütt. Zum Teil sei die SpVgg „einseitig Verpflichtungen nachgekommen“ und „Rechnungen durch Gutschriften neutralisiert worden“. Verträge im Wert von rund 2,5 Millionen Euro habe auch der DFB angezweifelt. Dass der Verein mit einer Million verschuldet ist, sei „besorgniserregend“, ein „Finanzplan für die Zukunft wurde nicht vorgelegt“.

Bereits im Vorfeld hatte das Präsidium eine Stellungnahme an Hütt übergeben, die dieser in den meisten Punkten nicht akzeptierte. Wagstyl versuchte schließlich einiges richtigzustellen. Da gab es teilweise zufriedenstellende Antworten, teilweise nur andere Sichtweisen, offene Fragen blieben. Kupka mahnte an, „sich strikt an die Satzung zu halten“: Die Kassenprüfer hätten nur „die Richtigkeit der Kassen und Buchführung“ zu überprüfen, aber keine Bewertungen abzugeben. Wahlausschuss-Mitglied Martin Dietzinger setzte noch einmal zu einem heftigen Angriff auf das Präsidium an, wurde von Walter Wenisch, Chef von Hauptsponsor „Alpenbauer“, lauthals der Polemik bezichtigt: „Sie machen alles kaputt, sie sind ein Störenfried.“ Mike Frühbeis klagte über persönliche Beleidigungen und bekam von Schwabl als Antwort: „Ich habe die letzten sechs Monate auch viel ertragen müssen, da braucht man nicht so weinerlich sein.“

Dietzinger und Frühbeis gehören zu der Gruppe, die es im Vorfeld nicht geschafft hatte, ein Gegen-Team ins Rennen zu schicken. Als die Versammlung auf Stammtisch-Niveau abzurutschen drohte, wurde abgestimmt. Zehn Gegenstimmen zählte Hütt, das Präsidium war entlastet. Was an diesem Abend angesprochen worden war, wird dennoch nicht in einer Schulblade verschwinden. Auch nicht die besorgniserregenden Zahlen wie ein Schuldenstand von einer Million Euro und die Deckungslücke von 300 000 Euro für das laufende Geschäftsjahr. Das Ringen um eine Lizenz wird jedes Jahr ein Ritt auf der Rasierklinge bleiben, sagte Wagstyl ganz offen. Die Wahl der fünf Präsidiums-Mitglieder Schwabl, Wagstyl, Dirk Matten, Dirk Monheim und Daniel Eymer war kurz nach 23 Uhr trotzdem nur noch Formsache, es blieb bei einzelnen Gegenstimmen.

Text: Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

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