Die Angst geht um in Unterhaching

Klaus Augenthaler baut ab sofort wieder auf die Erfahrung von Roman Tyce. Foto: bro

Unterhaching - Am Tag nach dem 0:3 in Wehen herrschte wieder einmal Ernüchterung bei der SpVgg Unterhaching. Nach zwei Unentschieden mit durchaus ansprechenden Leistungen ist die junge Mannschaft doch wieder deutlich vom Kurs abgekommen.

 Zweimal hatte Trainer Klaus Augenthaler zuletzt fast nur Lob für seine Mannschaft formuliert, auch wenn die Ergebnisse mit zwei Remis nicht unbedingt zu großem Jubel Anlass gegeben hatten. Diesmal allerdings saß er auf der Heimfahrt aus Wiesbaden mit grimmiger Miene über seinem Laptop, als er sich mit Co-Trainer Matthias Lust die aufgezeichnete Partie noch einmal zu Gemüte führte. Gestern Vormittag bekamen die Spieler dann jene Szenen vorgeführt, „die ich kritisiere“. Davon gab es reichlich.

„Eine gestandene Drittliga-Mannschaft hat uns den Schneid abgekauft“, so Augenthalers Fazit gestern, „obwohl der Gegner nach unserer ersten Chance in der 1. Minute die Hose voll hatte.“ Doch danach gab’s hinten Fehler, im Mittelfeld Ballverluste und vorne keine Gefahr mehr, „das war mangelhaft“. Alle guten Ansätze der vergangenen Wochen waren dahin - und auch ein etwas gelassenerer Blick in die Zukunft. „Es geht gegen den Abstieg“, formulierte der Coach es deutlich, „wir stehen unter Druck.“ Nur vier Punkte trennen die SpVgg vom ersten Abstiegsplatz, den momentan der nächste Gegner Aalen (Samstag, 14 Uhr) belegt.

Die erste Mannschaft der SpVgg Unterhaching

Das ist der Kader der SpVgg Unterhaching für die kommende Saison. © Sampics
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Stefan Riederer © Sampics
Thorsten Schulz © Sampics
Michael Stegmayer © Sampics
Torben Hoffmann © Sampics
Roman Tyce © Sampics
Leandro Grech © Sampics
Daniel Pedro Minorelli © Sampics
Mijo Tunjic © Sampics
Ricardo Villar © Sampics
Nahuel Dario Fioretto © Sampics
Stefan Alschinger © Sampics
Patrick Ziegler © Sampics
Andreas Brysch © Sampics
Orkan Balkan © Sampics
Sebastian Mitterhuber © Sampics
Stephan Thee © Sampics
Marco Pasiciel © Sampics
Marcel Avidic © Sampics
Sebastian Mützel © Sampics
Ömer Kanca © Sampics
Markus Schwabl © Sampics
Robert Zillner © Sampics
Trainer Klaus Augenthaler © Sampics
Co-Trainer Matthias Lust © Sampics
Torwart-Trainer Rainer Berg © Sampics
Sportlicher Leiter Francisco Copado © Sampics
Manager Erich Weidert © Sampics
Mannschaftsarzt Dr. Manfred Achten © Sampics
Mannschaftsarzt Dr. Georg Öttl © Sampics
Physiotherapeutin Nelly Le Berre © Sampics
Mannschaftsbetreuer Wolfgang Binderberger © Sampics

Keine Überraschung also, dass Augenthaler diese Partie gestern als „Sechs-Punkte-Spiel“ bezeichnete. Und die Pleite von Wehen hat Konsequenzen. Die junge Garde, die zuletzt durch ihr Engagement positiv aufgefallen war, zeigte sich beim Tabellen-Vierten am Mittwoch einigermaßen überfordert, zumindest aber an die Grenzen gebracht. „Zwei Spiele haben sie es gut gemacht“, so der Trainer, „jetzt sind aber auch die Älteren gefordert“. Die drei Begegnungen gesetzte Startformation wird geändert. „Mehr Erfahrung reinbringen“, heißt das - die Routiniers Torben Hoffmann und Roman Tyce werden in die erste Elf zurückkehren.

„Aalen ist schlagbar, aber wir brauchen mehr Leidenschaft“, forderte gestern Rechtsverteidiger Thorsten Schulz, der ebenso geknickt auf das 0:3 zurückblickte. „Wir waren in Wehen ein netter Gast“, sagte er, „aber nicht der unbequeme Gegner, der wir sein wollen. Vorne harmlos, hinten sorglos. Wir spielen gut mit, aber das ist nicht genug für unsere Ansprüche.“ Gegen den Abstiegskonkurrenten Aalen zählt nichts außer einem Sieg - es wäre vor eigenem Publikum übrigens der erste seit dem 1:0 gegen Babelsberg am 24. September. „Ich erwarte Einstellung und keine Schönspielerei“, so Augenthalers Forderung.

Ob die Qualität der Unterhachinger Mannschaft gegen den Krisenklub aus Aalen, der mit Trainerwechsel und Neuverpflichtungen gerade Aufbruchstimmung erzeugen will, reicht, bleibt die Frage.

Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

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