Im Toto-Pokal

"Angsthasenfußball": Unterföhring geht gegen die Löwen unter

Gefühle eines Fußballabends: Der vierfache Torschütze Nico Karger jubelt, der Föhringer Michael Kain nicht. (Foto: Ulrich Wagner)

In diesen ersten Regionalligawochen und den ersten Spielen oberhalb der Bezirksliga als verantwortlicher Trainer hat Thomas Seethaler schon so viel Neues gesehen. Das Gastspiel im Grünwalder Stadion toppte dann aber alles noch um ein Vielfaches.

„Ich hatte immer wieder eine Gänsehaut“, sagt Seethaler über sein Erlebnis, vor 6900 Zuschauern der Gästecoach sein zu dürfen. Bei der Erklärung des 0:4 im Achtelfinale des bayerischen Toto-Pokals beim TSV 1860 München bekam der Trainer dann keine Gänsehaut: „Wir waren von der ersten bis zur letzten Minute chancenlos.“ Er hatte für den schwachen Auftritt durchaus Verständnis, „weil meine Jungs einfach beeindruckt waren vor dem Spiel bei Flutlicht und so vielen Zuschauern.“ Entwarnung gab der Coach bei Philipp Schmidt, dessen Verletzung nicht so schlimm sein dürfte. Am Freitag für die Heimpartie gegen 1860 Rosenheim steht er wieder zur Verfügung.

Sein Co-Trainer und Anführer auf dem Platz Andreas Faber hatte über seine Gefühlswelt nicht viel zu berichten: „Ich bin zu sehr Sportler, als dass ich bei einem 0:4 das Spiel genießen kann. Später war ich mit meiner Freundin beim Essen und habe dort das Schnitzel genossen.“ Das Spiel hatte er schnell analysiert: „Wir waren schlecht und die waren gut. Zudem haben wir Angsthasenfußball gespielt.“ Seinen unerschütterlichen Humor hatte er schnell wieder gefunden mit Blick auf seinen Freistoß, den er mittig in die Westkurve knallte: „Ich wollte den 1860-Fans eine Freude machen. Zum Tor fehlten etwa drei Meter, die der Ball tiefer hätte fliegen müssen.“

Präsident Franz Faber wollte die Leistung seines Clubs nicht beschönigen: „Da war ein Unterschied von zwei Klassen zwischen den beiden Mannschaften.“ Er war am Ende nur froh, dass der Regionalliga-Aufsteiger mit einer deutlichen Niederlage und nicht mit einem rekordverdächtigen Desaster aus dem Stadion geprügelt wurde. Die Löwen agierten sportlich in einer anderen Welt: „Wir trainieren noch wie in der Bezirksoberliga dreimal die Woche und bei uns nehmen die Spieler ihren Rucksack, um mit der U-Bahn nach Hause zu fahren. Der TSV 1860 reist dagegen im großen Mannschaftsbus an.“

Der Gewinner beim FC Unterföhring ist Kassier Christoph Binder, der sich schon auf die Einnahmenabrechnung in den nächsten Wochen freuen darf. Zudem dürften am 23. September die Kassen klingeln, wenn im wahrscheinlich ausverkauften Heimspiel (im Heimstettner Sportpark) vor gut 3000 Zuschauern das Liga-Spiel gegen die Löwen steigt. Finanziell ist für Faber die erste Saison in der Regionalliga schon jetzt ein Erfolg: „Die beiden Spiele gegen die Löwen und das Heimspiel gegen Bayern?II machen zusammen zwei Drittel unseres Jahresetats aus.“

Quelle: fussball-vorort.de

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