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Die Antwort des ausgepfiffenen Torjägers

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- Emmering - Ein sogenanntes "Wuisler-Tor" (Anm. d. Red. für Nicht-Bayern: Wenn ein Treffer, der mehr schlecht als recht den Weg ins Gehäuse findet, ein Spiel entscheidet, das eigentlich keinen Sieger verdient hätte) versöhnte nach 87 Minuten das zeitweise recht zornige Publikum in der Emmeringer Tribüne wieder etwas. Ausgerechnet Alexander Boos, dem zuvor schon lautstark das "Auswechseln" nahe gelegt wurde, war das goldene Tor gegen den FC Garmisch gelungen.

Durch diesen Erfolg nach einer grottenschlechten Partie hat die Elf von Trainer Heinz Tochtermann zunächst einen weiteren Absturz ins untere Mittelfeld der Tabelle abgefangen. "Das Glück ist zu uns zurückgekehrt", atmete nach dem Schlusspfiff der gelöst wirkende Coach durch, nachdem zwischenzeitlich schon "Trainer raus" aus der Tribüne erklungen war.

"Die Mannschaft hat gekämpft und diszipliniert gespielt. Für die Moral kam der Erfolg zur rechten Zeit. Vielleicht haben wir damit die Wende eingeläutet." Das vom Trainer angekündigte Vorhaben, sich nicht wie in den letzten Begegnungen gegen Oberweikertshofen und Geretsried erneut das Spiel aufzwingen zu lassen, konnten die Spieler um FCE-Kapitän Stephan Steinbeißer allerdings auch gegen den vor Beginn der Saison als Meisterfavorit gehandelten Gast aus dem Werdenfelser Land nicht verwirklichen. Einmal mehr war der FCE mehr zum Reagieren und nicht zum Agieren verdammt, denn Garmisch gab über weite Strecken den Ton an. Vor allem FCE-Keeper Florian Eckl wirkte trotz verletzungsbedingt verpasster Trainingsmöglichkeiten während der Woche hellwach und vereitelte einige Großchancen.

Auf der Gegenseite ließ lediglich der überraschend doch in der Anfangsformation des FCE aufgebotene Martin Lankes nach einem Freistoß von Tobias Jakob ansatzweise einen Distanzschuss in Richtung Garmischer Gehäuse vom Stapel.
Der von Emmerings Trainer Heinz Tochtermann vor der Begegnung gemachte Ausspruch ("Wer siegt, geht gestärkt aus dem Spiel, wer verliert, stürzt noch tiefer in die Krise") prägte auch über weite Strecken die Spielweise beider Mannschaften im zweiten Abschnitt. Fast wäre Boos bei einer dieser wenigen Chancen sogar früher die Führung gelungen. Nach Vorarbeit von Lankes verfehlte er nur knapp das Garmischer Tor. Zwei Minuten später durfte der mit der gelben Karte vorbelastete Lankes nach einem harmlosen Foul in Höhe der Mittellinie vorzeitig zum Duschen gehen, als ihm der Unparteiische die Ampelkarte zeigte. Danach scheiterte der eingewechselte Martin Ufer zweimal mit einem Gewaltschuss in der vielbeinigen Garmischer Abwehr.

Als kaum noch jemand mit einem Treffer rechnete, erlöste Boos Mannschaft und Fans mit dem siegbringenden Treffer. Auf Vorarbeit von Tobias Jakob, der gleich zwei Garmischer an der Mittellinie austrickste und Ralf Kuhn erhielt Boos das Leder. Die Situation schien schon bereinigt, als sich Boos zu weit vom Garmischer Tor abdrängen ließ. Mit einem Schuss aus spitzem Winkel überraschte der heuer lange unter Ladehemmung leidende Goalgetter aber den im kurzen Eck stehenden Garmischer Schlussmann. Durch dessen Beine schlug das Leder vom langen Pfosten zum Siegtreffer für den FCE ein.

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