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„Wir wollen aufsteigen“: ASV Dachau muss in Relegation dem Abwärtstrend trotzen

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Sie wollen in die Landesliga aufsteigen: Die Fußballer des ASV Dachau (im Bild Philipp Schmidt).
Sie wollen in die Landesliga aufsteigen: Die Fußballer des ASV Dachau (im Bild Philipp Schmidt). © RO

Unmittelbar nach der Saison schlägt die Stunde der Relegation. Die Entscheidungsspiele setzen große Gefühle frei.

Donnerstag, 16 Uhr: Nachdem sich Hertha BSC gegen den Hamburger SV durchgesetzt hatte und damit der Bundesliga erhalten bleibt, sagte Berlins Kevin-Prince Boateng: „Ich bin ganz ehrlich, das ganze Jahr ging es so viel hoch und runter und jetzt ist es, als wären wir Meister. Das hatte ich nicht einmal, als ich Meister geworden bin.“ Nach einem Nichtabstieg wohlgemerkt.

Der ASV Dachau hat – anders als die Hertha – die Chance auf einen Aufstieg. Dafür muss sich der Fußball-Bezirksligist in zwei Relegationsrunden, jeweils mit Hin- und Rückspiel, durchsetzen. Im ersten Duell geht es gegen den TSV Aindling. Spiel eins steigt am Donnerstag um 16 Uhr beim Tabellenzweiten der Bezirksliga Schwaben Nord, das Rückspiel folgt am kommenden Sonntag um 16 Uhr im Dachauer Sepp-Helfer-Stadion.

Der Sieger trifft dann in der entscheidenden Runde auf den Gewinner des Duells FC Dingolfing gegen TV Aiglsbach. Wie Boateng weiß auch ASV-Trainer Manuel Haupt, wie aufregend die Relegation ist. „Mit Freising habe ich mal gegen Fürstenfeldbruck den Aufstieg in die Landesliga verpasst – vor 1.200 Zuschauern. Auch wenn wir verloren haben, war es etwas Besonderes“, erinnert sich Haupt. Er versichert, dass er als Trainer seine Hausaufgaben gemacht hat: „Natürlich hole ich mir Informationen ein. Es macht schließlich einen Unterschied, ob der Gegner mit einem oder drei Stürmern spielt“, so der ASV-Coach.

Dann fügt er an: „Aber ich will meine Mannschaft weiter entwickeln. Deswegen schauen wir auf uns.“ Was dies betrifft, hat Haupt einiges zu tun. Sein Team hat in den vergangenen Wochen nachgelassen und musste den TSV Jetzendorf in der Tabelle passieren lassen. Die gut geölte ASV-Maschine aus der Hinrunde stotterte nach der Winterpause. Die Qualität im Team ist zwar weiterhin hoch, doch der Offensive fehlen wichtige Kräfte wie Maximilian Bergner und Sebastian Mack – auch in der Relegation.

„So ist es nun mal“, gibt sich Haupt entschlossen. Der Trend spricht jedoch für den Gegner. Die Aindlinger haben sich dank eines erfolgreichen Endspurts für die Relegation qualifiziert. Im Mai holten sie 16 von 18 möglichen Punkten und zogen so noch am TSV Stätzling vorbei. Auf Meister Hollenbach fehlten am Ende zwei Punkte. Aindling hat erfahrene und individuell starke Spieler in seinen Reihen – vor allem im Mittelfeld: Gabriel Merane (zehn Saisontore) spielte in den vergangenen Spielzeiten in der Bayernliga, sein Teamkollege Benjamin Woltmann (sieben Tore) kickte früher in der Regionalliga für den TSV Rain/Lech und absolvierte sogar einen Kurzeinsatz für den FC Augsburg in der 2. Bundesliga.

„Aindling kennen wir nicht, aber gegen Stätzling und Hollenbach haben wir in dieser Saison schon getestet. Das waren gute Teams“, so Haupt. Seine Dachauer gewannen gegen Meister Hollenbach (2:1), gegen Stätzling gab es einen Sieg (3:0) und eine Niederlage (1:3). „Über das Niveau der Bezirksliga Schwaben sagt das aber nichts aus. Vorbereitung und Relegation könnten verschiedener nicht sein“, sagt Haupt. Unverändert ist das Ziel der Dachauer. „Wir wollen aufsteigen. Nachdem wir es nicht über die Liga geschafft haben, nehmen wir die Relegation an“, so Haupt. Entscheidend für den ASV-Trainer: „Der Kopf. Wir müssen voll da sein.“ 

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