Social Media spielt bei Landkreisvereinen eine immer größere Rolle

Auf dem Weg zur KK 4.0

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Die sozialen Medien werden auch für Amateurvereine immer wichtiger.

Sonntagmorgen im Oberland. Der Trainer einer Amateurmannschaft sitzt mit seinem Betreuer auf der Hausbank.

Landkreis – Beide sind über das Festnetztelefon mithilfe des Telefonbuchs am Zusammenrufen des Teams. Am Ende sollen mindestens elf Spieler für eine Begegnung der Reserve am frühen Nachmittag zusammengetrommelt sein.

Nicht jeder wird sich daran erinnern, doch früher musste jeder Spieler, der nicht im Training war, einzeln vom Coach übers Festnetztelefon angerufen werden. Heute undenkbar. Es gab auch Zeiten, in denen eine Tafel mit der Aufstellung für die Spiele am Wochenende an der Wand der Dorfwirtschaft aufgehängt und spätestens am Samstagmorgen vom Coach aktualisiert werden musste – schließlich wollte jeder frühzeitig sein Wochenende mit oder ohne Fußball planen. Vieles davon ist heute nicht mehr vorstellbar – so sehr sind Messaging-Dienste wie WhatsApp, Instagram und Facebook zur Normalität geworden.

Nachdem es die Vereine vor über 20 Jahren auch geschafft haben, den Verein ohne digitale Dienste zu organisieren, stellt sich die Frage, wie die Vereine aus der Region in der Kreisklasse heute mit diesem Thema umgehen. „Wir nutzen derzeit WhatsApp“, berichtet Florian Fink, stellvertretender Abteilungsleiter bei der SG Hausham. „Nicht nur bei den Herren, sondern runter bis zu den Bambini. Aber wir testen gerade eine App namens Spond.“ Obwohl das Organisieren von Treffpunkten oder die Kader-Zusammenstellung reibungslos funktioniere, sieht Fink auch negative Seiten am Online-Dienst. So können Spieler über WhatsApp absagen und müssen nicht das unangenehme Gespräch mit dem Trainer suchen.

„Ich finde WhatsApp sehr bequem“, gibt Sepp Riedl, Trainer des SC Wörnsmühl, zu. Wie auch alle anderen Landkreismannschaften verwendet sein Team die bekannte App zum Austausch von Infos. Facebook und die Homepage betreut mit Marc Doll ein Spieler der Herren.

Mit Domingo Grafunder hat der FC Rottach-Egern einen wahren Social-Media-Spezialisten in seinen Reihen. Der aktuell verletzte Torwart arbeitet als Marketing- and Sales-Director und beschreibt soziale Medien als sein Element: „Als wir in der Vorbereitung gegen den FC Bayern gespielt haben, bekamen wir danach einige Nachrichten über Facebook aus der ganzen Welt. Potenzielle Spieler aus Brasilien, Südafrika und vielen weiteren Ländern schrieben uns und fragten, ob sie zu uns wechseln können“, erzählt Grafunder. Ihm ist bewusst, dass die meisten dieser Kicker nicht wussten, in welcher Liga die Rottacher kicken. Dennoch hofft er, durch einen aktiven Social-Media-Auftritt den einen oder anderen neuen Zuschauer oder Spieler an den Platz zu locken. Da in Rottach jährlich Profi-Teams zum Trainingslager anreisen, können über die digitalen Kanäle wichtige Infos schnell verteilt werden.

In Weyarn erinnert sich noch jeder an den Wechsel von Ex-Profi Christian Lell zum TSV. Die Facebook-Seite der Weyarner explodierte nach der Bekanntgabe regelrecht: So verdoppelte sich die Anzahl der „Gefällt mir“-Klicks binnen 24 Stunden.

Alle Landkreisvereine in der Kreisklasse 2 posten auf Facebook mehr oder weniger regelmäßig Berichte und gelegentlich Fotos. „Wir nutzen Facebook und unsere Webseite vor allem, um Interessierte auf dem Laufenden zu halten“, erklärt Darchings Sprecher Christoph Lindmeier, dessen Frau Maria die Berichte für den Verein verfasst und online stellt. So könne man beispielsweise vorab auf das jährliche Pfingstfest hinweisen und neue Gäste gewinnen. Ähnlich verhält es sich in Weyarn, wo parallel auf Facebook und der Vereins-Website aktuell über Spiele der Nachwuchs- und Herrenmannschaften sowie anstehende Events berichtet wird. Neuerdings ist man auch auf Instagram vertreten. „WhatsApp ist praktisch, um alle Leute auf kurzem Weg zu informieren, das nutzen wir natürlich“, erklärt Weyarns Abteilungsleiter Christian Wacker. So gebe es fast zehn WhatsApp-Gruppen für Kicker, Vorstandsmitglieder, Jugend-Fahrdienst oder das Veranstaltungsgremium.

Zusammenfassend kann man sagen, dass alle Klubs ihre Teams und Organe mittlerweile per WhatsApp koordinieren und diesen Dienst als Arbeitserleichterung ansehen. Die Online-Auftritte werden ehrenamtlich und entsprechend nicht immer tagesaktuell gepflegt.

Facebook-König der Kreisklassisten ist übrigens der FC Rottach-Egern mit 972 Likes, gefolgt vom TSV Weyarn (589), der DJK Darching (466) dem SC Wörnsmühl (316) und der SG-Fußball-Seite (210). THOMAS SPIESL

Quelle: Merkur.de

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