Alexander Ebner: Mit der Aufgabe gewachsen

Den Ball in Unterföhring aufgenommen: Der Weg von Alexander Ebner ist von Erfolg gekrönt. Nach dem Aufstieg in die Landesliga führt die Truppe die Tabelle wieder an.Gleixner

FC Unterföhring - Seit dem Sommer 2008 ist Alexander Ebner Fußballtrainer beim FC Unterföhring. Keine der beiden Seiten ahnte beim Vertragsabschluss, dass sich daraus eine derartige Erfolgsgeschichte entwickeln würde.

von Arthur Viol

Neufahrn – Nur ein paar Wochen zuvor hatte Ebner seinen FC Neufahrn vor dem Abstieg aus der Bezirksliga gerettet. Der Abschied war tränenreich, der Verein hätte ihn gerne noch ein paar Jahre bei sich gesehen. Er war so was wie die Überlebensversicherung, die nun wegfiel. Auch etliche Stammspieler verließen den Club, der jetzt in der Kreisklasse kickt.

Den damaligen Schritt zum FC Unterföhring sieht Ebner als Glücksfall für beide Seiten. Schon das Zustandekommen hatte ähnliche Züge. Unterföhring trennte sich relativ kurzfristig von Spielertrainer Manuel Baum. Die Mannschaft war in der Aufstiegsrelegation zur Landesliga gescheitert, Kicker wanderten ab. Eine Woche vor dem Trainingsauftakt kam der Anruf, Ebner sagte spontan zu. Es gibt bessere Konstellationen zum Start, würde man meinen. „Es war schon kurios, aber ich hatte auch nicht so viel zu verlieren,“ sagt Ebner heute. Der Club wollte neu aufbauen, und da kam ein junger, ehrgeiziger Coach gerade recht. Die Saison verlief mit Rang sechs zufriedenstellend. Wichtiger: Die Chemie passte, und die Mannschaft blieb nun zusammen. Was folgte, ist bekannt. Ebner wurde in seiner zweiten Saison Meister und ist in der laufenden Landesliga-Spielzeit wieder Spitzenreiter. „Mannschaft und ich wachsen offensichtlich mit der Aufgabe“, schätzt er vor allem das familiäre Umfeld.

Das Team hat seine Philosophie vom offensiven Fußball umgesetzt. Auf dem Papier steht ein 4 - 5 - 1, was er damit begründet, neben Routinier Heinz Sichort (34) nur wenig Alternativen für die Sturmmitte, dafür schnelle Außenstürmer zu haben. Sichort und der frühere SEFler Cetinkaya erhöhen den Altersdurchschnitt auf nur 23 Jahre. Es ist eine junge Mannschaft, die Ebner folgt und ihm die langen Zügel dankt. „Ich bin nicht autoritär im Auftreten, die Jungen würden das doch heutzutage keinem mehr abnehmen. Mein Ziel ist es, die Spieler zu begeistern.“ Nach dem letzten Spiel im Dezember, einem 5:1 gegen Pipinsried, schickte er seine Mannschaft zum Feiern. „Jetzt könnt ihr drei Monate lang Gas geben und die Tabellenführung genießen.“ Ebner selbst vertrieb sich die Zeit mit der Familie und Fußball, was sonst. Der Bayern-Fan war in London bei einem Chelsea-Spiel.

Den momentanen Sechs-Punkte-Vorsprung auf den FC Kottern empfindet Ebner nicht als Druck. „Wir sind Aufsteiger, wenn wir jetzt tatsächlich noch einmal nach oben kommen, wäre das eine Sensation.“ Die Mannschaft scheint die Chance auf die Bayernliga packen zu wollen, sie präsentiert sich aktuell schon wieder topfit, wie zwei Vorbereitungsergebnisse zeigen: 3:1 gegen 1860 Rosenheim, 1:1 gegen den SV Heimstetten. „Ich will die Jungs gar nicht bremsen, die Bayernliga wäre für uns alle ein Traum,“ weiß Ebner um die aufkeimende Euphorie.

Einen Grund, warum es so gut klappt, sieht er auch in der Seriösität des Vereins. Die Zeiten, in denen der FCU mit dem Geld umherwarf, sind passé. Vorstand Franz Faber hat bei seiner Amtsübernahme einen Club mit Schulden vorgefunden. Der Hauptplatz wurde an die Gemeinde verkauft. Mit den Zinsen daraus darf man wirtschaften, der Verkaufsbetrag liegt gesperrt auf der Bank. „Alle Spieler sind mit Lohnsteuerkarte angemeldet, da wird gar nichts hinten rum gemacht“, sagt Ebner und ist stolz, ein wichtiger Baustein des Clubs geworden zu sein.

Quelle: fussball-vorort.de

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