Aufstiegsplätze in Sichtweite: Hain mit Hattrick

Mann des Tages: Hachings Torjäger Stephan Hain erzielte drei Treffer. FOTO: SVEN LEIFER

Reaktion gefordert, Reaktion geliefert: Die SpVgg Unterhaching hat sich nach der Heimpleite gegen Rostock mit einem 3:1-Auswärtssieg in Zwickau zurückgemeldet und dabei einen Rückstand gedreht. Matchwinner war Torjäger Stephan Hain, der alle drei Tore erzielte.

„Stephan ist für uns Gold wert“, sagte Trainer Claus Schromm nach dem Abpfiff. Es war der 29-Jährige, der dem Spiel in der zweiten Halbzeit seinen Stempel aufdrückte. Auch wenn sich die gesamte Mannschaft nach einer schwachen ersten Hälfte stark in die Partie zurückkämpfte, war der Stürmer der Mann des Tages. 20 Minuten brauchte er für seine drei Treffer, mit denen er seine Ausbeute auf 13 Tore in 15 Saisonspielen schraubte. Vor der Pause war außer Ulrich Taffertshofers Weitschuss (6.) von der SpVgg wenig zu sehen, Zwickau hatte die Partie im Griff. Als Antonitsch nach 17 Minuten nach einem Eckball zu viel Platz im Strafraum hatte und das 1:0 erzielte, war das die logische Folge des Spielverlaufs.

Erneut Antonitsch und Frick hätten für die Gastgeber sogar noch erhöhen können, Torhüter Korbinian Müller hielt die Hachinger aber mit zwei tollen Reaktionen im Spiel. Die SpVgg agierte harmlos und leistete sich viele Ballverluste. „Das war sehr schwierig“, beschrieb Trainer Claus Schromm den ersten Durchgang. „Zwickau hat viele Standards generiert, das war auch deren Ziel. Es war 45 Minuten das gleiche: Wir hatten den Ball, der Gegner hat total gepresst und den Ball erobert und sich eine Standardsituation erspielt.“ Das änderte sich nach dem Seitenwechsel aber komplett. „In der zweiten Halbzeit haben wir ein ganz anderes Gesicht gezeigt“, freute sich Schromm, „wir sind immer besser reingekommen.“

Die erste gefährliche Aktion gehörte bereits Hain, in der 53. Minute wurde er aber gerade noch von Wachsmuth gestoppt. Kurz danach leistete sich Zwickaus Keeper Brinkies einen Aussetzer an der Strafraumgrenze, gegen den heranstürmenden Thomas Steinherr konnte er sich nur noch mit einem Rempler helfen. Steinherr nahm die Einladung zum Sturz an, den Elfmeter verwandelte Hain souverän (61.). „Mit dem Elfmeter ist das Spiel endgültig zu unseren Gunsten gekippt“, befand Schromm, der in der Folge „viel mehr Ballbesitz und Spielkontrolle“ seiner Elf notierte. Die Hausherren verloren komplett den Faden, reagierten zunehmend mit Frust und den entsprechenden Fouls. Im Gegensatz zur ersten Halbzeit bekamen sie nun auch von Schiedsrichter Marcel Schütz weniger Freistöße gepfiffen. Dafür zückte Schütz dreimal Gelb gegen die Gastgeber und zudem Gelb-Rot gegen Bahn (74.).

„Gut, dass der Schiedsrichter sich auch vom Publikum da nicht hat beeinflussen lassen“, merkte Hachings Coach an, „er hat nicht mehr so viel abgepfiffen.“ Seine Mannschaft blieb hochkonzentriert und nutzte die Gelegenheit, das Spiel zu drehen. Dominik Stahls Treffer nach einem Freistoß von Sascha Bigalke pfiff Schütz noch wegen Abseits zurück (69.), eine fragwürdige Entscheidung. Drei Minuten später stand nach einem erneuten Bigalke-Freistoß Hain goldrichtig und köpfte das 1:2. In der 81. Minute stocherte wieder Hain den Ball zum Endstand ins Zwickauer Tor.

„Er ist ein Phänomen“, schwärmte Schromm, „eigentlich sagt er selbst, er ist nicht der Schnellste, aber in solchen Situationen ist er gedanklich dem ein oder anderen einfach voraus.“ Für den Hachinger Trainer war es „vor allem schön zusehen, dass die Mannschaft schon während der 90 Minuten ihr Spiel verändert und angepasst hat und nicht wie sonst erst nach der Analyse fürs nächste Spiel. Mit dem Sieg haben die Jungs sich belohnt. Ein sehr schöner Sieg, wir haben uns wirklich extrem gefreut.“ Mit dem neunten Saisonerfolg rückte die SpVgg auf zwei Punkte an Platz vier heran, der Rückstand auf die Plätze zwei und drei schrumpfte auf drei Zähler. Vor dem kommenden spielfreien Wochenende bestreitet Haching am Donnerstag (14.30 Uhr) ein Testspiel bei Zweitligist Jahn Regensburg. Zum nächsten Heimspiel kommt am 18. November Spitzenreiter Paderborn nach Unterhaching.

Quelle: fussball-vorort.de

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