Bahnt sich ein Wechsel an?

Niederlechner Heimspiel in der Arena: Alle werden da sein!

Florian Niederlechner ist heiß begehrt. Foto: dpa

Er ist der beste Schütze des SC Freiburg. Am Samstag muss Florian Niederlechner nun mit den Breisgauern zum FC Bayern. Könnte er sich vorstellen, dort eines Tages als Back-up von Robert Lewandowski zu fungieren?

Herr Niederlechner, hätten Sie vor der Saison gedacht, vor dem letzten Liga-Spieltag am Samstag beim FC Bayern bester SC-Torschütze zu sein?

Florian Niederlechner: Ich wusste natürlich, dass ich viele Tore schießen kann. Aber dass es jetzt zweistellig wurde, ist für mich natürlich überragend. Aber wichtiger ist, dass ich mit meinen Treffern der Mannschaft helfen konnte.

Ihr Trainer Christian Streich sieht bei Ihnen trotzdem noch Verbesserungspotenzial.

Niederlechner: Ich habe diese Saison nicht ganz so konstant gut gespielt, wie er sich das gewünscht hätte. Manchmal habe ich drei gute Spiele hintereinander abgeliefert und danach wieder schwächere. Das ist ihm zu oft vorgekommen, glaube ich. Da muss und will ich mich unbedingt verbessern. Das ist mein großes Ziel für das nächste Jahr.

Was ist das Erfolgsgeheimnis des SC Freiburg in dieser Saison?

Niederlechner: Alle gehen komplett an ihr Limit! Wir wissen, dass wir nur als Mannschaft bestehen können. Jeder marschiert für jeden und ist heiß auf Balleroberungen – auch in der Sturmspitze. Und was uns dann heuer ausmacht, sind die Umschaltaktionen, mit denen wir unsere Konter einleiten und die Tore machen.

Heiß dürfte die Mannschaft auch auf die Europa League sein.

Niederlechner: Logisch! Wenn man eine so konstante Saison gespielt hat und einen Spieltag vor Schluss auf dem Qualifikations-Rang steht, ist die Europa League das Ziel.

Ihr Trainer hat bereits angekündigt, dass er am liebsten in Glasgow gegen Celtic spielen würde. Und Sie?

Niederlechner (lacht): Also wenn wir nächste Saison gegen Liverpool an der Anfield Road spielen würden, hätte ich nichts dagegen. Manchester United ist auch nicht von schlechten Eltern. Aber darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.

„Als Lewy-Ersatz sitzt man nur auf der Auswechselbank“

Mit einem Sieg gegen die Bayern am Samstag wäre der Freiburger Weg nach Europa frei.

Niederlechner: Das ist natürlich die schwerste Aufgabe, die man sich vorstellen kann. Aber wir schauen einfach, was wir in München reißen können. In der Hinrunde hätten wir ja auch fast für eine Überraschung gesorgt. Am Ende hat vor allem die unglaubliche individuelle Klasse der Bayern und allen voran Robert Lewandowski für den Unterschied gesorgt.

Der FCB ist ja auf der Suche nach einem Back-up für Lewandowski. Wäre das etwas für Sie?

Niederlechner (lacht): Ich will ja spielen. Als Lewy-Ersatz sitzt man doch nur auf der Auswechselbank. Da brauche ich gar nicht zu überlegen, weil das wird nie und nimmer vorkommen. Außerdem fühle ich mich in Freiburg pudelwohl.

Für Sie als Ur-Münchner ist es das erste Spiel gegen die Bayern in der Allianz Arena.

Niederlechner: Ich habe zwar schon damals mit Heidenheim gegen die Löwen in der Allianz Arena gespielt, aber die Partie am Samstag ist etwas Besonderes. Ich habe auch viele Karten für meine Familie und Freunde gekauft, damit auf der Tribüne auch viele Daumen für uns gedrückt werden. Vielleicht glückt uns ja ein Überraschungssieg gegen die Bayern.

„Bin bisserl traurig, dass Löwen vielleicht wieder in Relegation müssen“ 

Sie sind bekennender Löwen-Fan. Der TSV 1860 muss am Sonntag ausgerechnet zu Ihrem Ex-Klub Heidenheim und es geht um alles.

Niederlechner: Also erst einmal muss ich sagen: Ich bin ein bisserl traurig, dass die Löwen vielleicht wieder in die Relegation müssen. Das tut natürlich schon weh. Nach Heidenheim habe ich zwar immer noch viel Kontakt, aber bei diesem Spiel bin ich für die Löwen. Heidenheim steht in der Tabelle ja gut da, und bei ihnen hätte eine Niederlage nicht so schlimme Auswirkungen wie beim TSV 1860.

Wie beobachten Sie die Entwicklung der Löwen aus der Fan-Perspektive?

Niederlechner: Etwas enttäuscht bin ich schon. Es ist einfach so viel Potenzial vorhanden, aber irgendwie klappt es trotzdem nicht. Vitor Pereira macht einen guten Job, glaube ich. Auch wenn die Ergebnisse überhaupt nicht passen.

Sie müssen wohl noch eine Weile auf ein Duell im Oberhaus mit Ihren Freiburgern gegen die Löwen warten.

Niederlechner: Mei, das wäre auf alle Fälle ein schönes Spiel für mich. Aber bei den Sechzigern braucht man jetzt nicht von der Bundesliga zu sprechen. Sie müssen im letzten Spiel einfach alles raushauen, damit sie in der 2. Liga bleiben.

Bei einem anderen Herzensklub schaut es besser aus: Unterhaching steht in der Aufstiegsrunde zur dritten Liga!

Niederlechner: Da würde ich sehr gerne zuschauen, bin aber leider schon im Urlaub. Ich hoffe so sehr, dass Haching den Sprung in die 3. Liga schafft. Ich gönne es keinem mehr als Manni Schwabl, der den Verein einfach lebt und liebt. Für seine Arbeit ziehe ich alle Hüte, die ich habe. Mein Herz hängt immer noch an Haching. Diese Mannschaft gehört einfach in die 3. Liga.

Quelle: fussball-vorort.de

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